Landau / SÜW
Handyparken: Wo es ohne Kleingeld ein Parkticket gibt
Es kann lästig sein, wenn man vor dem Parkscheinautomaten nach Kleingeld kramt, um sich endlich ein Ticket ziehen zu können. Viele Automaten akzeptieren zwar auch die EC-Karte, das geht dann meist schneller. Doch wenn ausgerechnet dieses Gerät, vor dem man steht, nicht so modern ist oder die Technik streikt, werden dann doch wieder die Euro- und Cent-Münzen benötigt. Und das nervt. Im Landkreis SÜW wird es nicht mehr so weit kommen – wenn man dann sein Smartphone dabei hat.
In Rhodt soll es das sogenannte Handyparken geben. Also die Möglichkeit, sich per Smartphone ein Parkticket zu besorgen, sei es per App, SMS oder auf der Webseite von Paybyphone. So nennt sich einer der Anbieter, die es bei dieser bargeldlosen Bezahlmethode auf dem Markt gibt. Im Traminerdorf wird über deren Einführung im Gemeinderat gesprochen, weil Paybyphone schon in Landau verbreitet ist. Hat demnach für die Nutzer den Charme, dass sie in der Region nicht zwischen mehreren Anbietern wechseln müssen. Vor allem dann nicht, wenn sie es kaum brauchen.
Parkgebühren auf dem Land kein Thema
Im Landkreis SÜW gibt es nämlich nur wenige Stellen, wo das Parken etwas kostet. Da wären zum einen die berühmte Theresienstraße und die Wintergasse in Rhodt.
Die Stadt Edenkoben hat zwar auch am Kirchbergparkplatz einen Automaten stehen. Dieser ist aber für die Wohnmobilisten, die dort nächtigen wollen. Die Übernachtungspauschale können sie dort per Karte bezahlen.
Sonst kann der Wagen in den Städten und Gemeinden rund um Landau kostenlos abgestellt werden, was sich nicht so schnell ändern dürfte. Wenn man bedenkt, welch Aufruhr es vor anderthalb Jahren gab, als in Offenbach über Parkgebühren nachgedacht wurde, um den Parkdruck zu reduzieren. Doch diese blieben aus. Auch in Herxheim gab und gibt es laut Ortschef Sven Koch keine Überlegungen, innerorts Parkgebühren zu erheben.
Wo der Nutzer (nicht) zusätzlich zahlt
In Rhodt werden Gäste, die mit dem Auto angereist kommen, in den beiden Handyparken-Zonen künftig Geld sparen. Das Parken wird nämlich flexibler. Dadurch, dass man die Parkzeit von unterwegs verlängern oder nach der Rückkehr zum Auto früher beenden kann.
Dieses Handyparken ist den Verantwortlichen in Rhodt so viel wert, dass sie auch dazu tendieren, die Servicepauschale zu übernehmen, die für jede Transaktion anfällt. Konkret sind es 15 Prozent der jeweiligen Parkgebühr. Ob es so weit kommt, entscheidet der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Dienstagabend. Es wäre in diesem Punkt jedoch ein anderes Prozedere als in Landau. Dort zahlen die Nutzer das Service-Entgelt bei Paybyphone oder einem anderen Anbieter, der in der Stadt verbreitet ist und ebenfalls diese Pauschale auf die kommunalen Parkgebühren draufpackt. Bedeutet: „Für die Stadt Landau ist das Handyparken nicht mit zusätzlichen Ausgaben verbunden“, teilt die städtische Pressestelle auf Anfrage mit.
In Bad Bergzabern kommen die Automaten weg
In Landau ist das Handyparken schon seit 2019 möglich. Damals wurden die Parkscheinautomaten durch neue Geräte ersetzt, die das Zahlen per App sowie per EC- und Kreditkartenzahlung technisch abwickeln können. Inzwischen gibt es beim Handyparken sechs Anbieter. Diese Vielfalt dürfte auch dazu geführt haben, dass mittlerweile rund 25 Prozent aller Parkscheine in der Stadt übers Smartphone gelöst werden. „Es ist also ziemlich erfolgreich“, teilt Sprecherin Lena Wind mit.
In Bad Bergzabern ist die Einführung des Handyparkens beschlossene Sache. Im Laufe dieses Jahres soll es so weit sein, teilt Stadtbürgermeister Hermann Augspurger mit. Zunächst soll dann zweigleisig gefahren werden, also Automaten und Handyparken sollen koexistieren. Auf lange Sicht gesehen, soll die neue Bezahlmethode aber die Parkscheinautomaten am Haus des Gastes beziehungsweise an der Südpfalz-Therme unbrauchbar machen. Wie Augspurger berichtet, seien die Geräte zum einen zu wartungsintensiv, weshalb sich mit Handyparken beschäftigt wurde. Hier reicht es aus, Parkende mithilfe eines Hinweisschildes auf diese Bezahlmethode hinzuweisen. Wer die App nicht hat, kann diese vor Ort herunterladen. Beim Parkticket handele es sich zudem um Spezialpapier, das teuer in der Anschaffung sei. Auf den Anbieter muss sich in der Kurstadt aber noch festgelegt werden, informiert der Stadtbürgermeister.
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