Seen im Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Schweinswoog Eußerthal: Vom Klosterteich zum Anglerparadies

Dominik Hans ist mit seiner Fischzucht am Schweinswoog zu Hause.
Dominik Hans ist mit seiner Fischzucht am Schweinswoog zu Hause.

Idyllischer Angelweiher mit Geschichte: Schon die Mönche wussten den Schweinswoog in Eußerthal zu nutzen. Heute können dort Freizeitangler in ihre Fußstapfen treten.

Eußerthaler Forellen sind weit über die Region hinaus bekannt und beliebt – und das hat gute Gründe. Inmitten der naturbelassenen Landschaft des Pfälzerwaldes wachsen die Forellen in klaren Weihern auf, stehen für Genuss und Qualität. Einer dieser Weiher: Der Eußerthaler Schweinswoog. „Viele Leute kommen zur Erholung hier her. Der Schweinswoog bietet nicht nur eine Möglichkeit zum Angeln, sondern auch Freizeit- und Erholungswert.“ So beschreibt Dominik Hans, Inhaber der Forellenzucht Hans, sein Reich mitten im Pfälzerwald. 2010 erwarb der Fischzuchtmeister den Weiher – und versorgt die Menschen in und um Eußerthal seitdem mit Fischen. Der Weiher ist ein Ort, um die Pfalz zu erleben und die Natur zu genießen. Auch, wenn der Schweinswoog heute anders aussieht als früher: Heute ist er einer von 333 genutzten Woogen in der Pfalz. So werden hierzulande stehende Gewässer bezeichnet.

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Der Schweinswoog und die Mönche

Über die Geschichte des Schweinswoogs ist laut dem Inhaber nicht viel bekannt. Der Weiher in seiner heutigen Form sei in den 1960er-Jahren für die Fischerei künstlich errichtet worden. Der ursprüngliche Schweinswoog habe sich weiter vorne befunden, sei seit 1945 immer wieder neugestaltet und modernisiert worden. Dabei sei der Woog auch verrückt worden. Der historische Name der Gemarkung sei allerdings bis heute geblieben – Historiker vermuten laut Hans den Ursprung des Schweinswoogs bei den Mönchen.

Schon die frühen Zistserziensermönche sollen den Schweinswoog bewirtschaftetet haben.
Schon die frühen Zistserziensermönche sollen den Schweinswoog bewirtschaftetet haben.

Die kleine Gemeinde Eußerthal ist umgeben von Wald. Im Jahr 1150 seien den ansässigen Zisterziensermönchen Mitnutzungsrechte am Wald übertragen worden. Da der Verzehr von Fleisch den Zisterziensern nur in Ausnahmefällen und bei Krankheit gestattet war, habe sich früh eine ausgedehnte Fischzucht entwickelt, denn Fisch schloss die Regel nicht mit ein. Die Teichwirtschaft der Mönche sei aber erst im 16. Jahrhundert dokumentiert worden. ach Auflösung des Klosters seien die Teiche an Privatleute verpachtet worden, berichtet Hans. Auch heute noch liegt der Fokus auf Fischerei. Sogar ein eigenes Bruthaus für Fischlaich befindet sich auf dem Gelände.

Eußerthaler Forellen sind beliebt

Der Schweinswoog ist kein stilles Gewässer – durch den Weiher fließt der Eußerbach, der durch ein Ablaufwerk wieder entweicht. Dieses wird – passend zur Geschichte des Schweinswoogs – Mönch genannt. Familienvater Dominik Hans öffnet die Pforten zum Schweinswoog für Angelbegeisterte von März bis Dezember am Wochenende und an Feiertagen. Der Andrang sei groß. „Zwei Wochen bevor wir aufmachen, klingelt schon das Telefon und die Leute fragen, wann es endlich soweit ist“, freut sich Hans über den Zuspruch. Gäste müssten nur eigene Fischereigeräte mitbringen und könnten am Ende kaufen, was sie gefangen haben. Für ein Kilo Regenbogenforelle werden 10 Euro fällig. Zwischenzeitlich werde der Woog auch mit Karpfen besetzt. Im Dezember werde der Schweinswoog abgefischt und abgelassen. Durch den entstehenden Frost stürben gefährliche Bakterien und Viren ab. „Auch die Mönche haben das früher ganz sicher so gemacht“, betont Hans.

Ab Juni sollen hier ein Schlachthaus und ein Räucherraum betrieben werden.
Ab Juni sollen hier ein Schlachthaus und ein Räucherraum betrieben werden.

In Zukunft möchte sich der Fischzuchtmeister nicht allein auf das Angelgeschäft verlassen. 2023 starteten Bauarbeiten am Schweinswoog – im Juni will Hans das Gebäude fertigstellen, um dort Fisch zu verkaufen. Ein Schlachthaus, ein Räucherraum und ein Verkaufsraum seien fest eingeplant. Das Hauptgeschäft seines Betriebes sei, das Jahr über Gastronomien zu beliefern. „Die einen wollen Filet, die anderen geräucherten Fisch. Die nächsten dann geräuchertes Filet. Das ist schon viel Arbeit“, sagt Hans. Derzeit fehle ihm das Personal – er sei ein Einmannbetrieb. Auch deswegen wolle er sein Geschäft am Eußerthaler Angelweiher ausbauen. Zudem sei er im gesamten Gebiet der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd der einzige Ausbildungsbetrieb für Fischzucht. Hans hofft auf baldige Verstärkung. Auch wenn er weiß, dass nicht jeder für so einen Knochenjob in freier Natur gemacht ist: „Man muss es halt wollen. Es wird viel draußen und körperlich gearbeitet, man muss dann auch mal zur Schaufel greifen.“ Der Schweinswoog in Eußerthal ist definitv ein Ort, an dem das leichter fallen könnte. Der Eußerthal Rundweg 3 führt einmal um die Gemeinde – unter anderem an der Klosterkirche und am Sanatorium vorbei.

Info

Der Weiher liegt 15 Minuten von Landau entfernt. Einzelpersonen, aber auch Firmen und Vereine können sich am See einmieten. Von März bis Dezember ist der Schweinswoog samstags, sonntags und an Feiertagen von acht bis 16 Uhr geöffnet.

Kontakt: angelweiher-eusserthal.de, Telefon: 0176 63428073.

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