Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der Weinbau in der Westpfalz wieder auflebt

 Winzerbruder Lothar Gerhauser steht der neuen Weinbergsbesitzerin Helena Kreischer immer noch bei Fragen zur Seite.
Winzerbruder Lothar Gerhauser steht der neuen Weinbergsbesitzerin Helena Kreischer immer noch bei Fragen zur Seite.

Wo einst fast alle Rebstöcke verschwanden, wird inzwischen wieder Wein angebaut. Ein Ehepaar führt mit seinem Weingut eine alte Tradition in der Westpfalz fort.

Herbstzeit ist Weinlesezeit – auch in einem Ort, der auf den ersten Blick kaum mit Reben in Verbindung gebracht wird. Mitten in der Westpfalz, in Offenbach-Hundheim, bewirtschaften Helena und Philipp Kreischer einen Weinberg, der eine bewegte Geschichte hat. Denn: Das Glantal, in dem der Wingert steht, hat eine lange Weinbauvergangenheit.

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Anblick steiler Hänge und voller Reben rund um Offenbach-Hundheim keine Seltenheit. Doch in den 1960er Jahren kam der Weinbau in der Region nahezu zum Erliegen. Erst eine Gruppe von sechs Freunden – die Offenbacher Winzerbrüder – wagte in den Neunzigern einen Neuanfang. Ohne große Vorkenntnisse pflanzten sie im Offenbacher Klostergarten neue Reben. Einer dieser Winzerbrüder ist Lothar Gerhauser. Er begründet ihren damaligen Antrieb ebenso simpel wie charmant: „Wir wollten etwas zu trinken haben.“

Fokus auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten

Ein junges Ehepaar führt die Idee der Winzerbrüder nun fort: Helena und Philipp Kreischer aus dem Nachbarort Buborn. Anfang 2024 übernahm das Ehepaar den Weinberg im Offenbacher Klostergarten von den Winzerbrüdern und damit auch deren Vision vom Weinbau in der Westpfalz. Eigentlich ist die Familie im Ackerbau zu Hause, hat jedoch schon immer eine Faszination für Trauben und Wein. Wie das Ehepaar berichtet, hat es sich mit Unterstützung von „Weinpate“ Gerhauser das nötige Wissen selbst angeeignet – so wie damals die Winzerbrüder. Mittlerweile haben die Kreischers bereits weitere Rebflächen in ihrer Heimat gepflanzt.

Das Besondere an den Kreischer-Weinen sind die verwendeten Rebsorten. Wie schon die Offenbacher Winzerbrüder setzen auch Helena und Philipp Kreischer auf sogenannte Piwi-Sorten. Piwi steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten und beschreibt besonders robuste Reben, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigen als gewöhnliche Rebsorten.

Weinlese als Gemeinschaftserlebnis

Wenn im Herbst die Trauben reif sind, packen viele helfende Hände mit an. Freunde, Familie und freiwillige Unterstützer wie Lothar Gerhauser kommen zur Lese in den Klostergarten. Die Lesezeit in diesem Jahr ist bereits abgeschlossen – mit einem für die Kreischers zufriedenstellenden Ergebnis. Sie haben Trauben für rund 3000 Liter Wein ernten können. Inzwischen sind die Trauben zum Ausbau ins Weingut Rohr nach Raumbach gebracht worden. Bis es den neuen Jahrgang aus der Westpfalz zu verkosten gibt, wird es allerdings noch ein paar Monate dauern.

Die Ernte des Jahres 2025 ist bereits eingefahren.
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An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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