Schönenberg-Kübelberg Sponsor will bei Biker-Park helfen
Zum Hintergrund: Etwa 20 Jugendliche und junge Erwachsene, die leidenschaftlich gern mit ihren Spezialrädern über Hindernisse fahren, hatten sich in der stillgelegten Sandgrube – mit Zustimmung des Wasserzweckverbands – einen kleinen Parcours angelegt. Das Ganze sollte nun rechtlich auf ordentliche Füße gestellt werden. Bei der Ratssitzung im Juli hatte die CDU-Fraktion das Anliegen der jungen Biker vorgestellt, das Gremium seine grundsätzliche Unterstützung ausgesprochen.
Im Spätsommer wurde das Gelände zunächst gesperrt. Da auf dem Areal des Wasserzweckverbands in der Wasserschutzzone zwei eigentlich keine Sportstätten erlaubt sind, muss die Gemeinde in einem ersten Schritt das Grundstück pachten. Die Wasserschutzbehörde zeigte sich laut Wolf aufgeschlossen, „hatte nichts dagegen“. Nun ist es sogar offiziell. In einem Schreiben vom November hat die Abteilung Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion laut Wolf zugestanden, die Sandgrube für die Biker freizugeben.
Vorbild Trippstadt
Verantwortliche der Gemeinde sowie Vertreter der Biker haben sich die Biker-Anlage in Trippstadt angeschaut, die bereits seit längerer Zeit in Betrieb ist, und sich über die dortigen Regelungen informiert. Es funktioniere alles sehr gut, habe ihm sein Amtskollege bescheinigt, sagt Wolf. Der Träger sei dort die Ortsgemeinde. Diese Funktion werde wohl auch seine Gemeinde übernehmen. Trotz mehrfacher Nachfrage habe sich nämlich „leider kein Verein gefunden, unter dessen Dach die Biker schlüpfen können“.
Ansprechpartner werden jedoch – falls der Biker-Park realisiert wird – zwei Eltern sein, die sich schon bereiterklärt hätten, diese Aufgabe zu übernehmen. Dazu soll es „einen kleinen Vertrag geben“.
Pfandflaschen zur Finanzierung
Der Biker-Park solle primär in Eigenverantwortung betrieben werden, macht Wolf deutlich. Die laufenden Kosten wollten die Biker selbst bestreiten – ähnlich wie die Sportler in Trippstadt. Dort sei ein Drahtkorb aufgestellt, in den leere Pfandflaschen geworfen werden können. Das Geld reiche tatsächlich aus, sei ihnen beschieden worden.
Aber nicht nur die Gemeindeverantwortlichen, auch die Biker selbst sind tätig geworden. Zum einen lancierten sie eine Online-Petition mit der Bitte, das Projekt Biker-Park in Schönenberg-Kübelberg zu unterstützen. Und rund 700 Unterschriften kamen zusammen.
Weiterhin erarbeiteten sie eine Power-Point-Präsentation, um für ihre Anlage zu werben und Sponsoren zu gewinnen. Geplant sind drei Strecken, eine ganz leichte für Anfänger und jüngere Kinder, eine mittlere und eine schwierige für richtige Spezialisten. Aufgeführt sind in der Präsentation auch die Gründe und Ziele für das Vorhaben: Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene soll eine Möglichkeit zum Mountainbiken sowie zum Treffen mit Gleichgesinnten geschaffen werden. Außerdem biete sich hier die Chance, sich mit der Umwelt und der Natur zu befassen.
Nicht zuletzt trage eine solche Freizeitanlage dazu bei, die Wohn- und Lebensqualität von Schönenberg-Kübelberg zu verbessern. Da der Glan-Blies-Weg in unmittelbarer Nähe vorbeiführt, sei er ebenso als touristische Attraktion zu werten.
Kosten in fünfstelliger Höhe
Zudem werden die erwartenden Kosten aufgelistet: Baumaterialien für die Hindernisse, Werkzeuge und passende Unterstellmöglichkeiten, Hinweistafeln, Toiletten-Boxen oder Sonnensegel sowie Aufwendungen für den Tüv. Schließlich soll das Büro Stadt und Natur, Annweiler, das den naturnahen Spielplatz in der Rosenstraße betreut, die Projektleitung übernehmen. „Wir kommen da in den fünfstelligen Bereich“, sagt Wolf, der noch keine exakte Zahl nennen will. Der Sponsor habe bereits signalisiert, diese Aufwendungen zu tragen, freut sich der Ortsbürgermeister. Wegen Krankheit habe das entscheidende Gespräch „leider nicht stattgefunden“, bedauert er.
Bis der Biker-Park tatsächlich Gestalt annehmen kann, seien noch einige Punkte zu klären, betont Wolf. Doch kann er sich gut vorstellen, dass die Anlage im Sommer eröffnet wird.