Albessen RHEINPFALZ Plus Artikel Vineyard richtet Gemeindezentrum im Gasthaus Klein ein

Barbara Merkert, Jenny Müller und Jörg Brassel (von links) bei den letzten Vorbereitungen für den ersten Gottesdienst im ehemali
Barbara Merkert, Jenny Müller und Jörg Brassel (von links) bei den letzten Vorbereitungen für den ersten Gottesdienst im ehemaligen Gasthaus Klein in Albessen.

Ins Gasthaus Klein in Albessen ziehen neue Nutzer ein. Der christliche Verein Vineyard Albessen hat die Immobilie gekauft . Am Sonntag ist der erste Gottesdienst.

Es ist mitten im Dorf und fungierte lange Zeit auch als Dorfmittelpunkt: das Gasthaus Klein, auch „Stickser“ genannt – und als solches jahrzehntelang weit über die Grenzen des Dorfes als beliebter, uriger Treffpunkt hinaus bekannt. Das Ehepaar Hans und Ursel Klein führte es bis 2011 und verpachtete es anschließend. Im Juni 2015 wechselte die Pächterin, die Lichter gingen aus. Nun soll dort wieder Leben einziehen, berichtet Jörg Brassel, Vorsitzender des Vereins Vineyard Albessen.

Die christliche Freikirche wächst, allein aus Albessen sind rund 15 bis 20 Prozent der Einwohner Mitglieder. Weitere kommen aus Orten in der näheren Umgebung, aber auch über den Kreis Kusel hinaus bis nach Idar-Oberstein und Birkenfeld, schildert Brassel. Zu den Gottesdiensten jeden Sonntag um 10.30 Uhr würden stets 30 bis 50 Personen erwartet. Wie in Freikirchen üblich, ist auch hier die Altersstruktur gemischt, es gibt zahlreiche Kinder und viele jüngere Mitglieder.

Ausgangspunkt ist Albessen

Im Januar 2000 hatte die Vineyard-Bewegung in Albessen ihren Anfang genommen, damals mit einer Jugendgruppe unter anderem mit Ute Theiß und ihm, blickt Landwirt Brassel zurück. In den vergangenen 20 Jahren nutzte die Freikirche, bei der sich alles um eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus dreht, das Dorfgemeinschaftshaus für ihre Zusammenkünfte. Im Sommer traf sich die Gemeinschaft in einem großen Zelt vis-à-vis des Brasselschen Bauernhofs, das ursprünglich in der Corona-Zeit aufgebaut wurde.

Der Verein Vineyard Albessen hat das frühere Gasthaus Klein gekauft, um es als Gemeindezentrum zu nutzen.
Der Verein Vineyard Albessen hat das frühere Gasthaus Klein gekauft, um es als Gemeindezentrum zu nutzen.

„Wir hatten uns schon länger neue Räume gewünscht“, berichtet Jörg Brassel, „möglichst in Albessen“. Auch habe die Gemeinschaft einen Neubau nicht ausgeschlossen. Da traf es sich gut, dass die Besitzer der Immobilie das Anwesen dem Vineyard-Verein anboten. Zum 1. Januar werden die Verträge gültig. Aber bereits zu Heiligabend sei ein großer Gottesdienst mit Kinderkrippenspiel geplant, kündigt Brassel an.

Sozusagen als Generalprobe für Heiligabend findet am vierten Advent der erste Sonntagsgottesdienst im neuen Domizil statt. Aus den Reihen der Mitglieder gebe es eine gute Handvoll Prediger. Viel haben die Mitglieder der Gemeinschaft in den vergangenen Monaten ehrenamtlich an Zeit und Arbeit investiert. Sie bauten eine neue Gastro-Küche ein, brachten das Mobiliar auf Vordermann, putzten mit Hingabe und stundenlang die Außentreppe. „Die Bausubstanz ist gut“, schildert Brassel, es sei dennoch viel „Zeit und Arbeit, Farbe und Holz“ investiert worden.

Erinnerungen werden wach

Im früheren Gastraum hat sich hingegen wenig verändert. „Die Einrichtung ist gleich geblieben“, auch wurde dort nichts umgestellt. Theke und Kachelofen, Stammtisch und Garderobe sind noch am alten Platz. Erinnerungen werden wach: 1893 hatte der Urgroßvater des vor einigen Jahren verstorbenen Hans Klein dort angefangen. Der aus der Straße „Stücks“ in Konken stammende Landwirt hatte nach Albessen geheiratet – daher der Name „Stickser“.

Der Verein Vineyard Albessen hat das frühere Gasthaus Klein gekauft, um es als Gemeindezentrum zu nutzen. Die Einrichtung in der
Der Verein Vineyard Albessen hat das frühere Gasthaus Klein gekauft, um es als Gemeindezentrum zu nutzen. Die Einrichtung in der Gaststube wurde nicht verändert.

„Hier im Gastraum werden wir nach unseren Gottesdiensten zum Essen zusammenkommen“, erzählt Brassel. Denn Gemeinschaft wird bei Vineyard besonders großgeschrieben. Es wird frisch gekocht, anschließend gibt es Kaffee, „so sitzen wir hier oft bis 14 Uhr zusammen“, ergänzt der Vorsitzende. Ein Vorteil des eigenen Domizils ist, dass die Mitglieder nach den Treffen nicht alles wieder aufräumen müssen, wie es bisher im Dorfgemeinschaftshaus der Fall war.

Die frühere Wirtin Ursel Klein ist im Oktober in ein neu erbautes Nachbarhaus umgezogen, erzählt Brassel und fügt hinzu: „Ich glaube, es ist auch in ihrem Sinne, dass hier jetzt Gemeinde entsteht.“

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