Pleisweiler-Oberhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Neubaugebiet: Gemeinde wird ein Grundstück nicht los

Im Neubaugebiet „Im Weyeracker II“ hat die Gemeinde sieben ihrer acht Bauplätze verkauft – nach gewissen Kriterien.
Im Neubaugebiet »Im Weyeracker II« hat die Gemeinde sieben ihrer acht Bauplätze verkauft – nach gewissen Kriterien.

Noch im Sommer schien die Vermarktung des neuen Baugebietes in Pleisweiler-Oberhofen kein Problem zu sein. Die Interessenten standen Schlange. Jetzt hat die Gemeinde noch immer einen Bauplatz. Um den loszuwerden, fährt sie nun andere Geschütze auf.

„Wir haben seit November inseriert, bisher haben wir noch keinen Käufer“, sagt Ortsbürgermeister Roland Gruschinski zum letzten der gemeindeeigenen Bauplätze im Neubaugebiet von Pleisweiler-Oberhofen. Die Gründe dafür sieht er in den Kosten der Baufinanzierung und in den stark gestiegenen Baukosten. Noch im Sommer, als nach der Erschließung des 1,7 Hektar großen Baugebiets „Im Weyeracker II“ der Startschuss für die ersten Häuslebauer fiel, schien die Welt in Ordnung.

Acht der 17 Bauplätze gehören der Gemeinde, acht sind im Privatbesitz. Sechs Bauplätze für Einfamilienhäuser und einen Platz für ein Doppelhaus für zwei Familien hat die Gemeinde bisher verkauft. Zu einem moderaten Preis von 250 Euro pro Quadratmeter. Der achte Käufer hatte aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten müssen, aber die Gemeinde hatte damals noch eine Warteliste von 20 Interessenten. Also eigentlich kein Problem.

Kriterien für Verkauf

Auch wenn für die bisherigen Käufer damals Kriterien galten, die sie seitens der Gemeinde erfüllen mussten. Wohnen sie in der Gemeinde, sind es Familien mit Kindern oder sind sie ehrenamtlich tätig, waren einige davon. Zudem mussten sich die Käufer verpflichten, das Grundstück innerhalb von fünf Jahren zu bebauen und es dann zehn Jahre selbst zu bewohnen. Sollten diese Kriterien, die nach einem Punktesystem gewertet wurden, nach dem Verkauf der Baugrundstücke nicht erfüllt werden, habe die Gemeinde das Recht zum Rückkauf, informiert Gruschinski. Kapitalanleger hat die Gemeinde damals grundsätzlich ausgeschlossen. Alle 20 Interessenten wurden angeschrieben, nachdem der Bauplatz wieder zu verkaufen war – alle haben abgesagt.

Das letzte Grundstück mit 377 Quadratmetern werde jetzt an den Höchstbietenden verkauft, das Mindestgebot beträgt 300 Euro pro Quadratmeter, informiert Gruschinski. Die Gemeinde inseriere wöchentlich in den amtlichen Bekanntmachungen. Bleibt es beim Mindestgebot sind das 113.100 Euro. Der Ortsbürgermeister begründet die Erhöhung des Preises von 250 auf 300 Euro pro Quadratmeter damit, dass die bisherigen Kriterien wegfallen, das Grundstück also frei vermarktet werden könne. „Das innerhalb von fünf Jahren gebaut werden muss, bleibt, aber der Bauherr muss nicht mehr selbst drin wohnen“, so der Ortsbürgermeister. Die acht Bauplätze im Privatbesitz sind nach Informationen der RHEINPFALZ zum Quadratmeterpreis zwischen 400 und 500 Euro verkauft worden. Ein finanzieller Gewinn wird der Verkauf aller Bauplätze für die Gemeinde nicht sein. Die rund 220.000 Euro, die in der Gemeindekasse bleiben, werden für den Ausbau der Straße am Baugebiet gebraucht.

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