Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wie es mit der Kita Glantalstrolche weitergeht

Die Kita Glantalstrolche in Offenbach-Hundheim stellt die Gemeinde vor große Aufgaben.
Die Kita Glantalstrolche in Offenbach-Hundheim stellt die Gemeinde vor große Aufgaben.

Händeringend suchen die Verantwortlichen nach einer Lösung für die Kita Glantalstrolche. Findet sich keine Alternative zur derzeitigen Raumsituation, könnte das die Gemeinde teuer zu stehen kommen.

Die Kita Glantalstrolche stellt die Gemeinde Offenbach-Hundheim vor schwierige Aufgaben. Schon vor Jahren war die Kita an räumliche Kapazitätsgrenzen gestoßen, außerdem wurden Brandschutzmaßnahmen fällig. Im Frühjahr 2023 zog eine Gruppe in das multifunktionale Dorfgemeinschaftshaus um. Doch das damals als „das wohl schönste Provisorium in Rheinland-Pfalz“ bezeichnete Ausweichquartier war von vorneherein keine Dauerlösung. Ein baldiger Auszug aus Standort zwei scheint für die U3-Gruppe unausweichlich.

Fertiger Bauzeitenplan bis Ende Juni

„Die Mäuse müssen raus, wohin, wissen wir nicht – oder wir müssen zahlen“, schildert Ortsbürgermeister Roland Alt. Das Damoklesschwert – und damit Hauptproblem – ist die potenzielle Rückzahlung eines Zuschusses. Die Gemeinde hatte für den Bau des multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses Fördergeld erhalten, daher muss die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier der Zweckentfremdung als Kita-Standort zustimmen. Nun ist klar: Bis Ende Juni muss die Ortsgemeinde der ADD einen fertigen Bauzeitenplan vorlegen, um eine weitere Verlängerung bis Ende 2027 für den Gruppenbetrieb zu erhalten.

Ein fertiger Bauplan mutet utopisch an, da für einen Neubau oder eine Erweiterung noch keine Beschlüsse vorliegen. Einzig eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung ist fertiggestellt. Auch die Brandschutzsanierungen am Standort eins sind noch nicht abgeschlossen, wenngleich sie schon im Jahr 2022 Fahrt aufgenommen hatten. Wohin mit der Gruppe, ist nach wie vor unklar. Das evangelische Gemeindehaus beispielsweise war schon Anfang 2023 ausgemustert worden.

Verbandsgemeinde könnte neuer Träger werden

Ob die Gruppe im Dorfgemeinschaftshaus bleibt? Sollte die Ortsgemeinde keinen Bauzeitenplan vorlegen können, dann wird sie in diesem Fall den Zuschuss in Höhe von rund 550.000 Euro zurückzahlen müssen. So zumindest sieht es derzeit aus. Es soll nun Treffen mit dem Landesjugendamt und der Kreisjugendbehörde geben, um Lösungen zu finden, wie Yannick Wendel von der Verwaltung erläutert. Die Probleme sollen in einer separaten Sitzung geklärt werden. „Die Zukunft sieht etwas düster aus“, fürchtet Alt.

Mit dem zweiten Standort hatte sich auch die Personalsituation verschärft, denn in zwei Standorten sind Personal und Kinder weniger flexibel umzuverteilen. An diesem Punkt könnte die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein womöglich Abhilfe schaffen, wenn sie als Träger fungiert. Daher hat der Offenbach-Hundheimer Rat einstimmig beschlossen, Verhandlungen aufzunehmen. Sollte die Trägerschaft wechseln, würde sich die VG ums Personal und das Alltagsgeschäft kümmern, während die Ortsgemeinde weiterhin Bauträger bleibe würde.

Treffen mit Wiesweiler

Wendel erläutert, dass das Kitageschäft durch zunehmende Bürokratie immer komplizierter geworden sei. Zudem sei der Ortsbürgermeister aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz möglichen Klagen ausgesetzt. Alt scheue weder die Arbeit noch eine mögliche Klage, sagt er, sein Anliegen sei ein anderes: Die Kita habe zu wenig Personal, und im Krankheitsfall könne die VG leichter auf Personal von anderen Einrichtungen zurückgreifen. Bei hohem Krankenstand könne freilich auch die VG nicht immer eine 100-prozentige Betreuung sicherstellen, erklärt Wendel, allerdings gebe es verschiedene Springerstellen, und Erzieher könnten „umgeschichtet“ werden. Offenbach-Hundheim wäre nach Kreimbach-Kaulbach, Hefersweiler und Hinzweiler die vierte VG-Kita. Auch Kita-Leiterin Denise Gerhardt spricht sich für eine Übernahme der Trägerschaft durch die VG aus und berichtet, dass der Aufwand zum Erhalt der jüngsten Betriebserlaubnis enorm gewesen sei – das wäre künftig Aufgabe der VG.

Grundsätzlich geeinigt haben sich Offenbach-Hundheim und Wiesweiler auf eine Kostenbeteiligung anhand tatsächlicher Kinderzahlen. Jahre zuvor hatten sich die Einzugsgemeinden Wiesweiler und Nerzweiler nur an Personal- und Sachkosten, nicht an den Investitionskosten beteiligt. Während seiner Amtszeit hatte der frühere Wiesweilerer Ortsbürgermeister Ingfried Klahr erklärt, dass seine Gemeinde sich beteilige und auf ein Treffen zur weiteren Abklärung mit dem damaligen Ortsbürgermeister von Offenbach-Hundheim, Peter Stein, gepocht. Dazu kam es nie, noch im Januar 2025 wird nun ein Treffen stattfinden, berichtet Alt.

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