Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kita in Offenbach-Hundheim: Verunsicherung bei Eltern und Erzieherinnen

Bietet zu wenig „Glantalstrolchen“ Platz: In der Kita der Ortsgemeinde Offenbach-Hundheim herrscht arge Raumnot. Erzieherinnen u
Bietet zu wenig »Glantalstrolchen« Platz: In der Kita der Ortsgemeinde Offenbach-Hundheim herrscht arge Raumnot. Erzieherinnen und Eltern sorgen sich.

Verunsicherung und Ärger rund um die Kita Glantalstrolche in Offenbach-Hundheim: Ist es tatsächlich möglich, dass Kinder aus Wiesweiler und Nerzweiler ab Sommer vor verschlossenen Türen stehen, weil es keine Vereinbarung zur Kostenaufteilung bei Investitionen gibt? Nein, sagt Ortsbürgermeister Peter Stein. Offenbar hat es einige Missverständnisse gegeben.

Die Kita Glantalstrolche in Offenbach-Hundheim ist an räumliche Kapazitätsgrenzen gestoßen, die U3-Gruppe wird seit dem Frühjahr 2023 im Dorfgemeinschaftshaus betreut. Bald sollen notwendige Brandschutzmaßnahmen erfolgen. Ein Erweiterungsbau ist nötig – jedoch nur, wenn die 15 Kinder aus Wiesweiler und Nerzweiler mitgezählt werden, hatte Ortsbürgermeister Peter Stein im Mai nach der Haushaltssitzung des Ortsgemeinderates gesagt. Mit 1,5 Millionen Euro sei zu rechnen und bisher gebe es keine Vereinbarung dazu, ob und wie die beiden Einzugsgemeinden beteiligt werden.

Das will Wiesweilers Ortsbürgermeister Ingfried Klahr nicht unkommentiert lassen. Als unangemessen und nicht nachvollziehbar bezeichnet er Äußerungen Steins, der zu Eltern aus den Einzugsgemeinden gesagt habe, „ab Sommer 2024 sei für deren Kinder kein Platz mehr in der Kita Offenbach-Hundheim“. Stein bestreitet diese Aussage. Er habe in der Vergangenheit betont, dass die Kinder der Einzugsgemeinden nicht vor verschlossener Tür stehen werden und dabei bleibe es auch. Wie nach der Haushaltssitzung bereits berichtet, habe er sich bei der Kreisverwaltung informiert, ob die Kinder aus Wiesweiler und Nerzweiler andere Kitas besuchen könnten. Stein: „Es wäre eine charmante Nummer“, die Geld und Ärger erspare, wenn die Eltern Alternativen zu den Glantalstrolchen fänden, „jedoch fahren alle Kitas auf der letzten Rille“.

Keine neue Vereinbarung seit bald drei Jahren

Wie kam es nun zu der Lage, die für Verunsicherung unter anderem bei den Eltern gesorgt hat? Hintergrund ist eine alte Vereinbarung aus dem Jahr 1992, die Ende 2021 von Offenbach-Hundheimer Seite gekündigt wurde. Demnach galt, dass sich Wiesweiler und Nerzweiler nicht an Investitionskosten beteiligen, an Personal- und Sachkosten jedoch schon. Im Anschluss gab es Treffen und Beratungen – Unklarheit herrscht jedoch darüber, warum der Prozess hin zu einer neuen Vereinbarung ins Stocken geraten ist.

Zwar hat der Wiesweilerer Rat im April 2023 beschlossen, mit den Räten aus Offenbach-Hundheim und Nerzweiler zu tagen, „um gemeinsam eine Grundsatzentscheidung im Hinblick auf die anstehenden Investitionen zu treffen“, wie Klahr berichtet. Doch dazu kam es nie. Er habe Stein telefonisch Ende April 2023 vom Beschluss informiert und ihn gebeten, eine Sitzung zu organisieren.

Haushaltsansätze in Wiesweiler und Nerzweiler

Stein jedoch sagt auf Nachfrage der RHEINPFALZ: „Mir liegt schriftlich nichts vor.“ Bei einem Treffen im Herbst 2023 sei von den Einzugsgemeinden gefordert worden, die anstehenden Investitionskosten bekanntzugeben. Das sei nur im Fall des Brandschutzes möglich gewesen, denn erst sobald die Brandschutztreppen installiert sind, „kann in Sachen Erweiterung losgelegt werden“. Dabei sei die Kostenbeteiligung der Einzugsgemeinden unerlässlich und Klahr habe auch zugesagt, die Kosten seinem Rat vorzustellen, sobald bekannt, schildert Stein. Unabhängig davon, hätten beide Einzugsgemeinden in der Vergangenheit jedoch „kein Interesse an einer Beteiligung gezeigt“, als Investitionskosten zwischen 40.000 und 50.000 Euro getätigt wurden, sagt der Noch-Ortsbürgermeister von Offenbach-Hundheim.

Klahr hält dagegen: „Es galt noch die alte Vereinbarung und das wäre im Vorfeld zu klären gewesen.“ Er bemängelt fehlenden Austausch: „Man muss aber mit denen, die mit im Boot sitzen kommunizieren.“ Es sei unstrittig, dass die Vereinbarung nicht mehr zeitgemäß war. Wiesweiler habe sich, obwohl keine rechtliche Verpflichtung bestand, an den Kosten für den Einbau einer stationären Lüftungsanlage mit einem Anteil von 4000 Euro beteiligen wollen. Die Mittel seien im Haushalt 2021 eingestellt gewesen. „Da die Trägergemeinde sich gegen den Einbau entschieden hatte, wurde dieser Betrag nicht abgerufen“, erklärt der Wiesweilerer Ortsbürgermeister. Außerdem seien in den Haushalten 2024 der beiden Einzugsgemeinden Investitionszuwendungen für die Brandschutzmaßnahme Kita eingestellt. Wiesweiler hat hierbei einen Anteil von knapp 30.000 Euro im Haushalt vorgesehen, im kleinen Nerzweiler sind es gut 9000 Euro.

Beide Ortsbürgermeister sind bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten. Er hoffe, dass die anstehenden Maßnahmen mit dem erforderlichen Nachdruck weiterverfolgt und zeitnah zum Abschluss gebracht werden können, erklärt Klahr.

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