Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Falkenburg gesperrt: Steile Treppe an Felswand wird ausgetauscht

Vom Aussichtsplateau der Falkenburg hat man einen atemberaubenden Blick auf den Pfälzerwald und das Queichtal.
Vom Aussichtsplateau der Falkenburg hat man einen atemberaubenden Blick auf den Pfälzerwald und das Queichtal.

Über Wilgartswiesen thront die Ruine der Falkenburg. Wer von oben die Sicht genießen will, muss eine steile Treppe erklimmen. Doch die Holzkonstruktion ist nicht mehr sicher.

Wer auf der B10 unterwegs ist und bei Wilgartswiesen einen Blick zum Pfälzerwald wirft, dem zeigt sich ein Felskoloss, der aus den Baumwipfeln hervorlugt. Der 180 Meter lange Buntsandsteinfelsen krönt den Schloßberg. Steil 16 Meter gen Himmel ragend, bietet der Felskamm einen eindrucksvollen Anblick. Im ersten Moment wirkt der Stein-Riese wie viele andere prägnante Felsen im Wasgau. Erst wer an dessen Außenwand hinaufsteigt, nimmt wahr, dass er sich gerade inmitten einer Burgruine befindet. Die Falkenburg wurde – vermutlich im 11. Jahrhundert – als Felsenburg erbaut, um die angrenzenden Dörfer zu schützen. Ihre Lage war ideal, konnte man von dort aus doch ideal den Verkehr der wichtigen Verbindungsachse zwischen Oberrheintal und Westpfalz kontrollieren.

1246 wurde die Reichsburg erstmals urkundlich erwähnt. Danach wechselte sie einige Male ihre Besitzer, bis 1680 ihr letztes Stündlein schlug. Französische Truppen kamen und sprengten sie. Von der großen, in hoher Baukunst erschaffenen Anlage blieben nach der Zerstörung nur spärliche Überreste. Deswegen gehört sie wohl auch nicht zu den bekanntesten Burgruinen der Pfalz. Ein Besuch lohnt sich trotzdem – nicht zuletzt wegen des spektakulären Blicks über den Pfälzerwald und das Queichtal, den man von der Oberburg aus genießen kann.

Stahl statt Holz

Wer dorthin gelangen will, sollte Schwindelfreiheit mitbringen. Denn der Weg hinauf führt über eine schmale und steile Treppe, die an der senkrechten Felswand „klebt“. Seit Jahrzehnten ist diese Holzkonstruktion der wohl herausforderndste Abschnitt für Besucher, die den Burgfelsen erkunden wollen. Die „Wilhelm-Geissel-Treppe“ wurde 1926 erbaut, um Wanderern den Aufstieg zum Aussichtsplateau zu ermöglichen. Da nahmen sich die damaligen Erbauer ein Vorbild an der Original-Konstruktion des Mittelalters. Ursprünglich war die langgestreckte Oberburg, zu der ein mächtiger Bergfried und Wohngebäude gehörten, nämlich ebenfalls nur über eine Holztreppe erreichbar. Bei einem Angriff konnte diese entfernt und so der Zugang zum Herzstück der Burg abgeschnitten werden.

Die alte Holztreppe wird durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt.
Die alte Holztreppe wird durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt.

Doch nun sind die Tage der Holztreppe gezählt. Diese war mittlerweile so in die Jahre gekommen, dass sie in Teilen nicht mehr ausreichend standsicher gewesen sei, berichtet Claudia Renner, Sprecherin des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), unter dessen Federführung die aktuellen Arbeiten an der Anlage laufen. Auch habe die Verankerung der Podeste im Fels inzwischen zu wünschen übrig gelassen. Eine kleine Lösung – also teilweiser Austausch oder Reparatur – sei nicht möglich gewesen. Deswegen haben Handwerker die Rundum-Erneuerung der Aufstiegskonstruktion in Angriff genommen. Sprich: Die alte Holztreppe kommt weg, und dafür wird eine neue Stahltreppe errichtet, erklärt LBB-Sprecherin Renner.

Arbeiten dauern noch bis Anfang 2025

Der Landesbetrieb ist hier im Spiel, weil die Falkenburg in Landesbesitz ist und von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz verwaltet wird. Rund 260.000 Euro investiert Mainz in das Vorhaben. Seit Oktober ist die Ruine dafür gesperrt. Am Fuß des Burgfelsens ist ein Gerüst errichtet. Die alte Treppe ist bereits abgebaut, nun steht der Neubau an. Dafür wird die Treppe in vorgefertigten Einzelteilen über Forstwege hoch zur Waldbaustelle gefahren und dort an der Felswand errichtet, so Renner. Auf den Hinweisschildern vor Ort steht, dass die Burg wegen der Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis Januar 2025 gesperrt sein wird. Auf Anfrage der RHEINPFALZ gibt der LBB „Ende des Winters 2024/2025“ als Termin für die Fertigstellung an.

Wer dann die neue Treppe unter die Füße nehmen möchte, erreicht die Burg zum Beispiel über den Premiumwanderweg „Wilgartswiesener Biosphärenpfad“. Zudem gibt es dort seit Kurzem eine weitere Besonderheit. Nahe der Falkenburg wurde eine Waldkugelbahn eröffnet – eine einmalige Attraktion für die ganze Familie in der Region. Von Wilgartswiesen aus erreicht man auf einem aufsteigenden Pfad einen Rundkurs von etwa zwei Kilometern Länge mit fünf Stationen. An diesen kann man eine Holzkugel, die man an der Falkenburghalle für zwei Euro aus einem Automaten ziehen kann, jeweils in eine Kugelbahn legen und sie dann über 30 bis 36 Meter beim Herunterkullern und Hindernisse Überwinden verfolgen.

 

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