Schule Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden?
Pro
Von Elisia Ruiz
Hausaufgaben sollen helfen, den im Unterricht erlernten Stoff zu wiederholen und ihn so zu verinnerlichen. Es ist jedoch fraglich, ob sich dieser Effekt einstellt, wenn Schüler ihre Kreativität und Zeit lieber dazu nutzen, die Hausaufgaben zu umgehen. Noch bis vor ein paar Jahren mussten Schüler dafür immerhin etwas Aufwand betreiben: Abschreiben im Bus oder auf dem Schulhof war bei einigen gang und gäbe. In Zeiten des Internets und Künstlicher Intelligenz ist es sogar noch bequemer: Da reicht oft eine kurze Suche im Internet für die „selbst verfasste“ Kapitelzusammenfassung oder die richtige Lösung der Matheaufgaben. Stoffwiederholung? Fehlanzeige.
Hinzu kommt, dass nicht alle Schulkinder zu Hause die gleichen Voraussetzungen haben. So werden schwächere Schüler, denen auch die Eltern wenig bei den Hausaufgaben helfen können, automatisch stärker benachteiligt, müssen wesentlich länger an den Aufgaben sitzen und haben von den Stoffwiederholungsaufgaben weniger Nutzen als Kinder, die aus bildungsstärkeren Schichten kommen. So können Hausaufgaben auch dafür sorgen, dass Freizeit und Familienleben der Kinder zu kurz kommen. Das kann schon in jungen Jahren Stress und sogar Depressionen auslösen.
So wie Lehrpläne und Unterrichtsmethoden an den Zeitgeist angepasst werden, sollten sich auch Prüfungs-, Lern- und Stoffwiederholungsmethoden verändern dürfen. Statt Kinder nach der Schule noch Aufgaben zu geben, sollten sie in den Unterricht integriert werden. So könnten die Inhalte von der Lehrkraft kontrolliert und Fragen beantwortet werden. Ganz ohne Internet, Falschinformationen oder psychischen Druck.
Contra
Von Simone Schmidt
Wie sollen sich Vokabeln einprägen, wenn nicht beim Üben zu Hause? Hausaufgaben dienen der Selbstüberprüfung und dazu, Wissen zu verfestigen. Auch den Lehrkräften wiederum melden die Hausaufgaben-Ergebnisse zurück, wie erfolgreich ihr Unterricht war, ohne dass sofort Noten im Spiel sind. Voraussetzung ist natürlich, dass die Aufgaben kontrolliert werden. Mit den Hausaufgaben lernen die Schüler eigenständig zu arbeiten, sich Zeit einzuteilen und unterstützt durch die Pädagogen Lernstrategien zu entwickeln. Wer das lernt, lernt auch Selbstbewusstsein.
Gerade in Zeiten, in denen Schule an ihre Grenzen stößt, es an Lehrkräften mangelt, Unterricht ersatzlos ausfällt, und vor allem schwache Schüler beim Lernen hinterherhinken, kann auf das Instrument Hausaufgaben nicht verzichtet werden. Schule kann nicht alles leisten am Morgen. Wer jedoch eine Ganztagsschule besucht, sollte am Spätnachmittag frei haben.
Auch das Argument, spätestens mit Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) wie Chat GPT mache keiner ab der Grundschule mehr Hausaufgaben, kann nicht gelten. Getrickst wurde schon immer. Und wer sagt, dass Hausaufgaben stupide sein müssen? Experimente können dazu gehören, Gruppenarbeit, Diskussionsrunden oder sogar die KI – kritisch begleitet.
Die wichtigste Frage aber, unabhängig davon, ob es Hausaufgaben gibt oder nicht, ist eine ganz andere: Wie erfolgreich ist die pädagogische Arbeit, wie gern lernen die jungen Menschen? Werden sie gefordert, unterstützt und wissen am Ende mehr als nur Formeln, Vokabeln und historische Daten? Dann geht es um den Kern guter Bildungsarbeit. Darum sollte gestritten werden, nicht nur um Hausaufgaben. Von Simone Schmidt
Wie sollen sich Vokabeln einprägen, wenn nicht beim Üben zu Hause? Hausaufgaben dienen der Selbstüberprüfung und dazu, Wissen zu verfestigen. Auch den Lehrkräften wiederum melden die Hausaufgaben-Ergebnisse zurück, wie erfolgreich ihr Unterricht war, ohne dass sofort Noten im Spiel sind. Voraussetzung ist natürlich, dass die Aufgaben kontrolliert werden. Mit den Hausaufgaben lernen die Schüler eigenständig zu arbeiten, sich Zeit einzuteilen und unterstützt durch die Pädagogen Lernstrategien zu entwickeln. Wer das lernt, lernt auch Selbstbewusstsein.
Gerade in Zeiten, in denen Schule an ihre Grenzen stößt, es an Lehrkräften mangelt, Unterricht ersatzlos ausfällt, und vor allem schwache Schüler beim Lernen hinterherhinken, kann auf das Instrument Hausaufgaben nicht verzichtet werden. Schule kann nicht alles leisten am Morgen. Wer jedoch eine Ganztagsschule besucht, sollte am Spätnachmittag frei haben.
Auch das Argument, spätestens mit Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) wie Chat GPT mache keiner ab der Grundschule mehr Hausaufgaben, kann nicht gelten. Getrickst wurde schon immer. Und wer sagt, dass Hausaufgaben stupide sein müssen? Experimente können dazu gehören, Gruppenarbeit, Diskussionsrunden oder sogar die KI – kritisch begleitet.
Die wichtigste Frage aber, unabhängig davon, ob es Hausaufgaben gibt oder nicht, ist eine ganz andere: Wie erfolgreich ist die pädagogische Arbeit, wie gern lernen die jungen Menschen? Werden sie gefordert, unterstützt und wissen am Ende mehr als nur Formeln, Vokabeln und historische Daten? Dann geht es um den Kern guter Bildungsarbeit. Darum sollte gestritten werden, nicht nur um Hausaufgaben.
