Herxheim / Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Kampfansage an Tapinoma Magnum: Neue Methoden gegen Super-Ameise im Test

Tapinoma magnum: ein Name, der etwas winzig Kleines bezeichnet, aber doch so gewaltig das Fürchten lehrt.
Tapinoma magnum: ein Name, der etwas winzig Kleines bezeichnet, aber doch so gewaltig das Fürchten lehrt.

Ameisen-Alarm in Edenkoben und Herxheim: Die invasive Art Tapinoma magnum breitet sich rasant aus. Die Gemeinden testen nun eine biologische Methode – ohne Chemiekeule.

Aus allen Ecken der Verbandsgemeinde Edenkoben erreichen die Verwaltung inzwischen verzweifelte Alarmrufe aus der Bevölkerung. Überall krabbeln die schwarzen Mini-Plagegeister aus den Ritzen. In zwei Fällen hat die Verwaltung bislang die invasive Ameisenart Tapinoma magnum nachgewiesen. Die betroffenen Standorte befinden sich in Altdorf in einem Neubaugebiet und in Hainfeld auf einem Parkplatz bei der Kirche. Darüber hinaus liegen der Verwaltung etwa 20 weitere Meldungen aus dem Raum Edenkoben vor, die derzeit geprüft werden. Diese betreffen die Ortsgemeinden Burrweiler, Edenkoben, Edesheim, Flemlingen, Großfischlingen, Kleinfischlingen und Rhodt.

Edenkoben testet neues Verfahren ohne Chemiekeule gegen Tapinoma magnum

Zur weiteren Abklärung und Eindämmung wurde ein Schädlingsbekämpfer beauftragt, der verschiedene Köder auf ihre Wirksamkeit testet. Auch ein staatlicher Naturschützer ist eingebunden, um ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Erster Beigeordneter Eberhard Frankmann betont: „Eine Bekämpfung der Tapinoma magnum ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der privaten Grundstückseigentümer.“

Die Ameisen lassen sich nicht so einfach vertreiben.
Die Ameisen lassen sich nicht so einfach vertreiben.

Die Verbandsgemeinde Edenkoben setzt auf eine biologische Bekämpfung. In einem ersten Testlauf in Hainfeld kommt ein zweigleisiges Verfahren zum Einsatz, das in den nächsten drei bis vier Wochen auf seine Wirksamkeit hin überprüft werden soll. Ziel ist es, die Population der invasiven Ameisenart einzudämmen und dabei möglichst auf chemische Mittel zu verzichten. Sollte sich zeigen, dass die biologische Bekämpfung nicht ausreicht, ist ein ergänzender chemischer Einsatz denkbar. Damit das Vorgehen auch dauerhaft Wirkung zeigen kann, sucht die Verbandsgemeinde Edenkoben gerade zwei Personen mit Sachkundenachweis im Pflanzenschutz zur Unterstützung bei der Bestandsaufnahme und Bekämpfung.

Ameisen-Kolonie im Haus? Daran erkennt man Tapinoma magnum

Ein zentraler Bestandteil des Vorgehens ist die Einbindung der Bevölkerung. Grundstückseigentümer sollen aktiv unterstützt und über das Vorgehen informiert werden. Hinweise auf Tapinoma magnum ergeben sich typischerweise durch auffällig viele schwarze Ameisen auf sonnigen, befestigten Flächen, mehrspurige Straßen von Ameisen, ein für Ameisen untypisch aggressives Verhalten und durch die schnelle Rückkehr von Nest-Auswurfmaterial nach dem Entfernen. Ein weiteres Merkmal ist ein auffällig ranzig-buttriger oder acetonartiger Geruch, wenn man einzelne Tiere zwischen den Fingern zerdrückt – ein Geruch, der bei heimischen Arten in der Regel nicht auftritt. Auch unterschiedliche Größen der Tiere innerhalb einer Kolonie können ein Hinweis sein.

Tot oder lebendig: Reagenzgläser für Ameisen-Proben in allen Rathäusern verfügbar

Zur sicheren Bestimmung stellt die Verbandsgemeinde Edenkoben verschließbare Reagenzgläser zur Verfügung, die in der Verwaltung oder den Rathäusern der Ortsgemeinden abgeholt werden können. Die entnommenen Proben – tot oder lebendig – sollten mit Namen, Fundort, Datum und E-Mail-Adresse versehen wieder abgegeben werden. Es wird darum gebeten, keine eigenen Behältnisse zu verwenden, da die Bestimmung nur mit den ausgegebenen Röhrchen zuverlässig durchgeführt werden kann.

Auch in der Ortsgemeinde Herxheim wurde ein teils massiver Befall mit Tapinoma magnum festgestellt. Besonders betroffen sind die Bereiche rund um den Friedhof und nahe des Rathauses, wie Bürgermeister Sven Koch erklärt. „Das Problem ist da, wir müssen schauen, dass wir es bestmöglich eindämmen“, sagt er. Die Nester der Ameisen befinden sich oft unter Pflasterflächen, Terrassenplatten oder Mauerritzen. Auch hier tritt das typische Verhalten auf, dass die Ameisen in größerer Anzahl erscheinen, sich auf mehreren Spuren bewegen und in manchen Fällen in Gebäude eindringen.

Ameisen-Bekämpfung: Herxheim ersucht die Köder-Methode

Die Verbandsgemeinde Herxheim setzt auf gezielte Ködermaßnahmen. Zum Einsatz kommt insbesondere ein zuckerhaltiges Ködergel mit verzögerter Wirkung. Aber auch Fadenwürmer sollen zum Einsatz kommen. Sie sollen in die Ameisennester eindringen und diese zerstören. Die Kommune setzt auf die aktive Mitwirkung der Bevölkerung. Diese sei ausdrücklich gewünscht, so Koch.

In beiden Verbandsgemeinden wird deutlich, dass die Bekämpfung von Tapinoma magnum eine Gemeinschaftsaufgabe darstellt. Nur durch enge Zusammenarbeit zwischen kommunalen Stellen, Fachleuten und privaten Grundstückseigentümern lässt sich eine weitere Ausbreitung wirksam eindämmen.

Tapinoma magnum: Hier sind die Pfälzer Hotspots

Welche Regionen in der Pfalz sind besonders betroffen? Wie Erfahrungen haben die dortigen Bewohner mit den kleinen Biestern gemacht? Und welche Tipps haben andere Kommunen parat, die ebenfalls unter der Ameisenplage leiden? Eine Übersicht mit Tapinoma-magnum-Brennpunkten in der Region und weiteren Infos dazu sowie nützlichen Tipps finden Sie in unserem Pfalz-Überblick mit Standort-Karte unter rheinpfalz.de/tm021.

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