Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Liebe zur Pfalz: Wie Apache 207 zu seinem eigenen Wein gekommen ist

Rapper und Pfälzer: Apache207 (mitte) bei seiner Weinparty im Mai.
Rapper und Pfälzer: Apache207 (mitte) bei seiner Weinparty im Mai.

Die Liebe zur Heimat mit der eigenen Kunst verbinden. Der Deutschrapper Apache 207 hat zusammen mit dem Maikammerer Weingut Faubel eine Cuvée entwickelt, die die Pfälzer Lebensfreude symbolisieren soll. Doch wie kam es überhaupt dazu?

Spätestens seit 2019 kennt ihn in Deutschland jeder, der sich für Deutsche Rapmusik interessiert: Apache 207. Mit seinem Song „Roller“ hat sich der 24-Jährige, der eigentlich Volkan Yaman heißt, einen Namen gemacht und diverse Rekorde gebrochen. Mehr als 31 Wochen stand der Song in den Top Ten der Deutschen Singlecharts, hat mehrere Millionen Aufrufe bei Youtube und Spotify und war zwei Jahre in Folge der erfolgreichste deutschsprachige Song eines Gema-Mitglieds.

Jetzt hat sich der Künstler einem neuen Projekt gewidmet und dafür auch mal seine Vespa stehen lassen. Zusammen mit dem Weingut Faubel aus Maikammer ist Apache unter die Winzer gegangen. „Too sad to Disco“ – zu Deutsch: „Zu traurig für Disco“ heißt die Cuvée aus Riesling und Sauvignon blanc, die bei der Zusammenarbeit entstanden ist. Bei einer exklusiven Party hatte der Ludwigshafener den Wein Ende Mai auch vorgestellt.

Jugend von Weinfesten geprägt

Johannes Götz (rechts) stellt bei der Weinparty die Cuvée „Too sad to Disco“ vor.
Johannes Götz (rechts) stellt bei der Weinparty die Cuvée »Too sad to Disco« vor.

Wie es dazu kam, dass gerade ein junger Rapper aus Ludwigshafen sich an das Thema Wein herantraut, erklärt sein Musiklabel und Management „Feder-Musik“ mit Sitz in Ludwigshafen im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Johannes Götz, einer der Geschäftsführer und enger Freund des Künstlers, erzählt , wieso Apache und sein Team so eine enge Bindung zum Pfälzer Wein haben: „Wir waren früher in unserer Jugend immer auf Weinfesten. Das hat uns natürlich geprägt.“ Apache habe schon lange Lust gehabt, einen eigenen Wein zu machen. Für sich, seine Freunde und um seine Verbundenheit zur Pfalz zu zeigen. Nicht umsonst zieren mehrere Tattoos mit Bezug auf die Pfalz – und besonders Ludwigshafen – den Körper des Rappers.

Götz ist aus früheren Zeiten vor allem im Gedächtnis geblieben, dass es immer die Diskussion darüber gegeben habe, welcher Wein der beste sei. Auf der Eröffnungsparty im Mai sagte er, dass man sich in der Gruppe nie habe entscheiden können. Da lag die Lösung praktisch auf der Hand, einfach einen eigenen Wein zu kreieren, der allen schmeckt. Doch nicht nur das. „Der Wein inklusive aller Bestandteile trägt die klare Handschrift von Apache. Insofern zeigt es natürlich auch eine Facette seiner Persönlichkeit.“ Trotzdem sei der Wein von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt gewesen, betont Götz. Schließlich, so der Manager, sollte der Wein auch die Freundschaft des Teams widerspiegeln.

Rapper in der Lebensmittelbranche?

Bereits Ende 2020 habe das Projekt dann Fahrt aufgenommen. Mit über zehn Weingütern waren das Musiklabel und der Künstler im Vorfeld ins Gespräch gegangen. Gepasst habe es schließlich mit einem Winzer aus Maikammer. „Am Ende war es eine Sympathie-Frage. Mit dem Weingut Faubel hat die Balance zwischen Arbeit und Spaß gepasst. Hier wurde unsere Vision vom Projekt am besten verstanden“, erinnert sich Götz. In mehreren Treffen habe man den für das Team und den Künstler „perfekten“ Wein ausgetüftelt. Götz: „Es war auch eine Sache des Freundeskreises. Ein Gemeinschaftsprojekt. Es waren Freunde, die sich getroffen und Wein probiert haben.“

Doch wieso geht ein Rapper überhaupt in die Lebensmittelbranche? Denn Apache 207 ist bei Weitem nicht der Erste und auch nicht der Einzige, der einem Getränk seinen Namen aufdruckt. Rapper wie Capital Bra, Shirin David oder auch Sido haben in den vergangenen Jahren Produkte wie Eistee, Wodka oder sogar Tiefkühlpizza auf den Markt gebracht. Ist das heutzutage ein Muss für junge Künstler? „Nein“, sagt der Leiter von „Feder-Musik“, Johannes Götz. Er denkt viel eher, dass die Fans diese Entwicklung vorangetrieben haben.

„Ich glaube, das Interesse der Fans ist aktuell einfach da. Und wenn von der Fanseite Interesse (für solche Produkte) besteht und die eigene Motivation dafür auch da ist, ist das doch eine Win-Win-Situation. Es ist aber definitiv kein Muss.“

So richtig auf den kommerziellen Lebensmittel-Zug aufgesprungen ist Apache mit seinem Wein dann aber doch nicht. Schließlich gab es die Cuvée bisher nur bei der bereits erwähnten Weinparty Ende Mai auf dem Weingut Faubel. Das soll sich, laut Götz, jedoch bald ändern. Fans können den Wein bei den Konzerten der anstehenden Tour kaufen. Diese startet nach zwei Jahren Corona-Zwangspause ab August.

Region unterstützen

Von einem Produkt für die Supermarktregale sehen sowohl das Team als auch der Künstler selbst momentan eher ab. „Das Projekt soll Signale setzen und die Kultur der Pfalz unterstützen.“ Dass es in Zukunft aber weitere Weine in möglicherweise auch höherer Abfüllzahl geben könnte, schließt Götz dann aber doch nicht ganz aus: „Die Perspektive ist da. Wenn es Spaß macht und sich weiter gut entwickelt, wieso nicht.“

In jedem Fall soll es bald auch wieder eine Weinparty auf dem Weingut geben. Mit etwas erhöhten Kapazitäten. Zur Erinnerung: Für die Party im Mai hatten sich zirka 14.000 Besucher um eine Karte beworben. Am Ende durften 600 daran teilnehmen. Obwohl der Künstler sich den Abend über eher im hinteren VIP-Bereich aufgehalten hatte, zeigte er sich vor allem gegen Ende menschennah und ließ den Abend sogar mit einigen seiner Fans bei einer Party zur späten Stunde ausklingen.

Sozialer statt finanzieller Reichtum?

Bei den Weinpartys, so betont Götz, soll es aber nicht darum gehen, Apache besonders nahezukommen. „Too sad too Disco“ sei dafür gedacht, den Fokus auf das Zusammenkommen und die Pfälzische Kultur zu legen. „Wir wollen Menschen zusammenbringen. Sie dazu bringen, sich auszutauschen. Deshalb wollten wir auch einen Wein machen, der nicht nur für die Zielgruppe von 16 bis 25 ist. Er soll eine Brücke schlagen zwischen verschiedenen Altersgruppen.“

Am Ende, so betont der Manager, sei das Projekt nicht dafür da, Geld zu verdienen. Gerade mit den Weinpartys „werden wir nicht reich“, sagt Götz. „Es geht uns hierbei in erster Linie um den kulturellen Mehrwert und den Spaßfaktor der Veranstaltung. Wir wollen der Region gern etwas zurückgeben.“

Auf einer Weinparty im Weingut Faubel hatte der Rapper im Mai seinen ersten eigenen Wein präsentiert.
Auf einer Weinparty im Weingut Faubel hatte der Rapper im Mai seinen ersten eigenen Wein präsentiert.
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