Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Das Parken wird bequemer

Karte an das Einlesegerät halten, zwei Sekunden warten, dann ist das Parkticket gebucht.
Karte an das Einlesegerät halten, zwei Sekunden warten, dann ist das Parkticket gebucht. Foto: van

Die Stadtverwaltung hat den Bezahl-Service an Parkscheinautomaten erweitert. Das Ticket kann an manchen Stellen auch mit einer Giro- oder Kreditkarte bezahlt werden, ohne dass sie aus dem Portemonnaie geholt werden muss. Über die neue Technik – und ihre Tücken.

Die Suche nach Münzen für den Parkscheinautomaten gehört in Landau der Vergangenheit an. Zumindest am Weißquartierplatz. Wer dort seinen Wagen abstellt, kann die Parkgebühr seit wenigen Wochen mit Karte bezahlen, ohne dass sie aus dem Portemonnaie gezückt werden muss. Vorausgesetzt, die jeweilige Karte ist mit einem aufgedruckten Funkwellen-Symbol versehen. Sie zeigt an, ob sie über einen Chip mit sogenannter NFC-Technik verfügt. Ist das der Fall, kann kontaktlos bezahlt werden.

Das Prinzip der Kontaktlos-Funktion ist denkbar einfach: Am Automat wird die Taste mit dem Funkwellen-Symbol so lange gedrückt, bis die gewünschte Parkdauer erreicht ist. Anschließend wird der Geldbeutel samt Karte an das schwarze rechteckige Einlesegerät gehalten. Erfolgt zwei Sekunden später ein Piepsen, hat es geklappt. Dann heißt es: Parkschein nehmen, hinter die Windschutzscheibe legen und ab in die Stadt.

Kompletter Umtausch wird dauern

Möglich ist das kontaktlose Bezahlen ebenfalls am Alten Messplatz und in der Langstraße gegenüber der Pestalozzischule. Insgesamt zehn der rund 100 Parkscheinautomaten sind bereits ausgetauscht worden, um den neuen Bezahl-Service anbieten zu können. Die technische Infrastruktur hat die Sparkasse Südliche Weinstraße zur Verfügung gestellt. Bis alle Geräte auf dem neusten Stand sind, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Das sagt Falk Pfersdorf vom Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL), der für die Automaten zuständig ist.

„Es gibt Automaten in der Stadt, die sind erst fünf oder sechs Jahre alt und funktionieren noch tadellos“, sagt Pfersdorf. Bei denen würde sich ein Austausch nicht rentieren. Es hänge auch davon ab, wie viel Einnahmen ein Automat generiert. Je öfter er benutzt wird, desto höher ist der Verschleiß und somit umso eher Zeit, das Gerät auszutauschen. Kurz: Es müsse vom Fall zu Fall abgewogen werden, ob sich ein Austausch aus betriebswirtschaftlicher Sicht lohnen würde.

Investitionskosten unklar

Dass nun zehn neue Automaten mit NFC-Technologie angeschafft wurden, hängt laut Pfersdorf damit zusammen, dass die vorherigen Geräte veraltet waren und nicht mehr weiterbetrieben werden konnten. Wie viel in die neue Technologie investiert wurde, möchte der EWL öffentlich nicht preisgeben – mit Blick auf weitere Ausschreibungen. Nur so viel kann Pfersdorf verraten: „Die neuen Automaten sind bis zu 40 Prozent teurer als die herkömmlichen Geräte.“

Die Einführung der Kontaktlos-Funktion ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Kundenfreundlichkeit. Pfersdorf verweist darauf, dass Autofahrer in Landau bereits auf eine andere, moderne Weise ihr Parkschein ziehen können: Seit Frühjahr können sie ihr Ticket einfach über eine Smartphone-App bezahlen. Der Weg zum Automat entfällt, auch ein Parkschein ist nicht mehr nötig. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts können mit ihren Diensthandys prüfen, ob ein Ticket gekauft wurde und wie lange es noch gültig ist. Dieser Service wird bislang allerdings nur selten genutzt. Das Handyparken mache aktuell nur einen „niedrigen einstelligen Prozentteil“ vom dem aus, was die Stadt über die Parkscheinautomaten einnimmt. Allerdings bestehe das Angebot erst seit fünf Monaten, gibt Pfersdorf zu bedenken. Die Resonanz werde steigen, ist er überzeugt.

Am Komfort wird noch gefeilt

Wie bei jedem neu eingeführten Projekt gibt es auch dieses Mal Startschwierigkeiten. So ist aus Stromspargründen das NFC-Modul nämlich nicht permanent im Funknetz angemeldet. Nach jeder neuen Anmeldung, beispielsweise beim ersten Kunden am Morgen, dauert es deshalb länger, geschätzt zwanzig statt gewünscht zwei Sekunden, bis die Zahlung per Karte erfolgt. Hier wird noch nach einer technischen Lösung zur Verbesserung gesucht. Auch in puncto Komfort wird noch gefeilt. So müssen Kunden, die sich während des Bezahlvorgangs für ein Tagesticket entscheiden, über zwanzig Mal auf die Funkwellen-Taste drücken, um den gewünschten Parkschein zu erhalten. Schließlich wird bei der Kartenzahlung in Zehn-Cent-Schritten abgerechnet. Eine zusätzliche 50-Cent-Taste könnte nachträglich hinzugefügt werden.

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