Bad Bergzabern Tiny Forest in der Pfalz: Schüler pflanzen 500 Bäume

Peter Jung erklärt den Jugendlichen, welche Baumarten gepflanzt werden.
Peter Jung erklärt den Jugendlichen, welche Baumarten gepflanzt werden.

Auf einer Fläche, die in etwa so groß ist wie ein Klassenzimmer, haben Schüler 500 Bäume gepflanzt. Tiny Forest nennt sich das Projekt, das ein Novum in der Pfalz ist.

In Offenbach nimmt man sich ein Beispiel an den Schweden, um die Wachstumsbedingungen und somit den Zustand von Bäumen in urbanen Räumen zu verbessern. In Bad Bergzabern wird eine Idee aus Japan aufgegriffen, um gleich einen ganzen Wald anzulegen, genauer gesagt ein Wäldchen. Denn die Fläche ist nur rund 100 Quadratmeter groß. Das reicht allerdings aus, um mitten in einem Wohngebiet sage und schreibe 500 Bäume zu pflanzen.

Welches Ziel der Tiny Forest hat

Tiny Forest, zu Deutsch winziger Wald, nennt sich das Projekt, das inzwischen bundesweit Konjunktur hat, um angesichts der immer heißer werdenden Sommer beziehungsweise langen Trockenperioden für ein besseres Klima zu sorgen. Abgesehen davon werden auf der Fläche Regenwasser gespeichert und die Artenvielfalt gefördert. Diesen Nutzen wünscht man sich vor allem in größeren Städten, wo es sich im Sommer so richtig aufheizt. In Bad Bergzabern und damit im ländlichen Raum dient das Projekt einem anderen Zweck. Das Alfred-Grosser-Schulzentrum hat sich diese Methode zu eigen gemacht, um in seinem Jubiläumsjahr etwas Nachhaltiges zu schaffen.

Auf den einzelnen Quadratmetern wurden gleich mehrere Setzlinge in die Erde gebracht, am Ende werden 500 Bäume gepflanzt.
Auf den einzelnen Quadratmetern wurden gleich mehrere Setzlinge in die Erde gebracht, am Ende werden 500 Bäume gepflanzt.

Das ganze Jahr über haben das Gymnasium und die benachbarte Realschule plus mit diversen Aktionen an die Gründung der Lateinschule erinnert, die als Ursprung ihres Schulzentrums gesehen wird. Da die Zeitrechnung für das Schulleben in der Kurstadt vor 500 Jahren begann, werden nun ebenso viele Setzlinge in die Erde eingebracht. Gepflanzt werden verschiedene Baumarten, zum Beispiel Eberesche, Ulme, Ahorn, Baumhasel und Eiche.

Unterstützung aus Frankreich

Ideengeber für den pfälzischen Tiny Forest ist Peter Jung, der an der Realschule unterrichtet, aber aktuell im Zuge eines Austauschprojektes an einer Schule in Weißenburg tätig ist. Daher kommt es auch, dass nicht nur Kinder der Gemeinsamen Orientierungsstufe aus Bad Bergzabern an die Schaufel gehen und die Bäume pflanzen, sondern auch Förderschüler aus Frankreich. Die Pflanzaktion wird dadurch zu einem grenzüberschreitenden Projekt.

„Ich hatte in der Zeitung über Tiny Forest gelesen“, erzählt Peter Jung. Dass es einen gelernten Forstwirt wie ihn so begeistert, dass er diese Idee bei der Planung des Jubiläumsprogramms in den Raum wirft, überrascht nicht. Hinzu kommt, dass er schon häufiger mit Schülern Pflanzprojekte realisiert hat. Zu erwähnen sind da zum Beispiel die Streuobstwiese im Kurpark und die Pflanzarbeiten im Rebmeerbad. Für Jung hat ein Tiny Forest zwei große Vorteile: Zum einen würden die Bäume allein aufgrund der Konkurrenzsituation dazu angeregt, schneller in die Höhe zu wachsen. Zum anderen bedürfe der Miniwald in den ersten 15 bis 20 Jahren keiner Pflege.

Wie das Jubiläum gefeiert wurde

Das Projekt ermöglicht haben die Stadt Bad Bergzabern, die das Grundstück in der Wallonenstraße zur Verfügung stellt, und die VR-Bank SÜW-Wasgau mit einer Summe von 2000 Euro. Der Kreis als Schulträger und die Sparkassenstiftung haben mehr als 5000 Euro bereitgestellt für diverse Aktionen, die es das ganze Jahr über gab.

Mit der Neupflanzung gehen die Jubiläumsfeierlichkeiten am Alfred-Grosser-Schulzentrum zu Ende, die im Sommer mit dem Festakt, dem Schulfest und einer Ehemaligenmatinee ihren Höhepunkt fanden und später um ein sehenswertes dreisprachiges Musical bereichert wurden.

x