St. Martin
Erneut totes Schaf aufgefunden
Schafhalterin Gundula Berner hat derzeit zwei kleine Lämmchen zu versorgen: den Nachwuchs des Mutterschafes, das am Sonntag tot auf einer Weide gefunden worden war. Der nächste Schlag kam nur wenig später: Auf der gegenüberliegenden Weide lag am Dienstag ein weiteres totes Tier, dieses Mal ein junger Bock, wie Berner erzählt. „Er war kerngesund“, betont die Schafhalterin.
Berner hält seit gut zehn Jahren alpine Steinschafe. Der Einsatz der vom Aussterben bedrohten Tierrasse ist Teil verschiedener Beweidungsprojekte. Die Probleme hätten vor etwa fünf Jahren angefangen, berichtet sie. Inzwischen habe sie insgesamt neun Tiere verloren, acht Mutterschafe und jetzt einen Jungbock. „Allein im vergangenen Jahr hatten wir deshalb vier Flaschenlämmer“, erzählt Berner. Eines davon war jener Jungbock, der nun offenbar das gleiche Schicksal erlitten hat wie seine Mutter. „Er war sehr zutraulich, weil er ja ein Flaschenkind war“, sagt Berner.
Starker Durchfall und Schaum vorm Maul
Die Tierhalterin ist überzeugt, dass die Tiere alle vergiftet worden sind. Zweimal sei sie dazu gekommen, als eines davon im Sterben lagen. „Es ist jedes Mal das Gleiche.“ Die Schafe bekämen auf einmal starken Durchfall und hätten Schaum vor dem Maul. Kurze Zeit später seien sie tot. „Es geht sehr schnell“, betont Berner. Einmal habe sie versucht, ein Tier im Todeskampf mit Infusionen zu retten – vergebens. Dieses Mal wurde sie bei beiden Tieren erst informiert, als diese bereits verendet waren.
Sie habe ein Schaf auch einmal untersuchen lassen, erzählt Berner. „Da ist nichts gefunden worden, aber wir haben erfahren, dass es Gifte gibt, die sich sehr schnell abbauen.“ Auffällig sei, dass es immer Tiere treffe, die auf einer der gut zugänglichen Wiesen stehen. „Wir haben auch Flächen, die weiter weg sind, da passiert nie etwas.“ Berner ist deshalb überzeugt, dass die Tiere vergiftet worden sind. Aber es sei schließlich Sinn der Beweidungsprojekte, auch jene gut zugänglichen Wiesen nicht verbuschen zu lassen.
Polizei ermittelt
Berner hat auch dieses Mal Anzeige erstattet, außerdem will sie die Tiere untersuchen lassen. Die Polizei hat unterdessen zusammen mit der Kriminalpolizei und dem Veterinäramt Ermittlungen aufgenommen. Hinweise nimmt die Polizei Edenkoben unter Telefon 06323/9550 entgegen.
