Kreis Südliche Weinstraße
SÜW: Anbieter RMT spricht mit Ortschefs über Telefonausfälle und Co.

„Wir lassen uns nicht entmutigen. Wir wollen bei Ihnen bleiben und dem ländlichen Raum Glasfaser anbieten“, war das Fazit von Rolf Tresch, Firmeneigner von RMT, nach einem mehr als zweistündigen Treffen mit Ortsbürgermeistern aus den Kreisen SÜW, Germersheim und Südwestpfalz am Sonntagabend.
Pleiten, Pech und Pannen waren die Themen des Abends. Am Ende äußerten alle den Wunsch, RMT möge weitermachen, damit die Gemeinden möglichst schnell an ein Glasfasernetz angeschlossen werden.
Internet und Telefon
Aufregerthema waren das Internet und die Telefonie in Oberotterbach, Pleisweiler-Oberhofen und Kapellen-Drusweiler. Vier Wochen lang hatten die rund 150 Kunden von Provider Lyte, einer Tochterfirma von RMT, kein Internet und kein Telefon. Seit dem 1. August funktioniert das Internet, die Telefonanschlüsse funktionieren aber nicht. Der ehemalige Partner, die Firma NX4 networks aus Erlenbach, habe die Netzzentralen und die Hausanschlüsse fehlerhaft ausgebaut, man habe die Zusammenarbeit beendet, so Tresch. Entstanden sei für RMT ein Schaden von bis zu 70.000 Euro. „Die Rufnummern sind im Besitz von NX4. Wann wir sie schalten können, weiß ich nicht“, informierte Tresch.
„Ich bekomme seit dem 29. Juli Portierungsformulare von den Telefonkunden“, sagt Jens Winter, Geschäftsführer von NX4, auf Nachfrage der RHEINPFALZ. So weit er wisse, hätten die Kunden die Formulare am 26. Juli bekommen. Wenn er die Erlaubnis der Kunden habe, die Telefonnummern zu portieren, also weiterzugeben, passiere dies von einem auf den anderen Tag. Die Formulare verschicke die Firma Macrogate in der Schweiz, allerdings enthielten die meisten fehlerhafte Daten der Kunden, die korrigiert werden müssten, so Winter. Stand Montag sind von ihm nach Eingang von rund 70 Formularen die Rufnummern von 30 Kunden freigegeben worden. „Wichtig ist, dass jeder Kunde die Formulare umgehend an Lyte schickt, damit wir die Nummern dann umtragen können.“
Die Bauarbeiten
Derzeit sei RMT dabei, die Baumängel im Tiefbau und bei den Hausinstallationen zu korrigieren, so Tresch. RMT hat eine eigene Baufirma mit derzeit 18 Arbeitern und Sitz in Oberotterbach. „Die Baufirmen wollen viel Geld verdienen. Wenn ein Schweizer kommt, wird das Angebot höher, da fühle ich mich ausgenutzt“, sagte Tresch. So sei er von einer Baufirma um 120.000 Euro Vorausleistung gebracht worden. Er kündigte an, dass die Schäden bis Ende des Jahres behoben seien und man dann in Dörrenbach mit dem Ausbau beginnen wolle. Einen kompetenten Partner habe man jetzt in der Pfalzkom gefunden. Die Pfalzkom ist ein nternet-Provider und eine Tochterfirma der Pfalzwerke.
Die neue Trasse
„Es gab sicher Fehler unsererseits“, gab Tresch zum Bau der neuen 16 Kilometer langen Trasse nach Kandel zu. Da die alte Leitung wegen der Beendigung der Zusammenarbeit mit NX4 nicht mehr habe genutzt werden können, habe man in kürzester Zeit die neue Trasse gepflügt. Dass dies unter anderem in Dierbach ohne Genehmigung geschah, führte Ortsbürgermeister Manfred Huckle aus (wir berichteten). Auch Bürgermeister Hermann Bohrer bestätigte, dass der VG-Verwaltung ein Antrag nach dem Telekommunikationsgesetz für eine Verlegung der Leitung in Oberhausen, Barbelroth und Dierbach bis heute nicht vorliege.
Straftaten
Rolf Tresch berichtete, dass Anfang April ein Glasfaserkabel von RMT in Oberotterbach durchtrennt worden sei. Am 22. und 24. Juli seien Mitarbeiter seiner Baufirma beim Bau der neuen Trasse massiv bedroht worden, unter anderem mit der Ankündigung, Baumaschinen anzuzünden. Am 31. Juli sei ein Kühlaggregat aus dem Container in Oberotterbach gestohlen worden. Auch Hass-E-Mails seien bei ihm eingegangen. Auf Anfrage bestätigt die Polizeiinspektion Bad Bergzabern, dass zum Diebstahl des Aggregats Anzeige erstattet worden sei.