Kommentar
Neuregelung zu Schulbücher-Bestellung ist Humbug
Aus einer einfachen Angelegenheit wird eine total komplizierte Geschichte: Selbst die Bestellung von Schulbüchern werden künftig nach einer öffentlichen Ausschreibung abgewickelt. In der Theorie klingt es nachvollziehbar, die Chancengleichheit für teilnehmende Buch- und Schreibwarenhändler zu erhöhen. In der Praxis ist das irrsinnig. Es kommt vielmehr einer Beschäftigungstherapie für die Verwaltungen gleich. Und das, obwohl sie nicht selten wegen der Vorgaben vonseiten des Landes, des Bundes oder der EU stöhnen. Für sie bedeutet das neue Prozedere ein Mehraufwand. Außerdem kann es zur skurrilen Situation kommen, dass sie Lose ziehen müssen, um den Auftrag erteilen zu können. Denn wegen der Buchpreisbindung werden sich die Angebote der Händler wohl kaum unterscheiden. Vielmehr wird Gefahr gelaufen, dass ein Unternehmer aus Bayern oder Baden-Württemberg Mathe- und Deutschbücher in die Südpfalz liefert und der lokale Buchhändler leer ausgeht.
