Annweiler
Verein Silberstreif hilft nun auch bedürftigen Senioren im Kreis
„Der Bedarf an Unterstützung ist enorm gestiegen“, sagt Edith Kurzmeier, eine der Mitarbeiterinnen. Sie vertritt mit Petra Jung-Schoch den Verein in Annweiler. Zumindest eine der beiden Frauen wird sich jeden Montag von 10 bis 12 Uhr im Rathaus der Stadt aufhalten. Stadtchef Benjamin Seyfried stellt ihnen ein Besprechungszimmer zur Verfügung.
Wer über 60 Jahre alt und Rentner ist, in der Verbandsgemeinde Annweiler wohnt und auf Grundsicherung oder vergleichbare Alterseinkünfte angewiesen ist, dürfe ohne Scheu kommen, sagt Kurzmeier. Silberstreif könne helfen. „Wir wollen den alten Menschen ausdrücklich Mut machen, mit uns Kontakt aufzunehmen.“
„Leute müssen zu uns kommen“
Den Verein gibt es seit etwa sieben Jahren in Landau. Seine Aktivitäten konzentrierte er zunächst auf die Stadt. Anfragen aus dem Umland aber nahmen in vergangener Zeit so stark zu, dass sich die Vereinsführung entschloss, die Unterstützung auch auf den Landkreis SÜW auszuweiten. Dabei wollen die beiden Annweilerinnen mithelfen. Sie erkundigten sich, suchten Kontakt zur Vorsitzenden Baumann auf und erhielten schließlich den Auftrag.
„Die Leute müssen aber zu uns kommen“, betont Kurzmeier. „Wir gehen zwar auch mal in die Wohnungen, um uns ein Bild von der Lage zu machen. Von Haus zu Haus ziehen wir jedoch nicht.“ Immerhin soll für Anfragen ein Briefkasten am Hintereingang des Rathauses installiert werden.
Wenn sich jemand keinen Herd leisten kann
Der Verein will dort helfen, wo Unterstützung notwendig geworden ist, und zwar unabhängig von Geschlecht, Konfession oder Herkunft. Getragen wird er von den Katholischen Pfarreien Mariä Himmelfahrt und Heiliger Augustinus in Landau, von der Protestantischen Stiftskirchengemeinde Landau-Mitte und vom Verein Seniorenbüro-Ehrenamtsbörse Landau. Für Sachspenden kann der Verein auf Sponsoren zugreifen, so auf Elektrofirmen und andere Handelsgesellschaften. Die finanziellen Mittel dazu werden meist von privaten Spendern zur Verfügung gestellt.
Wer sich also nicht mehr eine Waschmaschine, einen Herd oder Winterschuhe leisten könne, dürfe kommen und anfragen, versichert Kurzmeier. Es werden auch finanzielle Zuschüsse erteilt, etwa zu medizinischen Hilfsmitteln. Kurzmeier betont, dass keine gebrauchten oder weggestellten Geräte verwendet werden, sondern fabrikneue, zu günstigen Preisen erworbene, die auch energieeffizient arbeiten.
Voraussetzung ist der Rentenbescheid oder ein Nachweis zur Grundsicherung. Zur Eröffnung des Büros am Montag sind neben politischen Vertretern auch die Bürger eingeladen.
Info
Auskünfte über Telefon 06346 6980974 oder 0178 1751396. Anfragen auch per E-Mail an info@silberstreif-landau.de möglich.