Körborn
Wilde Liese: Körbornerin erfüllt sich Herzenswunsch mit Seccobar auf Rädern
Hier ein geblümtes Windrädchen, dort eine kleine Deko-Leiter mit Kräutern und Blumen – auf die Details bei der Wilden Liese legt Lisa Cappel viel Wert. Schließlich gehe es ihr mit ihrer ausgefallenen Secco- und Weinbar auf zwei Rädern darum, Gästen eine schöne Zeit zu bescheren. Da kommt es auch auf Kleinigkeiten an. Seit gut einem Jahr ist die Körbornerin nun mit ihrem auffälligen Gefährt an Wochenenden auf Veranstaltungen im Kreis und darüber hinaus unterwegs – und hat sich damit ein echtes Herzensanliegen erfüllt.
An die Gastronomie hat Cappel ihr Herz bereits als Schülerin verloren. Sieben Jahre lang war sie im Restaurant auf Burg Lichtenberg beschäftigt, zwischen Abitur und Studium gar ein halbes Jahr fest, wie sie sagt. „Emrichs haben mich gut in die Lehre genommen, da ist was hängen geblieben“, sagt die 30-Jährige. Offenbar so viel, dass es sie auch Jahre später noch immer in die Gastronomie zieht. Zwar schlug Cappel beruflich andere Wege ein, betont auch, ihren Beruf als Zollbeamtin in Saarbrücken sehr gerne auszuüben. Dennoch: Der Wunsch, zusätzlich etwas im Gastro-Bereich zu machen, habe sie lange begleitet, so die Körbornerin, die auch im Freundeskreis gerne die Gastgeberin gibt.
Großeltern als Namensgeber für Kreationen
Letztlich habe sie es vor allem Elke Schug von „64 – der kleine Werkstattladen“ in Schönenberg-Kübelberg zu verdanken, „dass ich mich das getraut habe“, erzählt Cappel, die seit ihrer Schulzeit nebenher in dem Laden jobbt. Schließlich sei es schon ein Schritt gewesen, eine eigene Secco- und Weinbar auf Rädern ins Leben zu rufen – neben dem eigentlichen Beruf. In die Wilde Liese – oder vielmehr den Anhänger mit Rundbogen im Retro-Stil – hat sich Cappel auf Anhieb verliebt. „Eigentlich wollten wir nur mal gucken“, erzählt sie schmunzelnd von der Fahrt zu einer spezialisierten Firma nach Emmendingen. „Der hat die Haube aufgemacht und alle wussten, es ist vorbei, der ist gekauft“, sagt sie mit Blick auf ihre Begleiter und lacht. „Die Deko war bestellt, bevor der Wagen da war.“
Ein Name für ihr „Baby auf zwei Rädern“ war schnell gefunden: „Mein Opa nennt mich immer Liese“, erzählt Cappel. Ihre Großeltern seien drum auch jene gewesen, denen die Wilde Liese im Mai vergangenen Jahres den ersten Besuch im Kuseler Land abstattete. „Wir sind als allererstes zu ihnen in den Hof gefahren“, berichtet die Zollbeamtin strahlend. Da liegt es auf der Hand, dass die Namen zweier Getränke-Kreationen ihres Sortiments Oma und Opa gewidmet sind: der wilde Hansi und das wilde Irmsche.
Überrascht von vielen Buchungen
Apropos Kreationen: Was an Märkten und privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen von nun an über die Theke der Wilden Liese gehen sollte, musste selbstverständlich im Vorfeld getestet werden. „Die Mädels waren meine Versuchskaninchen in der Zeit. Auch heute teste ich noch Sachen. Ich komme fast nie irgendwohin, ohne etwas Neues zum Testen dabei zu haben“, berichtet Cappel von verschiedenen Sorten Spritz, die sie neben gepimpten Weinschorlen und einem kleinen Weinsortiment anbietet. Den Sirup für erstere bezieht sie aus dem kleinen Wertstattladen. Viel Wert habe sie dabei auf einen guten Secco gelegt, „den man auch gut pur trinken kann“, erklärt die 30-Jährige, die seit vielen Jahren im Kuseler Karnevalverein aktiv ist, sich außerdem im Gemeinderat ihrer Heimatgemeinde engagiert. Fündig sei sie bei einem Weingut in der Nähe von Landau geworden, das sie zum Start der Wilden Liese im Juli 2023 mit einer Groß-Bestellung förmlich überrannt habe. Von mancher Sorte habe sie gar vorübergehend den gesamten Bestand leer geräumt.
Schließlich sei sie im vergangenen Jahr doch selbst ein wenig überrascht gewesen, „wie viele Buchungen da um die Ecke kamen“. Meist habe es sich dabei um private Veranstaltungen gehandelt – vor allem Instagram und schnell auch die Mundpropaganda brachten ihr ersten Zulauf ein. Bereits im August stellte die 30-Jährige eine kurzfristig Beschäftigte ein, wie sie sagt. „Es gibt Märkte, da geht es alleine nicht“, erklärt sie. Auf lange Wartezeiten habe schließlich niemand Lust. Dass Besucher gerne an ihrem Ständchen verweilen – das sei ihr Ziel. Drum habe sie auch „immer was fürs Herz dabei“ – etwa Armbänder oder Einkaufstaschen mit Sprüchen.
Spritz zum Bauernmarkt in Konken
Für einige Märkte sei es Mitte vergangenen Jahres nach dem Start der Wilden Liese ob der Bewerbungsfrist zu spät gewesen. „In diesem Jahr bin ich besser vorbereitet“, sagt Cappel, die bereits auf einige Veranstaltungen zurückblicken kann: etwa die Kulinarische Panoramawanderung im Oberen Glantal, die Jubiläumsfeier von Spielwaren Metzger in Kusel und der Tag des Deutsch-Französischen Gartens in Saarbrücken. Ganz besonders freue sie sich nun auf den Europäischen Bauernmarkt in Konken, wo sie mit ihrem „Herzensmenschen“ Elke Schug vom Wertstattladen als Duo Besucher empfangen will. „Elke macht Feinkost und bei mir gibt es Spritz“, kündigt Cappel an, die außerdem eine kleine Überraschung verspricht.
Bei all der Freude über ihre rollende Bar mit ausziehbarem Kühlschrank und großer Spülmaschine: So etwas nebenher zu betreiben, erfordert viel Organisation, weiß Cappel. Da muss die Liese auch mal donnerstagsabends für den samstäglichen Einsatz gepackt oder die Mutter kurzfristig zum Obstkauf losgeschickt werden. „Das geht nur mit Unterstützung“, betont Cappel und gibt weitere Beispiele: Der Auf- und Abbau, die oft schwierige Lage um Strom und Wasser vor Ort – bei alledem und mehr greife ihr Freund Sven Heyd kräftig unter die Arme. „Ohne ihn würde ich das alles nicht schaffen.“

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