Schönenberg-Kübelberg
Widerstand gegen Arztpraxis-Container auf Park+Ride-Parkplatz
Thomas Wolf dachte, in Kübelberg einen guten Platz für die Arztpraxis-Container von Dietmar Kraus gefunden zu haben – bis Anwohner per Brief „ruhig und sachlich“ ihre Bedenken vortrugen. Es gehe darum, dass durch die Container auf dem Park+Ride-Parkplatz möglicherweise Zufahrten zu Häusern erschwert werden oder dass der Abstand zu dortigen Grundstücken zu gering sei, sagt Wolf. Aber es seien auch Ängste formuliert worden, die die Arbeit von Kraus als Suchtmediziner betreffen. Die Anwohner hätten zudem Vorschläge zu alternativen Standorten in Schönenberg-Kübelberg gemacht, aber die seien nicht umsetzbar. Auch Wolf will sich weiter nach geeigneten Plätzen im Ort umschauen.
Dietmar Kraus, Initiator des Projekts, bleibt trotz dieses Hin und Her relativ gelassen – im Gegensatz zu manchen Patienten. Die konnten am 21. Dezember in der RHEINPFALZ lesen, sagt Kraus, dass die Arztpraxis-Container voraussichtlich auf dem seitlichen Parkplatz vorm Rathaus, neben der evangelischen Kirche, oder hinter dem Bürgerhaus Schönenberg aufgestellt werden. Dann sei am 29. Januar in der Zeitung der Park+Ride-Parkplatz hinter dem Dorfplatz in Kübelberg als Standort präsentiert worden. Und jetzt soll eine weitere Alternative gesucht werden? „Das schafft Unruhe unter meinen Patienten“, sagt Kraus. Die Gemeinde müsse sich fragen: Will sie einen Parkplatz oder eine ärztliche Versorgung?
Mietvertrag läuft aus
„Ich kann Herrn Kraus verstehen“, sagt Ortsbürgermeister Wolf. Und der Standort hinter dem Dorfplatz sei auch noch nicht endgültig aus dem Rennen. Die Anwohner habe er zunächst damit beruhigt, dass Kraus noch keine Bauvoranfrage für seine Arztpraxis-Container auf dem Park+Ride-Parkplatz eingereicht hat. Dass also noch kein Baurecht besteht.
Aber Wolf will den Standort auch nicht gegen jeglichen Widerstand durchsetzen, obwohl er im Bauausschuss des Gemeinderats fraktionsübergreifend den Auftrag erhalten hat, die Bauvoranfrage zu unterschreiben, sobald sie auf dem Tisch liegt. „Ich werde nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen“ und an einem Standort festhalten, der womöglich von den Anwohnern angefochten werden kann, begründet Wolf seine „kleine Rolle rückwärts“. Er werde die Argumente beider Seiten ganz sachlich abwägen und das Thema auch noch einmal mit seinen Ratskollegen besprechen, falls Kraus überhaupt eine Bauvoranfrage vorlege.
Derweil läuft Dietmar Kraus die Zeit weg. Der Mietvertrag für seine Praxis in der Glanstraße läuft aus, der Arzt benötigt die Container als Zwischenlösung, bis sein eigentliches Ziel umgesetzt werden kann, ein Medizinisches Versorgungszentrum in Schönenberg-Kübelberg. „Ich nehme auch einen anderen Standort für die Container, aber irgendwann muss Schluss sein“, sagt Kraus.
