Rinnthal
Fischtreppe übergeben: Doppelt so teuer wie geplant
Bisher waren schon die Hindernisse an der Offenbacher Neumühle und der Kindinger Mühle in Siebeldingen passierbar gemacht worden. In Rinnthal überbrückt nun ein Fischpass auf einer Länge von zehn Metern eine Höhe von 70 Zentimetern, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Damit soll Fischen und anderen Tieren die Wanderung in beide Richtungen ermöglicht werden.
Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Aktion Blau Plus“ des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, wie dessen Ministerin Katrin Eder bei der Übergabe der Fischtreppe erklärte. Seit 1995 seien darüber schon 1600 Kilometer Flüsse und Bäche renaturiert und über 440 Hindernisse beseitigt worden. Solche Hindernisse sind beispielsweise Stufen an ehemaligen Mühlen, die von vielen Tieren flussaufwärts nicht überwunden werden können.
Kostensteigerungen durch Baustopp
90 Prozent der Baukosten von 475.000 Euro wurden über das Förderprogramm vom Land übernommen. Damit kostete die Fischtreppe mehr als doppelt so viel wie anfangs geplant, denn vor Baubeginn hatte man noch 223.000 Euro veranschlagt. Dass das Projekt am Ende so viel mehr Geld verschlang, liegt vor allem an den Schwierigkeiten, die Baustelle trocken zu legen. Vor allem Grundwasser sei immer wieder in das Baufeld eingedrungen, erklärte Laura Fuchs vom Planungsbüro. Darauf mussten die beteiligten Firmen reagieren, weshalb die Arbeiten mehrere Wochen stoppten. Die geplante Fertigstellung verschob sich dadurch deutlich nach hinten. Nach Baubeginn am 5. Juni sollte die Fischtreppe ursprünglich sechs Wochen später fertig sein. Am Ende dauerte es bis zum 18. September.
Neben dem eindringenden Wasser sei eine weitere Schwierigkeit das Bauen inmitten enger und alter Bestandsbebauung gewesen, erklärt Landrat Dietmar Seefeldt. Dadurch sei es auch zu Schäden an den angrenzenden Wohnhäusern gekommen. Seefeldt bedankte sich für die Geduld der Anwohner und sicherte ihnen zu, dass die durch die Arbeiten entstandenen Schäden wieder behoben würden. Insgesamt habe der Bau sich trotz aller Schwierigkeiten gelohnt.
Weitere Projekte in Planung
Rheinland-Pfalz stehe im Vergleich der Bundesländer vergleichsweise gut da, was die Renaturierung und Durchgängigkeit von Gewässern angeht, so Eder. Doch auch hier gebe es noch viel Arbeit – nicht zuletzt an der Queich. Eines der kommenden Projekte ist eine mit 1,40 Meter doppelt so hohe Stufe im benachbarten Sarnstall.