Kreis Südliche Weinstraße Oberotterbach: Restaurant Schlössl überzeugt Gourmet-Kenner
Lebensmittel in einen Gaumen- und Augenschmaus zu verwandeln: Das ist die Kochkunst im Restaurant Schlössl in Oberotterbach, das von Erfolg zu Erfolg eilt. Gourmet-Kenner sind hin und weg.
„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr wieder mit so vielen Punkten ausgezeichnet wurden und zu den fünf besten Restaurants der Pfalz gehören“, sagt die Chefin des Schlössl in Oberotterbach, Margit Düppre. „Ich will morgen besser sein als heute“, lautet das Motto des Chefs der Küche, Christian Oberhofer, der mit Kreativität und Leidenschaft maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat. Mit jeweils 16 Punkten haben die Restaurantführer Michelin und Gault Millau das Gourmet-Restaurant bewertet, für den „Feinschmecker“, einem internationalen Gourmet-Magazin, gehört das Schlössl zu den Top Fünf der Pfalz. Kein Grund für den erst 34-jährigen Koch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Immer besser werden, ist seine Devise. „Ich habe die Aromen im Kopf, dann setze ich sie wie bei einem Puzzle zusammen“, schildert er die Entstehung seiner außergewöhnlichen Ideen, Lebensmittel in einen Augen- und Gaumenschmaus zu verwandeln.
Allerlei Köstlichkeiten
Auf der Karte angeboten werden immer zwei Menüs mit je sieben Gängen, die kombinierbar sind. Derzeit sind das unter anderem Kaisergranat, ein Krustentier, und Zerbinati Jolly, eine Melone aus Italien, die unter anderem als Mousse, Schaum oder mariniert zu einem kleinen Kunstwerk angerichtet werden. Bei einem der Desserts trifft sich Ziegenkäse mit Kürbis, Riesling und Rosenfond in unterschiedlichen Konsistenzen. Die Rosenblätter, wie auch viele Kräuter, stammen aus dem Garten des Restaurants und Hotels, einem Barock-Anwesen, das 1740 erbaut wurde und 2013 nach jahrelanger Restauration seine Türen geöffnet hat. Das Brot für die Gäste wird selbst gebacken und in Schalen mit warmen Getreidekörnern serviert. Schwarzer Basalt, Pflastersteine oder mit Linsen gefüllte Petrischalen sind ebenfalls Hingucker bei der Präsentation der allesamt aufwendig und zeitintensiv zubereiteten Gerichte.
Chefin denkt über Erweiterung nach
Christian Oberhofer lässt sich trotz der Fragen der RHEINPFALZ nicht aus dem Konzept bringen. Auf dem Teller mit butterzartem Rehrücken muss alles ganz genau stimmen. Die Selleriemousseline mit Röstzwiebelcreme, das Pfefferkirschchutney mit Verbene, die in Portwein geschmorten und angebratenen Perlzwiebeln. Und zum Schluss ein zarter Schaum, unter anderem aus Himbeeressig. Das Bild des Finales eines Gerichtes, das oft tagelang vorbereitet wird, hat der Koch immer im Kopf. „Christian gibt wirklich alles für unsere gehobene Gastronomie“, ist das von Herzen kommende Lob von Chefin Margit Düppre. Viele Gäste kämen wegen des Gourmet-Restaurants von weit her, viele Gäste aus der Region seien überrascht, dass es im Schlössl eine gehobene Gastronomie gebe, sagt sie. Oder dass man im großen Gewölbekeller des Barockgebäudes Hochzeiten feiern könne. „Kürzlich hatten wir ein Paar aus Wien, das hat in unserem barock gestalteten Garten an einer langen Tafel eine italienische Hochzeit gefeiert“, erzählt sie. An solchen Tagen ist das Restaurant geschlossen – und Christian Oberhofer mehr als gefordert. Aber er kam nicht ohne Erfahrungen ins Schlössl. Er hat unter anderem im Palazzo von Eckhart Witzigmann in Heidelberg, im zwei Sterne Haus „Süllberg“ in Hamburg und im „Colon“ auf Mallorca gekocht. Gehobene Gastronomie ist das Angebot im Gourmet-Restaurant, für das man Zeit mitbringen sollte. „Gudd gess“ das Motto und der Name des zweiten Restaurants im Haus mit regionaler und mediterraner Küche. Hier stehen unter anderem „Pälzer Fläschknepp“, Steak, Fisch, Rindercarpaccio oder Vitello Tonnato auf der Karte. „Wir denken derzeit wegen der Nachfrage über eine Erweiterung des Zimmerangebots nach“, sagt die Chefin, die sich mit ihrer Schwester Inge Fischer die Geschäftsführung teilt. Dazu gehören auch Ausstellungen im Hotel, meist von regionalen Künstlern. Info www.schloessl-suedpfalz.de