Glan-Münchweiler / Landstuhl
Volksbank erweitert ihre Geschäfte in die Sickingenstadt
Seit Ende vergangener Woche steht fest: Die Genossen aus Glan-Münchweiler expandieren nach Landstuhl. Im ehemaligen Modehaus Keßler in der Kaiserstraße eröffnen sie mit dem Jahreswechsel ihre nunmehr zehnte Filiale. Was noch gefehlt hatte, war ein entsprechender Beschluss des Aufsichtsrates. Der liegt nun vor.
Die Pläne, nun auch eine Zweigstelle in Landstuhl zu eröffnen, sind schon einige Monate alt, wie die beiden Vorstandsmitglieder Sabine Mack und Christian Dietrich am Montag der RHEINPFALZ bestätigt haben. Im Frühjahr habe sich abgezeichnet, dass die Sparda-Bank ihre Dependance in der Sickingenstadt zur Jahresmitte schließt. „Da haben wir uns gedacht: wenn nicht jetzt, wann denn dann?“, beschreibt Dietrich die Motivation der Glan-Münchweilerer, die schon lange auch im Kreis Kaiserslautern Geschäfte machen – unter anderem mit Filialen in Ramstein und in Miesau – und die nach eigenen Angaben mehr als 2000 Kunden schon jetzt im Raum Landstuhl haben. Viele von diesen hätten sie zu einem solchen Schritt ermutigt, nachdem die Pläne durchgesickert seien.
„Der neue Standort ist besser“
Ursprünglich wollte die Volksbank genau in jenes Gebäude am Kolpingplatz einziehen, in dem bis zum 30. Juni die Sparda-Bank war, „weil damit der Weg früherer Sparda-Kunden zu uns ganz natürlich gewesen wäre“. Doch die Räume seien vom Eigentümer, der Kolpingfamilie, bereits anderweitig vermietet worden.
Also machten sich Mack und Dietrich an einem Tag im Juni auf, um durch die Landstuhler Innenstadt zu flanieren, um sich mögliche alternative Geschäftsräume anzuschauen – und das „nicht gerade unauffällig“, wie sie mit einem Schmunzeln erzählen. Am Ende gab es einen Anruf aus Landstuhl, über den die Vorstandsmitglieder sehr glücklich sind: „Der jetzige Standort in zentraler Lage ist sogar noch besser.“
Gekommen, um zu bleiben
Sie schlossen einen Mietvertrag über zehn Jahre Laufzeit ab; um damit zu zeigen: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Das sei schon seit Jahren die Geschäftsphilosophie der Volksbank Glan-Münchweiler, sich eben nicht aus der Fläche zurückzuziehen, um zu sparen, sondern um vor Ort bei den Kunden zu sein. Zuletzt hatten die Genossen mit dieser Strategie nicht nur ihre Umsätze, sondern trotz geringerer Zinsspanne auch ihr Jahresergebnis deutlich gesteigert.
Ende September wird das derzeit noch dort ansässige Reisebüro aus- und die Steuerberatung innerhalb des Gebäudes umziehen. Anschließend werden Eigentümer und Volksbank insgesamt rund 400.000 Euro investieren, um die 180 Quadratmeter fit für Bankgeschäfte zu machen. Entstehen soll eine komplette Filiale mit insgesamt vier Mitarbeitern sowie einem Selbstbedienungsbereich. „Drei Berater vor Ort werden dafür sorgen, dass Kunden in unserer neuen Filiale alles erledigen können, was sie an Geldgeschäften benötigen“, betont Mack.
Dass die Volksbank Glan-Münchweiler der ebenfalls in Landstuhl ansässigen Volksbank Kaiserslautern Konkurrenz macht, wollen sie so nicht sehen. „Es ist kein Angriff auf die Volksbank Kaiserslautern. Wir zielen zuerst einmal auf unsere eigenen Kunden – und auf jene der Sparda-Bank.“ Zudem habe es in Landstuhl früher deutlich mehr Geldinstitute gegeben. Da sei jetzt allemal Platz für die Filiale einer dritten Bank.