Kreis Kusel
Unser Trinkwasser: Wir können uns glücklich schätzen
Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir hatten vergangene Woche einen strahlenden 1. Mai mit sommerlichen Temperaturen – ich hoffe, Sie haben den Tag genossen. Als es in den letzten Tagen wieder kühler war, hörte ich oft: „Ach, es wird gar nicht richtig warm.“ Ich bin zwar kein Wetterfrosch, aber ich denke: Warm wird es schon noch. Was mir persönlich viel mehr Sorgen bereitet, ist der fehlende Regen. Die paar Tropfen, die zuletzt gefallen sind, reichen beileibe nicht aus. Wälder, Gärten und Äcker dürsten nach mehr.
Ein Glück, dass uns wenigstens das Trinkwasser so schnell nicht ausgeht. Wir haben keine Versorgungsprobleme, hat der Werkleiter des Wasserzweckverbands Ohmbachtal (WZVO), Titus Müller-Skrypski, bei meinem Besuch des Wasserwerks in Schönenberg-Kübelberg diese Woche einmal mehr betont. Selbst wenn es lange Zeit nicht regnet, ist Wasser da. Der Zweckverband versorgt einen großen Teil des Landkreises Kusel inklusive Kreisstadt, zudem einige Gemeinden im Kreis Kaiserslautern. Die Region profitiert von großen Grundwasservorkommen im Landstuhler Bruch und in dieser Hinsicht natürlich auch von der Tatsache, dass hier vergleichsweise wenige Menschen leben. Der Bedarf ist also deutlich geringer als in anderen Teilen Deutschlands, wo es in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre immer mal wieder zu Engpässen kam.
Was fällt im Alltag besonders ins Gewicht?
Das soll natürlich keine Einladung für die hiesige Bevölkerung sein, den Wasserverbrauch bis zum Exzess zu treiben. Wasser ist und bleibt eine kostbare Ressource, mit der wir möglichst sparsam umgehen sollten – auch hier bei uns. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir jeden Tag Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, während es in manch anderen Ländern ein Luxus ist. Es schadet nicht, sich dies im Alltag immer mal wieder in Erinnerung zu rufen.
Klar, wir müssen unsere Bedürfnisse erfüllen – ohne Wasser geht’s nicht. Wir wollen kochen, sauber sein und können uns der Notdurft nicht erwehren. Laut Statistischem Bundesamt verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 128 Liter Wasser pro Tag (Stand: 2022). Eine stolze Zahl. Im täglichen Leben geht nur ein geringer Anteil des Trinkwassers fürs Kochen drauf, schreibt der Wasserzweckverband Ohmbachtal auf seiner Website, viel mehr fallen Reinigung und Körperpflege ins Gewicht.
Wasserspartipps gibt’s zuhauf
Sparpotenzial gibt es im Alltag immer. Denn dass es auch in Zeiten großer Aufklärung zu diesen Themen noch private Haushalte gibt, die verschwenderisch mit Wasser umgehen, möglicherweise auch unbewusst, ist kein Geheimnis. Die Zweckverbände, die den Kreis Kusel versorgen, haben online jeweils einige Tipps zusammengefasst, wie man Wasser sparen kann. Dabei geht es nicht nur um technische Feinheiten, sondern auch ganz einfach darum, unnötig langes Duschen zu vermeiden und die Dusche der Badewanne grundsätzlich vorzuziehen. Auch sonst finden sich Spartipps im Internet zuhauf. Beim Waschen und Spülen zum Beispiel ist es ratsam, darauf zu achten, die Kapazität der Maschinen auszuschöpfen beziehungsweise Sparprogramme zu benutzen. Beides spart ganz nebenbei auch noch Strom. Das Wasser, mit dem man Obst oder Gemüse wäscht, kann man auffangen, um damit die Blumen im Garten zu gießen. Und und und.
Was die Wasserqualität angeht, geht’s dem Kreis Kusel übrigens auch nicht schlecht – sowohl im vom Zweckverband Westpfalz versorgten nördlichen Kreisgebiet, wie aus einer vom VSR-Gewässerschutz veröffentlichten Trinkwasseranalyse aus dem Februar hervorgeht, als auch im Verbandsgebiet des WZVO. Dort gibt es eine aktuelle Entwicklung: Der Nitratgehalt soll durch die baldige Aktivierung eines weiteren Förderbrunnens in der Nähe von Kübelberg noch weiter abgesenkt werden. Genauer erklärt das der Werkleiter bei einem Besuch des Wasserwerks auf der Hub in Schönenberg-Kübelberg. Dieses ist auch noch am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Mai, anlässlich des 60. Jubiläums des Wasserzweckverbands für Besucher geöffnet. Wer sich für die Prozesse hinter der Trinkwasseraufbereitung und -verteilung interessiert oder eine Pumpe sehen möchte, die schon bald für eine menschenlebenlange Zeit in der Erde verschwindet, hat an beiden Tagen, jeweils von 9 bis 15 Uhr, Gelegenheit dazu. Schönes Wochenende!