Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Bauplatz: Kommunen sind keine Maklerbüros

Das Baugebiet Weyhersacker.
Das Baugebiet Weyhersacker.

Es darf keine Schule machen, dass Kommunen Bauplätze im Bieterverfahren verkaufen. Häuslebauer kämpfen ohnehin mit überteuerten Preisen.

Noch vor einem Jahr war es undenkbar, dass die Verwaltung beim Verkauf eines kommunalen Bauplatzes eine Warteliste von Interessenten abtelefonieren muss. In der Hoffnung, dass jemand die Fläche erwirbt und sich dort niederlässt. Gerade in der Südpfalz, die ein begehrtes Pflaster ist und wo private Baugrundstücke um ein Vielfaches teurer sind als kommunale. Die Zeiten haben sich allerdings innerhalb kurzer Zeit schlagartig geändert. Die Hauptgründe sind bekannt: Inflation, Lieferengpässe in der Baubranche und gestiegene Bauzinsen.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Gemeinde Pleisweiler-Oberhofen bei der Veräußerung des letzten kommunalen Baugrundstückes im neuen Wohngebiet umplant: Der Käufer muss nicht mehr zwingend in den Neubau einziehen. Die Verantwortlichen machen dadurch den Weg für Investoren frei, was sie ursprünglich vermeiden wollten. Und wenn sie sich zu diesem Schritt genötigt sehen, soll zumindest ein höherer Erlös erzielt werden als bei den anderen sieben, bereits verkauften kommunalen Baugrundstücken.

Klingt nachvollziehbar. Das ist aber traurig für die vielen Südpfälzer, die sich, wenn nicht jetzt, so doch zu einem späteren Zeitpunkt über solch ein relativ kostengünstiges Baugrundstück in der Heimat freuen würden. Traurig auch für die Paare und Familien, die vielleicht verspätet auf dieses Angebot aufmerksam werden und gerade in diesen Zeiten mehr Geld auf dem Tisch legen müssten als die potenziellen Nachbarn. Es geht aber vor allem um das Prinzip: Es darf keine Schule machen, dass Kommunen in die Rolle eines Maklerbüros schlüpfen und den Preis durch solch eine Methode nach oben drücken. Diese Gangart gibt es auf dem privaten Markt zu oft und ist aus Sicht vieler Bau- beziehungsweise Kaufwillige einfach unfair, weil die Objekte dann nicht selten überteuert den Besitzer wechseln. Dann sollte doch lieber das Losglück entscheiden oder abgewartet werden.

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