Kreis Südliche Weinstraße Mehr Geld für Ferienangebote

Eine Holzbank bauen: Thema bei einer Kinderferienwoche in Böbingen im September 2015.
Eine Holzbank bauen: Thema bei einer Kinderferienwoche in Böbingen im September 2015.

Der Hintergrund ist einfach: Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Familien vor allem in den Ferienzeiten immer schwieriger. In der Regel reichen den Eltern ihre Urlaubstage nicht aus, um die Ferien der Kids abzudecken, sagte Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) in der Sitzung. Seit vergangenem Jahr stellt das Land dem Kreis für Angebote zusätzliches Geld (19.300 Euro) zur Verfügung, in diesem Jahr wurde die Summe auf 26.000 Euro erhöht. Ebenfalls 19.300 Euro macht der Kreis SÜW locker. Davon werden die Betreuung durch Jugendpfleger in den Verbandsgemeinden sowie Angebote der Freien Träger bezuschusst. Dank der Kreisrichtlinien stehen 45.000 Euro zur Verfügung. Schwerpunkte der geförderten Maßnahmen sind neben den Kinderferienwochen Projekte der sozialen und politischen Bildung sowie der Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Bisher betrug der Pro-Kopf-Satz einen Euro pro Tag. Nun wurde er auf Beschluss des Kreistags auf drei Euro erhöht. Auch mit Blick darauf, dass sich Vereine und Verbände mit diesem Anreiz neue Angebote einfallen lassen. Um auch kleinen Vereinen die Teilnahme an der Förderung zu ermöglichen, wird die Mindesteilnehmerzahl von 15 auf fünf Kinder reduziert. Auch das soll zu einer Erweiterung der Angebotspalette im Kreis beitragen. Die Mindestzeit wurde – im Interesse von Kleinkindern – von sieben auf sechs Stunden pro Tag heruntergeschraubt. Nach dem Wechsel von Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) auf Dietmar Seefeldt (CDU) im Oktober wurde die Satzung für den Seniorenbeirat überarbeitet und nun vom Kreisgremium abgesegnet. Demnach vertritt die Interessenvertretung Menschen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben oder sich im Vorruhestand befinden. Der Seniorenbeirat berät die Organe des Landkreises. Er soll Anregungen und Empfehlungen an Behörden, Verbände und Organisationen geben. Die gewählten Spitzenvertreter sind berechtigt, an Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse „mit beratender Stimme“ teilzunehmen und Stellung zu Seniorenthemen zu beziehen. Der Seniorenbeirat hat maximal 25 Mitglieder. „Die Mitglieder üben ihr Ehrenamt frei, unabhängig, parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden aus. Sie sind weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden“, heißt es in der Satzung, die nach Angaben des Landrats erst nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2019 in Kraft tritt. Im Beirat mitarbeiten können aber auch Leute, die noch nicht zum Kreis der Senioren gehören. Als Stimme der Drei-Länder-Region Schweiz, Frankreich und Deutschland stellte Theo Kautzmann den Oberrheinrat vor. Zum dritten Mal hat der frühere Geschäftsführer des Vereins SÜW das Amt des Präsidenten inne und nun über die neuen Entwicklungen berichtet. Neben der Lösung von Verkehrproblemen gehe es um grenzüberschreitende Initiativen in Sachen Bildung und Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Ansatz sei die zweisprachige Erziehung. Neben der Metropolregion Rhein-Neckar gewinne der Oberrhein immer mehr an Bedeutung. Von rund sechs Millionen Einwohnern werde inzwischen ein Bruttosozialprodukt erwirtschaftet, das dem von Dänemark entspreche. Alarmierend sei aber die Jugendarbeitslosigkeit im Elsass von zehn bis 15 Prozent. Bemerkenswert fand Kautzmann, dass es immer mehr Schweizer zum Urlaub in unsere Region ziehe. CDU-Kreistagsmitglied Matthias Ackermann plädierte für eine verstärkte Sprachförderung in Kitas. Es sei allerdings schwierig, Leute zu finden, die den Unterricht halten, gab Kautzmann zu bedenken. Ackermann bedauerte, dass ein Schweigener am Wochenende seine Medikamente nicht in einer Apotheke im nahen Weißenburg bekomme, sondern den weiten Weg bis nach Albersweiler in Kauf nehmen müsse. Auch bei der Beantragung von Interreg-Kleinprojekten gebe es noch zu viele bürokratische Hindernisse. Die Verfahren müssten einfacher werden.

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