Lauterecken
Wo die Polizei eine gute Aufklärungsquote präsentieren kann
Bei dem spektakulären Fall handelte sich um ein Familiendrama. Im Juli 2021 erschlug in Medard ein 77 alter Mann seine Ehefrau mit einem Hammer, verletzte den Sohn der beiden schwer und nahm sich danach das Leben. Bei einem solchen Kapitalverbrechen ermittelt das Präsidium in Kaiserslautern und nicht die Inspektion in der Lauterecker Hauptstraße mit ihren 44 Beamten.
Inspektionsleiter Stephan Christian spricht von normalen Wellenbewegungen bei den einzelnen Straftatbeständen. 2021 wurden zehn Sexualdelikte bearbeitet, im Jahr davor sieben. Leicht umgekehrt ist der Trend bei den Wohnungseinbrüchen: Die fielen von 13 auf acht. Laut Christian wohl auch eine Folge von Corona, weil sich die Menschen mehr zu Hause aufgehalten haben. Zudem sei der Nordkreis für Einbrecher keine bevorzugte Gegend, weil die fehlenden Autobahn eine schnelle Flucht verhindere.
Graffiti-Täter überführt
Dass die Sachbeschädigungen von 127 auf 245 kletterten, hängt viel mit Graffiti-Fällen zusammen: die stiegen von neun auf 113. Von den Straftaten mit der Spraydose sind 89 aufgeklärt worden. „Wir konnten nach intensiven Ermittlungen vier Tätern eine Vielzahl der Taten zuordnen“, erklärt Stephan Christian.
Gestiegen ist auch die Anzahl der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz: von 45 auf 67. „Routinierte Kollegen erkennen den Drogenkonsum am Zucken im Augenlid“, berichtet Peter Natter, der stellvertretende Leiter der Inspektion, in deren Zuständigkeitsbereich rund 25.500 Menschen leben. Dass die Anzahl von Strafanzeigen wegen Betrugs und Beleidigungen zunimmt, sei eine Folge des Internethandels und dem Umgang der Bürger miteinander in den sozialen Netzwerken, ergänzt Christian.
Blechschäden und Wildunfälle
Bei der Verkehrsunfallstatistik gibt es zwei Ausreißer: Leichte Blechschäden (885) und Wildunfälle (552). Erstes hängt nach Meinung von Stephan Christian mit den großen Parkplätzen der Lebensmittelmärkte zusammen: „Das sind die Parkrempler.“ Die Wildunfälle führt Peter Natter auf den steigenden Wildbestand zurück. Positiv: Im Straßenverkehr verlor 2021 kein Mensch sein Leben, und die Anzahl der Schwerverletzten ist von 15 auf 14 zurückgegangen.
Nach einer Entspannung in den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit wieder von 65 auf 73 angestiegen. 2018 war es 100. Die Polizei kündigt verstärkt Einsätze mit der Laserpistole außerhalb geschlossener Ortschaften an. „Das hat einen hohen erzieherischen Effekt, weil wir die Verkehrsteilnehmer unmittelbar anhalten und auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen“, erklärt Peter Natter.
Erfolgreiche Kontrollen
Effektiv scheinen auch Kontrollen auf Alkoholkonsum zu sein: 2021 gab es nur noch drei Unfälle mit Alkoholeinfluss der Fahrer. Im Jahr davor waren es noch zehn.
Vier Kinder waren in einen Verkehrsunfall verwickelt, eins wurde schwer verletzt. Die Zahlen sind seit 2017 zum Glück rückläufig. Damals rannte ein sechsjähriges Mädchen in Medard von der Hand seiner Mutter über die Straße und kam dabei ums Leben.
133 Verkehrsteilnehmer entfernten sich im vergangenen Jahr unerlaubt vom Unfallort. Die Aufklärungsquote bei diesem Delikt ist von 34 auf 43 Prozent gestiegen.
Zweiradunfälle registrierte die Polizei 21, nach 28 in dem Jahr davor. Polizeichef Christian sagt dazu: „Auch da wirkt sich aus, dass wir spezielle Motorradfahrerkontrollen machen.“

