Kreis Südliche Weinstraße
Offenbach: Behörde soll Michelin-Erweiterung in Bornheim prüfen dürfen

Darf Michelin auf Bornheimer Gemarkung sein Lager erweitern? Der Verbandsgemeinderat Offenbach hat sich am Dienstag bei 18 Ja-, drei Neinstimmen und zwei Enthaltungen dafür ausgesprochen, ein Zielabweichungsverfahren bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd zu beantragen. Dann darf die Behörde prüfen, ob die Erweiterung möglich wäre.
Wie berichtet, hat sich der Gemeinderat Bornheim dafür ausgesprochen, die Erweiterung von der SGD prüfen zu lassen. Michelin will sein Lager auf einer Fläche von 6,3 Hektar erweitern. Bürgermeister Axel Wassyl (parteilos) sagte, die Eingriffe in die Natur wären ökologisch betrachtet überschaubar. Wichtig sei aber vor allem der Erhalt der schon vorhandenen 300 Arbeitsplätze. „Wir wollen den bestehenden Betrieben in der Verbandsgemeinde mit unserer Entscheidung auch vermitteln, dass wir gesamtwirtschaftlich denken und damit nicht an Gemeindegrenzen haltmachen, wenn es um Entwicklungsmöglichkeiten geht“, betonte Wassyl. Naturschützer sehen das allerdings ganz anders. Das Gebiet liegt nämlich in einem Naturschutzareal.
Auch der FWG-Fraktionsvorsitzende Kuno Volz sieht bei der Michelin-Erweiterung Probleme. Durch das Projekt könnte es Pfälzer Firmen verwehrt bleiben, sich in Bornheim anzusiedeln oder dort zu erweitern. „Wir als FWG lehnen den Antrag ab. Das Gebiet ist aus unserer Sicht ökologisch wertvoll. Wenn von 63.000 Quadratmetern Land 40.000 versiegelt werden, ist das nicht hinnehmbar“, sagte Volz. Bornheims Ortsbürgermeister Karl Keilen (CDU) sagte, er habe mit ortsansässigen Firmen gesprochen. Diese hätten mitgeteilt, nicht erweitern oder umsiedeln zu wollen. „Eine erste Prüfung hat auch ergeben, dass es im betroffenen Gebiet keine schützenswerten Tier- oder Pflanzenarten gibt.“
Für den Neubau des Rathauses in Offenbach wird die Verbandsgemeinde einen Kredit von maximal 4,23 Millionen Euro aufnehmen. Für den Neubau hat das Gremium auch verschiedene Aufträge vergeben. Den Einbau einer Aufzugsanlage übernimmt die Firma Haushahn, Karlsruhe, zum Angebotspreis von rund 41.300 Euro. Die Energie Südwest, Landau, baut die Hausanschlüsse für rund 37.700 Euro. Den Wasseranschluss stellen die Gruppenwasserwerke Bornheim für rund 2600 Euro her. Die Gerüstarbeiten übernimmt die Firma Burkart aus Rheinstetten für rund 24.000 Euro.
Für Zusatzarbeiten an der Elektrotechnik im Zuge der Beckensanierung des Queichtalbads war ein Nachtragsangebot erforderlich. Die Firma Landwehr aus Schöppenstedt in Niedersachsen wurde vom Rat für rund 118.000 Euro beauftragt. Die Firma Stufenlos aus Karlsruhe baut im Queichtalbad einen Rollstuhllift für knapp 18.000 ein.