Etschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Was es mit den monatlichen Tanztees auf sich hat

Nicht nur Senioren aus dem Landkreis Kusel besuchen die monatlichen Tanztees, sondern auch Menschen aus der Vorderpfalz und dem
Nicht nur Senioren aus dem Landkreis Kusel besuchen die monatlichen Tanztees, sondern auch Menschen aus der Vorderpfalz und dem Saarland. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Leo Calabrese (vorne im Bild).

Sie schwingen das Tanzbein auch noch im Alter. Rund 100 Teilnehmer treffen sich regelmäßig beim Tanztee in Etschberg. Bei tanzbarer Musik geht es aber nicht nur ums Vergnügen. Nach den Ferien steht ein vorübergehender Umzug nach Rammelsbach an – an einen besonderen Ort.

Seit etwa zwei Jahren gibt es die Tanztee-Veranstaltungen in Etschberg, und sie werden mehr als gut angenommen, berichtet Ortsbürgermeister Christoph Schneider. Im Durchschnitt zählen die Veranstalter 110 Personen, die regelmäßig teilnehmen – die meisten vom Beginn des Rentenalters bis etwa Mitte 80, schätzt Schneider.

Da sich das Angebot vielerorts herumgesprochen hat, habe die Ortsgemeinde teilweise sogar schon Tanzfreunde abweisen müssen. Die Teilnehmerzahl wurde auf 150 beschränkt. Dabei seien Etschberger eher in der Unterzahl. „Die Tänzer kommen auch aus umliegenden Orten, sogar aus dem Saarland und der Vorderpfalz“, erläutert Schneider. Oft handele es sich dabei um Paare, es seien aber auch Alleinstehende dabei.

Neuer Name, gleicher Inhalt

Der Tanztee nennt sich inzwischen „Bewegung im Rhythmus der Musik“ und ist ein Angebot des Landkreises in Kooperation mit der Ortsgemeinde. Die kostenlose Veranstaltung findet im Zuge der Veranstaltungsreihe „Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Landkreis Kusel“ statt, erläutert Kreis-Seniorenkoordinator Ulrich Urschel. „Es ist auch eine inklusive Veranstaltung“, betont er, dass auch die Lebenshilfe regelmäßig mit von der Partie sei. Die ältesten Tänzer schätzt er sogar auf „über 90 Jahre“.

Tanzen fördert Körper und Geist.
Tanzen fördert Körper und Geist.

Tanzen hält eben jung. Und wenn es dabei noch Tee, Kaffee, Kuchen und Herzhaftes gebe, werde auch für Energienachschub bei den Teilnehmern gesorgt. Dafür sorgen neben Urschel unter anderen Bewegungsbegleiterin Rita Schneider und Karin Jung mit einem Team weiterer Ehrenamtlicher aus dem Ort. Die passenden Tanzbeats steuert Leo Calabrese bei. Der Alleinunterhalter aus Krottelbach – der Hut ist sein Markenzeichen – singt auf deutsch, italienisch und englisch und trifft damit offenbar genau den Geschmack der Besucher.

Tanzen zur Gesundheitsprävention

Allerdings geht es bei den Veranstaltungen nicht nur ums Tanzen an sich. „In einer Gesellschaft, die zunehmend altert, gewinnt Prävention an enormer Bedeutung. Tanzende Bewegungsübungen erweisen sich hierbei als ganzheitliche Praxis, die nicht nur die Fitness steigert, sondern auch messbare Auswirkungen auf die kognitive Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden hat“, erläutert Urschel. Ein wissenschaftlicher Blick auf das Tanzen mit Senioren offenbare, dass es weit mehr sei als nur eine Form der Bewegung. Es handele sich zudem um ein soziales Angebot. Außerdem förderten tanzende Bewegungsübungen nicht allein die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige und gemeinschaftliche Entwicklung.

Für die dritte Lebensphase sei somit ein Treffpunkt geschaffen, der Gemeinschaft und Freude fördere, fügt Urschel hinzu. Der Etschberger hatte das von den Krankenkassen geförderte Projekt initiiert. „Weitere tanzende Bewegungsangebote des geförderten Kreisprojektes werden im Mehrgenerationenhaus in Kusel angeboten“, fügt Urschel hinzu. Zentrales Anliegen sei die Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit und der Lebensqualität älterer Menschen.

Kirche wird zum Tanzort

Seit dem Start im September 2022 haben sich die Tänzer nun schon 19-mal in Etschberg getroffen. Am vergangenen Sonntag fand allerdings der vorerst letzte Tanztee in Etschberg statt. Denn das Dorfgemeinschaftshaus muss wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen werden. Christoph Schneider rechnet rund ein halbes Jahr für die Bauarbeiten, bei denen der Brandschutz ertüchtigt werden soll. „Nach dem Umbau kommt die Veranstaltung zu uns zurück“, sagt Schneider.

Doch zum 20. Tanztee wechseln die Tänzer erst mal den Ort. Ausweichen können die Teilnehmer nach der Sommerpause nach Rammelsbach. „Ab Oktober geht es bei uns weiter“, kündigt Rammelsbachs Ortschef Thomas Danneck an. Ein genauer Termin werde noch mitgeteilt. Aber der Ort stehe schon fest: „Wir machen das in der ehemaligen katholischen Kirche“, berichtet Danneck. Die Ortsgemeinde hatte die Kirche vor kurzem von der Pfarrei gekauft.

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