Bad Bergzabern / Steinfeld Entschuldigung nach Verunglimpfung von CDU: SPD-Chef überrascht und beendet Streit
Von einem friedvollen Osterfest konnte in diesem Jahr im politischen Steinfeld wahrlich nicht die Rede sein. Die Christdemokraten sahen sich heftiger Kritik ausgesetzt. Formuliert hatte die der Chef des SPD-Ortsvereins, Torben Kornmann. In sozialen Medien und in einem Flugblatt, warf er der CDU vor, bei einer Abstimmung im Verbandsgemeinderat gemeinsame Sache mit der AfD gemacht zu haben. Alleine das hätte wohl gereicht, um den CDU-Vertretern die Zornesröte ins Gesicht zu treiben. Verschlimmert wurde die Sache noch durch Kornmanns Wortwahl. „UnFUCKINGfassbar“, war bei Facebook zu lesen. „Schämt euch! ALLE!“
Die CDU wollte das nicht auf sich sitzen lassen. In einer gemeinsamen Mitteilung der Fraktion im Verbandsgemeinderat und des Ortsvereins „Am Viehstrich“ wiesen Matthias Neufeld und Ann-Kathrin Butscher die Vorwürfe entschieden zurück. Kornmann forderten sie zum Rücktritt von sämtlichen politischen Ämtern auf.
CDU-Chefs sind persönlich getroffen
Doch der Streit hatte nicht nur die beschriebene parteipolitische Ebene. Neufeld und Butscher betonten, dass sie auch persönlich getroffen seien. Butscher berichtete davon, dass sie auf der Straße und in der Kirche von Bürgern verbal angegangen worden sei, wegen der vermeintlichen Zusammenarbeit mit der AfD.
Spätestens nach der Berichterstattung in der RHEINPFALZ schlug das Thema immer höhere Wellen im Viehstrichdorf. Per Mitteilung bei Facebook ruderte Kornmann daraufhin kurz nach den Ostertagen etwas zurück. Für die CDU war diese Einlassung nicht genug, sie hielt an der Rücktrittsforderung fest.
Öffentliche Entschuldigung beendet Streit
Wie sehr das Thema die Beteiligten, allen voran Kornmann, in den vergangenen Monaten beschäftigt hat, wurde in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates deutlich. Noch bevor das Gremium in die Tagesordnung einstieg, ergriff Kornmann das Wort und drückte sein Bedauern aus. Seine Äußerungen seien unpassend gewesen, sagte der Sozialdemokrat. „Davon waren ganz viele Menschen betroffen“, das sei nicht sein Ansinnen gewesen. Dafür bitte er um Entschuldigung. Er hoffe, dass sein Verhalten als schlechtes Beispiel für alle Ratsmitglieder diene und so etwas deshalb nicht wieder vorkomme.
Mit diesem bemerkenswerten Schritt hat Kornmann den Streit beendet. Das bestätigt Butscher, die seit Kurzem als Nachfolgerin von Neufeld an der Spitze der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat steht und dabei von Sarah Agne und Stefan Martin unterstützt wird. Es habe einige Gespräche gegeben, in denen neben Kornmann auch der SPD-Fraktionschef Volker Christmann und dessen Stellvertreterin Sarah Thöne ihr Bedauern ausgedrückt haben, erklärte sie auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Kornmann habe sich bereits per Flugblatt sowie im Ortsgemeinderat entschuldigt. „Es war für uns toll, dass er das noch einmal im Verbandsgemeinderat von sich aus gesagt hat“, sagte Butscher. „Jeder kann einen Fehler machen – wenn er sich dann auch entschuldigt.“ Da Kornmann das getan hat, „ist das Thema für uns erledigt“. Butscher betonte zudem: „Die Rücktrittsforderung ist damit auch vom Tisch.“