Gleiszellen-Gleishorbach Dorfgemeinschaftshaus wird dank Landesförderung saniert
„Wir warten schon sehnsüchtig und sind gespannt“, sagte Johann Kumpfmüller, Ortsbürgermeister von Gleiszellen-Gleishorbach, im kleinen Kreis mit zwei Ministern – Innenminister Michael Ebling und Arbeits- und Sozialminister Alexander Schweitzer (beide SPD) – und der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Kathrin Flory (SPD). Ebling betonte: „Es ist eine sehr hohe Förderung für ein Dorfgemeinschaftshaus, aber es ist eine sehr kluge Maßnahme, ein bestehendes Haus für die Gemeinschaft zu sanieren. Hier wagt man auch etwas.“ Und Alexander Schweitzer helfe als Abgeordneter vor Ort auch immer mit.
Etwas mehr als eine Million Euro beträgt die Förderung des Landes für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, das sind 65 Prozent der förderfähigen Kosten. Rund 600.000 Euro muss die Gemeinde selbst finanzieren. „Ein gutes Förderprojekt wurde auf den Weg gebracht, aber ich hatte schon unkomplizierte Fördermaßnahmen“, sagte Alexander Schweitzer, der in Bad Bergzabern wohnt. Verbandsbürgermeisterin Kathrin Flory ergänzte: „Ohne die Förderung könnten sich die Ortsgemeinden nicht weiterentwickeln.“
Wieso sich das Warten gelohnt hat
Es brauchte seit 2019 zwei Anläufe, bis die Gemeinde mit den Arbeiten loslegen kann. Gleiszellen-Gleishorbach ist Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung. Bereits unter dem Amtsvorgänger von Johann Kumpfmüller wurde für das Projekt ein Förderantrag gestellt mit Kosten von mehr als zwei Millionen Euro. Damals hatte die Gemeinde das einstige 1987 gebaute Pfarrheim von der Kirche in Erbpacht erworben. „Im Nachhinein war die Ablehnung gut, jetzt gibt es für alle eine gute Lösung“, sagte Kumpfmüller. Denn nach der Ablehnung des ersten Bescheides haben sich beide Voraussetzungen geändert: Die Maßnahmen für die Sanierung wurden verschlankt auf Kosten von rund 1,6 Millionen Euro. Die Gemeinde konnte zudem das Pfarrheim für einen symbolischen Euro von der Kirche kaufen. Haus und Grund gehören jetzt der Ortsgemeinde, ein Glücksfall.
Beide Minister lobten die Kirche für ihre Entscheidung, das Haus der Gemeinde zu überlassen, statt beispielsweise an einen Privatbesitzer zu verkaufen, der vielleicht Wohnungen daraus gemacht hätte. Denn Gleiszellen-Gleishorbach ist die einzige Gemeinde in der Verbandsgemeinde, die kein eigenes Dorfgemeinschaftshaus hat. Das gegenüberliegende kleine Gemeindehaus ist für größere Veranstaltungen nicht geeignet und soll jetzt verkauft werden. Zur teilweisen Gegenfinanzierung der 600.000 Euro, die die Gemeinde noch in das neue Dorfzentrum investieren muss. „Deshalb bleibt die Neuverschuldung vergleichsweise gering“, sagte Kumpfmüller.
Welche Arbeiten geplant sind
Bei einem Rundgang durch das Gebäude, das in einem guten Zustand ist, erfuhren die Anwesenden, wo die Investitionssumme wohl „versteckt“ sein wird. „Sehen wird man vermutlich gar nicht so viel“, sagte der Ortsbürgermeister. Allein die Erneuerung der Elektrik wird mit geschätzten 300.000 Euro zu Buche schlagen. Die Brandschutzmaßnahmen dürften ebenfalls nicht billig werden. Das Haus wird barrierefrei. Das bedeutet, der Eingang muss auf die Rückseite des Gebäudes verlegt werden, was auch die Änderung der Zufahrt erforderlich macht. Ein Fahrstuhl wird in den ehemaligen Vorratsraum eingebaut. Barrierefreie Sanitäranlagen, eine neue Heizung, eine Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung, sollen installiert werden.
Die Küche im Obergeschoss braucht eine Modernisierung, in der zweiten Küche soll das Zimmer für den Ortsbürgermeister eingerichtet werden. Der jetzige Jugendraum, der rege genutzt wird, wird Heizungsraum. Das neue Domizil für die Jugend wird dann gleich nebenan sein. Zunächst soll die Detailplanung erstellt werden, informierte der Ortsbürgermeister, der damit rechnet, dass im Herbst mit Abrissarbeiten in Inneren begonnen werden kann, was in Eigenleistung geschehen soll. „Bis 2025 sollen die Umbaumaßnahmen fertig sein“, so die Prognose von Johann Kumpfmüller.