Dernbach / Flemlingen
Besuch auf Burg Neuscharfeneck: Ende 2024 wieder möglich?
Baustart Juni bis August – diesen Termin für die Sicherungsarbeiten an Burg Neuscharfeneck verkündete Architekt Marc Sattel im Frühjahr bei der Jahreshauptversammlung des Scharfeneckvereins. Wohlgemerkt als vorläufigen Zeitplan. Und wie man es im Bau so kennt, es läuft fast nie so wie zunächst geplant. Doch nun gab es die abschließende Begehung der alten Gemäuer mit allen beteiligten Entscheidungsträgern – sprich Denkmalschutz, Archäologie, Bauhistorie, Natur- und Artenschutz – und der Zeitplan wurde nochmals abgeklopft. „Die Ausschreibungen werden auf den Weg gebracht mit dem Ziel, im März 2023 mit den Sicherungsmaßnahmen zu beginnen“, kündigt Vereinsvorsitzender Volker Lahr an.
Die Burgruine ist seit Herbst 2019 aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Gesamtsanierungskonzept geht von Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro aus. Zunächst soll aber nur die Verkehrssicherung angegangen werden, um die Burg zumindest in Teilen begehbar zu machen. Diese wird etwa 1,64 Millionen Euro kosten. 2021 hatte bereits der Bund zugesagt, sich zu 50 Prozent an den Kosten zu beteiligen. Das Land Rheinland-Pfalz wird über die Generaldirektion Kulturelles Erbe einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent beisteuern. Laut Lahr wird Staatsminister Alexander Schweitzer am 5. September nach Flemlingen kommen, um die Bewilligungsbescheide der Bundes- und Landesfördermittel in Höhe von insgesamt rund 1,45 Millionen Euro an Ortsbürgermeister Peter Henrich zu übergeben. Die Ortsgemeinde ist Eigentümerin der Burg, hätte sich die umfangreiche Sanierung aber nicht alleine leisten können. Nun teilen sich die restlichen zehn Prozent der Kosten hälftig der Scharfeneckverein und die Ortsgemeinde. Der Verein hat dafür einen hohen fünfstelligen Betrag von der Adrienne-und-Ottmar-Hornbach-Stiftung gespendet bekommen.
Verkehrssicherung bis Frühjahr 2026
Zurück zum Zeitplan: Es muss Schritt für Schritt vorgegangen werden. Das heißt, bei den Bauarbeiten müssen die Brutzeiten von Eidechsen genauso berücksichtigt werden wie die zeitliche Abfolge von archäologischen Ausgrabungen, wie Lahr erklärt. Ziel sei, die einzelnen Arbeiten so zu koordinieren, dass es keine gegenseitigen Behinderungen und Verzögerungen des gesamten Vorhabens gibt.
Noch im Oktober würden erste archäologische Arbeiten beginnen. Zudem werde die Anlage digital vermessen. Zunächst würden dann der Turm am Haupteingang und die Mauer über dem Haupttor saniert. Fast gleichzeitig könnten die Arbeiten am Felsenerker am Aufgang zur Oberburg/Zentralfelsen beginnen. Die Beteiligten möchte die Burg, so schnell es geht, wieder für Besucher zugänglich machen. Dafür soll der Zugang zur beliebten Aussichtsplattform auf der großen Schildmauer ermöglicht werden. „Wenn alles gut läuft, könnte dies Ende 2024 bereits möglich sein“, sagt Lahr. Insgesamt sollen die Verkehrssicherungsarbeiten bis spätestens Frühjahr 2026 abgeschlossen sein.