Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Polizistenmorde: Wie die Täter unbemerkt verschwinden konnten

Nach der Tat riegelte die Polizei das Areal um den Tator weiträumig ab.
Nach der Tat riegelte die Polizei das Areal um den Tator weiträumig ab.

An den beiden Verhandlungstagen am Montag und Dienstag klärten sich zwei Fragen, die sich nach den Polizistenmorden lange stellten. Wie kamen die Täter unbemerkt nach Sulzbach und: War die erlegte Beute vor Ort ausgeweidet worden.

Auf welcher Strecke gelangten die Angeklagten nach der Tat – ohne aufzufallen – an der Polizei vorbei ins Saarland nach Sulzbach? Auf diese Frage gab es im Prozess gegen Andreas S. und Florian V. eine Antwort. Dem Hauptangeklagten Andreas S. zufolge fuhren die Wilderer zunächst bis Erdesbach. Das Seitenfenster war zerschossen und in der Karosserie waren Einschusslöcher. In Erdesbach, so seine Aussage, zog der Renault nicht mehr. Sie holten einen befreundeten Jäger aus Sulzbach zu Hilfe. Gemeinsam wurde eine Abschleppstange montiert. Dann ging die Fahrt über Altenglan, Kusel nach Konken und von dort weiter über Selchenbach und Herchweiler ins Ostertal, über Marth, Niederkirchen, Saal an Dörrenbach vorbei.

In der Nähe von Fürth brach vor Ottweiler an einer abschüssigen Strecke – mutmaßlich zwischen den beiden Abzweigungen nach Fürth – die Abschleppstange. Von Brechen sprach der Zeuge. Andreas S. sagte, sie sei ausgerissen oder abgerissen. S. habe dann den Renault weiterrollen lassen. Der sei wieder angesprungen und habe so gut gezogen, dass er bis Sulzbach zur Wurstküche habe fahren können.

Wilderei-Wagen umgerüstet

Eine Frage stellten Leser seit der Tat immer wieder: Waren die 22 Tiere im Lieferwagen der Wilderer ausgenommen? Sie waren es nicht. Sowohl Andreas S. als auch der Zeuge, in dessen Wurstküche S. die Beute regelmäßig verarbeitete, sagten aus, die Kadaver nach den nächtlichen Jagden seien immer unausgeweidet nach Sulzbach gebracht worden. Erst dort wurden sie ausgenommen und verarbeitet. So auch nach der Tatnacht. Das Vorgehen sei immer so gewesen: Erst wurden die Tiere, die geschossen worden waren und dann am Haken hingen, aus dem Renault geholt und ausgeweidet und so weiter, bis am Ende das Tier dran war, das am nächsten zu den Hecktüren hing.

Damit es im Auto nicht so warm und stickig wurde, hatte Andreas S. eine Vorrichtung an die Hecktüren bauen lassen, die diese einige Zentimeter offen hielt. Auch die Beleuchtung wurde angepasst. Eine weitere Besonderheit des Wagens: Er war so umgerüstet, dass gut 20 Kadaver an Haken links und rechts an der Wand aufgehängt werden konnten. Und noch etwas: Die Bremsleuchten wurden so manipuliert, dass sie beim Bremsen nicht aufleuchteten. Dies hatte Andreas S. veranlasst, damit beim Jagen kein Wild durch Bremslichter aufgescheucht wird.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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