Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Landes- werden zu Kreisstraßen abgestuft: Zuerst wird saniert

So lange die Brücke in Rehweiler nicht saniert ist, bleibt die von Quirnbach her kommende L359 beim Land.
So lange die Brücke in Rehweiler nicht saniert ist, bleibt die von Quirnbach her kommende L359 beim Land.

Es geht um Landesstraßen, die eigentlich keine sind: Vier Abschnitte werden abgestuft. Das heißt: Der Kreis ist künftig für die knapp 20 Straßenkilometer mehr zuständig.

Für zwei Abschnitte ist die Übergabe schon geregelt – vorher sind jedoch noch Arbeiten erforderlich: an der L369 zwischen Eßweiler und der Kreisgrenze beim Tierheim Jettenbach sowie an der L352 von Wahnwegen über Quirnbach bis zur B423. Nach Lösungen gesucht wird noch für die L359 zwischen Quirnbach und Rehweiler, wo die Brücken dringend saniert werden muss. Ebenfalls erst im zweiten Paket an den Kreis übergehen soll die L383 von Heinzenhausen über Hohenöllen und Einöllen bis zur L384.

Der Hintergrund: Im Landesstraßengesetz ist geregelt, dass die Landesstraßen das Bundesstraßennetz ergänzen, dem überregionalen Durchgangsverkehr dienen; Kreisstraßen nehmen den überörtlichen Verkehr auf. Der Landesrechnungshof hatte 2013 angemahnt, dass die Klassifizierung zu prüfen sei. 370 Landesstraßen-Kilometer hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zur Abstufung identifiziert, knapp 20 Kilometer davon im Kreis Kusel. Bevor die vier Straßenabschnitte in die Verantwortung des Landkreises übergehen, muss die Fahrbahnoberfläche entweder saniert oder eine Ausgleichszahlung für unterlassene Unterhaltung vereinbart werden, hat Richard Lutz, Leiter der Kaiserslauterer LBM-Niederlassung, dem Kreisausschuss erklärt.

Neue Ortsdurchfahrt für Eßweiler bleibt prioritär

Neue Fahrbahndecken wird der LBM zwischen Eßweiler und Jettenbach sowie dann weiter Richtung Kollweiler zwischen den Orten aufbringen lassen auf der Straße, die noch die Bezeichnung L369 trägt. Das geschieht über die Kreisgrenze hinweg bis Schwedelbach. In den Ortsdurchfahrten werden keine oberflächlichen Sanierungen durchgeführt – das sei nicht sinnvoll, da dort bei Sanierungen die unterirdische Infrastruktur dazukomme. Deshalb hat man sich auf die Zahlung von Ausgleichsbeträgen an den Kreis geeinigt. Knapp fünf Kilometer lang ist die Strecke, die zukünftig der Kreis verantworten wird. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Eßweiler bleibe prioritär für 2023 und 2024, betonte Lutz. Die Kreuzung in der Ortsmitte werde noch voll vom Land getragen. Auch der geplante Ausbau der Straße nach Rothselberg sei nicht gefährdet.

Abzweigung Sangerhof muss Kreis richten

Die L352 erhält von der Abfahrt Sangerhof und Wahnwegen bis nach Liebsthal eine neue Deckschicht und neue Schutzplanken – eine Verbreiterung sei in dem Bereich nicht erforderlich, erklärte Lutz. Dem Kreis wird der Ausbau der Kreuzung zur K19 nach Sangerhof mit auf den Weg gegeben. Ausgleichszahlungen sind für den restlichen Streckenabschnitt bis zur B423 vorgesehen. Auch dieser Abschnitt, der vom Land zum Kreis wandert, ist knapp fünf Kilometer lang.

Sorgenkind Rehweilerer Brücke

Ein schwierigerer Fall – und deshalb noch nicht final mit dem Kreis abgestimmt – ist die dort auch abzweigende L359 nach Rehweiler: 2,4 Kilometer lang. Bevor sie zur Kreisstraße werden kann, muss eine Lösung für die Sandsteinbrücke in Rehweiler her – ob Sanierung oder Neubau, das ist noch nicht klar. „Die Starkregenfälle haben es nicht leichter gemacht“, sagt Lutz zum Sorgenkind mitten im Ort. Klar ist jedoch: Wenn dort gebaut wird, wird über die L359 umgeleitet, die deshalb erst mal beim Land bleiben soll.

Abstimmungsbedarf bei Hohenöllen

Erst mittelfristig soll auch der vierte Abschnitt abgestuft werden: die L383 von Heinzenhausen durch Hohenöllen und Einöllen bis zur L384: 6,5 Kilometer. Lutz sagt zu, dass vom Land noch „die letzte sanierungsbedürftige Stützmauer“ ertüchtigt werde. Es gibt aber noch Problemfälle, für die es bisher keine Lösung gibt: Am Ortseingang Hohenöllen gebe es keinen regelkonformen Ausbau, Abstimmungen mit der Gemeinde seien ebenso erforderlich wie bei der K41. Die führt an der Sulzbachtalhütte und am Karlshof vorbei nach Reipoltskirchen und ist wohl eine der schmalsten und buckeligsten Straßen im Kreis.

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