Bad Bergzabern
Sponsorenlauf für das Haus der Familie: Spaß mit ernster Note
Dazu beitragen soll, wie in jedem Jahr, auch der Sponsorenlauf, zu dem das Haus der Familie, eine Einrichtung der protestantischen Kirchengemeinde, für Samstag, 27. September, in die Innenstadt von Bad Bergzabern einlädt. In den vergangenen Jahren haben die Läufer 10.000 bis 15.000 Euro zum Fortbestehen des Hauses beigetragen.
Es ist ein jährliches kleines, fröhliches Volksfest. Ob alt oder jung, ob langsam, schnell, mit Rollator, Stöcken oder im Kinderwagen: Alter und Geschwindigkeit spielen bei den Runden von je einem Kilometer keine Rolle. Auch nicht, ob jemand eine Runde oder hundert läuft. Jeder, der laufen will, sucht sich Sponsoren, die ihn oder sie entweder pro Runde mit einem Geldbetrag oder pauschal mit einer Summe unterstützen.
Die Sponsoren werden in eine Laufkarte eingetragen, die sich auf der Homepage findet, im Südpfalzkurier oder im Haus der Familie, Luitpoldstraße 22, abgeholt werden kann. Am Samstag sind sie auch vor Ort erhältlich. Treffpunkt ist der Marktplatz, gelaufen wird von 11 bis 14 Uhr. Für die meisten gelaufenen Runden gibt es den Wanderpokal, wer nicht älter als elf Jahre ist und die meisten Runden gelaufen ist, bekommt ebenfalls einen Pokal.
Angebote stark nachgefragt
Hinter dem Spaß steht ein ernster Hintergrund, in diesem Jahr noch ernster, denn die Finanzierung des Hauses der Familie ist nicht gesichert. Es muss sich zu einem großen Teil selbst finanzieren. Die mehr als 30 Angebote, die jedes Jahr tausende Menschen in Anspruch nehmen, werden wegen der Hilfsansuchen ständig erweitert. Die öffentlichen Mittel, die jährlich neu beantragt werden müssen, nehmen ab. Unter anderem gibt es 16.000 Euro vom Land, 5000 Euro zur Minderung der Armutsfolgen, knapp 13.000 Euro für die Flüchtlingshilfe, 6000 Euro steuert die Verbandsgemeinde bei.
Angeboten wird im Haus der Familie eine Mahlzeit für Menschen mit kleinem Geldbeutel, die frisch gekocht und zunehmend in Anspruch genommen wird. Es gibt Sprachunterricht für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, das Büro Lichtblick mit Hilfestellung für Menschen, die mit der finanziellen Planung überfordert sind. Kleiderkammer oder Möbellager sorgen für das Nötigste. Das sind nur einige Beispiele, die ohne rund 100 Ehrenamtliche nicht zu stemmen und schon gar nicht zu finanzieren wären. Leiterin der Einrichtung ist Helga Schreieck.
In einem Saal läuft gerade ein Alphabetisierungskurs, im zweiten ebenfalls ein Sprachkurs, in der Küche wird das Essen für rund 40 Gäste vorbereitet, während sie mit der RHEINPFALZ spricht. Zudem kommen täglich meist mehr als 20 Personen spontan zur Beratung zu Kerstin Ledtermann, weil sie mit Anträgen oder Schreiben von Ämtern nicht klarkommen. Ein normaler Tag im Haus der Familie, in dem viele Dinge gleichzeitig laufen.
„Seit ungefähr zwei Jahren ist der Zulauf größer, wir platzen aus allen Nähten mit Hilfeansuchen“, sagt Helga Schreieck. Die Not sei größer geworden, viel mehr Menschen kämen zur Beratung ins Lichtblick, Wohnungen würden gesucht, es gebe starken Zulauf bei der Mahlzeit. In der letzten Zeit kämen auch verstärkt Obdachlose, so Schreieck. Eine Situation, die sie auch persönlich belaste.
Finanzierung immer schwerer
„Die Finanzierung wird zunehmend schwieriger, die öffentlichen Mittel schrumpfen“, sagt Dekan Dietmar Zoller, der gerade eine Krisensitzung zu den Finanzen des Hauses abgehalten hat. Denn die Finanzierung in diesem Jahr ist nicht gesichert. „Wir beschäftigen im Haus der Familie zwei Vollzeitkräfte, eine Minijobberin, haben eine Stelle für ein freiwilliges soziales Jahr besetzt und eine Reinigungskraft“, zählt der Dekan auf. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund 150.000 Euro. „2024 gab es schon ein Defizit, in diesem Jahr werden es mehr als 50.000 Euro sein“, bilanziert Zoller. Es gebe in diesem Jahr sehr angestrengte Überlegungen, woher das Geld kommen soll. „Wir hangeln uns finanziell von Monat zu Monat und wissen noch nicht, ob wir im kommenden Jahr Angebote einstellen müssen“, sagt Dietmar Zoller.
Info
www.familie-bza@gmx.de, Spendenkonten: Sparkasse SÜW, IBAN: DE32 5485 0010 0000 0830 06, VR Bank SÜW Wasgau, IBAN: DE36 5489 1300 0000 0101 03, Verwendungszweck: Sponsorenlauf. Zwischen 11 Uhr und 14 Uhr ist die Innenstadt für den Verkehr gesperrt.