Pleisweiler-Oberhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Rücktritt: Gruschinski kritisiert VG-Verwaltung

Roland Gruschinski ist die Querelen rund um den Kita-Umbau leid.
Roland Gruschinski ist die Querelen rund um den Kita-Umbau leid.

Es war das berühmte Tüpfelchen auf dem i. „Es reicht“, sagt Roland Gruschinski, der am Mittwoch offiziell als Ortsbürgermeister zurückgetreten ist. Ausschlaggebend war das Verhalten der Verbandsgemeindeverwaltung, die er heftig kritisiert.

„Leicht ist es mir nicht gefallen“, sagt Roland Gruschinski zu seiner Entscheidung, nach zehn Jahren als Ortsbürgermeister zurückzutreten. Zumal im Rat inzwischen ausschließlich die Wählergruppe Gruschinski vertreten ist, nachdem die SPD-Fraktion Mitte 2022 ihre Mandate niedergelegt hat.

Angefangen hat sein Ärger mit der Ankündigung des Landes, dass die Förderung von 60.000 Euro für den Umbau der Kita Waldgeister entzogen werden soll. Dasselbe vom Kreis, der einen Zuschuss von 140.000 Euro gewährt hatte, der jetzt ebenfalls auf der Kippe steht. Warum? Weil sich der Baubeginn verzögert hat. Die Baumaßnahme sollte eigentlich Ende diesen Monats bereits beendet sein. „Allein die Baugenehmigung vom Kreis hat 13 Monate gedauert, dann ist unser Statiker verstorben und ein neues Heizungskonzept musste erstellt werden“, nennt Gruschinski nur wenige Gründe für die Verzögerung des Baus. Pleisweiler-Oberhofen sei eine der ersten Gemeinden gewesen, die noch vor Inkrafttreten des Kita-Zukunftsgesetzes ihre Einrichtung den neuen Vorschriften habe anpassen wollen, sagt Gruschinski. Die Verzögerungen seien dem Land und dem Kreis auch immer mitgeteilt worden.

Klage über fehlende Informationen von der Verwaltung

Alarmiert von der Gefährdung der Zuschüsse mit Schreiben vom 4. Mai, die auch beinhaltet, dass keine Ausschreibungen für die Arbeiten abgeschickt werden können, wendet er sich an die Verbandsgemeindeverwaltung, die ihm vage mitteilt, dass vielleicht ein anderer Topf zur Verfügung stünde. Was er dann am 8. Mai erlebt, kann er bis heute nicht glauben. „Ich bin mit einer Kita-Mitarbeiterin zufällig an diesem Tag zur Verwaltung gefahren, um Kita-interne Dinge zu klären“, erzählt Gruschinski. Auf dem Parkplatz habe er das Auto des Architekten gesehen, der den Umbau plant. „Ich habe gedacht, es geht um die Belüftungsanlage, bin in den Besprechungsraum und habe nachgefragt“, sagt Gruschinski. Der Architekt sei dort mit Mitarbeitern der Verwaltung gesessen und man habe ihm lediglich gesagt, es gehe nicht um die Belüftungsanlage. „Ich wurde auch danach nicht informiert“, sagt Gruschinski, der es ungeheuerlich findet, dass er als Ortsbürgermeister zu dieser Besprechung nicht eingeladen war – in der es um die Zuschüsse ging.

„Vier Wochen ist dann nichts passiert, als würde Zeit keine Rolle spielen, und obwohl ich mehrmals geschrieben habe, dass ich ein Ergebnisprotokoll dieser Sitzung möchte“, schimpft Gruschinski. Bisher gebe es keine schriftlichen Unterlagen, wie es mit den Zuschüssen weitergehe. „Und die Verwaltung behauptet, nichts falsch gemacht zu haben“, sagt Gruschinski.

Beigeordneter übernimmt zunächst Amtsgeschäfte

Er sei auch nicht grundsätzlich mit der Verbandsgemeindeverwaltung unzufrieden, aber „an manchen Ecken hapere es gewaltig“. „Wenn ich da mit einer Frage reingehe, komme ich mit drei Fragen wieder raus“, schildert er seine Erfahrungen. Eine Verwaltung müsse für die Ortsgemeinden arbeiten und nicht umgekehrt, ist seine Überzeugung. Dass Fehler passieren, sei menschlich, aber dann müsse man sie korrigieren.

Der Kita-Umbau, für den eine Million Euro jetzt nicht mehr reicht, ist seit dieser Woche nicht mehr seine Sache, auch wenn ihm die Kita sehr am Herzen liege, wie er sagt. Für den Umbau hat er harte Auseinandersetzungen mit dem Sportverein riskiert, weil die Kinder seit 2021 im Vereinsheim in der Nonnensuselhalle untergebracht sind. Veranstaltungen der Gemeinde wie Fasching oder Seniorennachmittage können nicht mehr in der Halle stattfinden, weil sie bis zum Neubau für den Kita-Betrieb gebraucht wird.

Der jetzt ehemalige Ortsbürgermeister erinnert sich an viele Dinge, die er durchgefochten hat. Für das Maxx-Ticket für Schüler, die weniger als vier Kilometer von der Schule entfernt wohnen, hat er bis zum Verwaltungsgericht geklagt. Ohne Erfolg. Als er 2020 massive Drohungen von einem anonymen Schreiber bekommen hat, dachte er nicht daran, aufzugeben. Auch beim nicht unkomplizierten Breitbandausbau. Weil auch viele Dinge wie Feste oder gemeinschaftliche Aktionen in der Gemeinde Spaß gemacht haben, sagt er. Kommissarisch wird jetzt der erste Beigeordnete Michael Spiegel die Amtsgeschäfte übernehmen.

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