Seen im Pfälzerwald
Schwanenweiher Bad Bergzabern: Zwischen kuriosen Geschichten und Erholung
Ein Schwan, der Autofahrern hinterherjagt und Besucher verschreckt. Was beim ersten Hören schon kurios klingt, war in Bad Bergzabern lange Realität. Am Westende des Kurparks befindet sich der Schwanenweiher, der seinen Namen dem eleganten Wasservogel zu verdanken hat. Doch auch ohne Schwan ist der Woog definitiv einen Besuch wert.
Bereits in den 1920er-Jahren wurde dort ein Damm aufgeschüttet und der Stauweiher künstlich errichtet. Damals lediglich als Teil des Hochwasserschutzkonzeptes gedacht, ist der Schwanenweiher heute ein zentraler Bestandteil der touristischen Infrastruktur Bad Bergzaberns. Mit Beginn des Frühlings besuchen Jogger und Gäste aus dem angrenzenden Klinikum den Woog – Stadtbürgermeister Hermann Augspurger ist ebenfalls gerne am Schwanenweiher. „Der Weiher lädt immer zu einer kleinen Spazierrunde ein. Durch die ebenen Wege ist die Runde auch schön für Menschen, die nicht laufen können oder Schwierigkeiten damit haben.“
Der Schwanenweiher und seine Geschichten
Schwierigkeiten hätten vor einiger Zeit auch andere Besucher am Weiher gehabt. Der vorletzte Schwan sei sehr besitzergreifend gewesen und habe Fremden während seiner Spaziergänge auf der angrenzenden Bundesstraße oft einen Schrecken bereitet. Doch das ist nicht die einzige Geschichte, die der Schwanenweiher schreibt. Um 1950 habe ein französischer Soldat seinen Jeep im Weiher versenkt – das Fahrzeug habe man mittlerweile entfernt. Ebenfalls in den 1950er-Jahren sei auf dem Festplatz vor dem Hotel Seeblick das sogenannte „Böhämmerfest“ gefeiert worden. Als Böhämmer werden in der Südpfalz Bergfinken bezeichnet. Die Böhämmerjagd hatte in Bad Bergzabern eine jahrhundertelange Tradition. Anschließend habe man das Fest auf die Hütte am Berg verlegt. „Es gab auch mal die Idee der Gastronomen, ein kleines Seefest zu veranstalten, aber das ist nicht zustande gekommen“, erklärt Augspurger. Werden heute keine Feste mehr am Schwanenweiher veranstaltet, so lädt ein Kiosk mit Terrasse dennoch zum Verweilen ein. „Durch die Verdunstung im Sommer gibt es dann auch einen schönen Kühlungseffekt.“
Dieser kommt auch den Tieren im Schwanenweiher zugute. Gespeist vom Erlenbach, hätten sich im Laufe der Zeit einige Arten angesammelt. Unter anderem entflohene Forellen und zählen zu den Bewohnern des Weihers – Hermann Augspurger beschreibt das Gewässer schmunzelnd als „Sammelbecken. Jeder, der einen Fisch übrig hat, wirft ihn rein.“ Heute könne man überwiegend Karpfen im Schwanenweiher finden. Schwäne sind dort heute allerdings nicht mehr zu Hause. Auch für Besucher ist das Leben auf dem Wasser attraktiv – schon immer habe es Paddler und Ruderer auf den Weiher gezogen, wenn auch früher deutlich öfter. „Baden im Schwanenweiher ist nicht explizit verboten, da kommt aber keiner auf die Idee“, sagt Bad Bergzaberns Stadtbürgermeister. Früher habe man dank kalter Winter auf dem See Eislaufen können. Mehrere flache, kleine Weiher im Umfeld des Schwanenweihers seien geflutet worden, um Eis zum Kühlen für die umliegenden Brauereien herzustellen. Beides sei aufgrund des Klimas schon lange nicht mehr möglich.
Gewappnet für die Zukunft am Schwanenweiher
Die letzten Sommer sind laut Augspurger sogar so heiß gewesen, dass kurzfristig die Gefahr des Umkippens des Schwanenweihers bestand. Die Feuerwehr habe das Gewässer mehrfach ausgepumpt. Auch der anliegende ASV habe das Wasser bereits zweimal abgelassen, um den Fischbestand zu korrigieren. Seit zwei bis drei Jahren laufe nun ganzjährig ein Belüftungsgerät im Schwanenweiher. Seitdem habe man die Lage im Griff. „Früher war es auch problematisch, dass die Gäste unsere Enten gefüttert haben. Dann war der ganze Weiher voller Brot. Das hat zum Glück nachgelassen“, betont Augspurger. Vor Jahren habe es mal einen Fischreiher in Bad Bergzabern gegeben, ansonsten sei das steile Gelände um den Weiher nicht attraktiv für Vögel.
Über die angrenzende Bundesstraße ist der Weiher gut zu erreichen. Für viele ist er daher Ausgangspunkt für Wanderungen im Pfälzerwald, zum Beispiel hoch zum Bismarckturm. „Das ändert sich vielleicht mit der Fertigstellung des Tunnels und der Umgehungsstraße. Dann gibt es hier deutlich mehr Naherholungswert“, sagt Augspurger. Dennoch: Auch jetzt schon ist der Schwanenweiher in Bad Bergzabern definitiv einen Besuch wert und lädt zum Verweilen in der Sonne ein. Gleich mehrere Wanderwege führen Naturfreunde am See vorbei. Hier geht es zu unseren Wandertipps.
