Rehweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Brücke über den Glan: Sorgenkind aus Sandstein

Die Sandsteinbrücke mitten in Rehweiler ist seit Jahren sanierungsbedürftig.
Die Sandsteinbrücke mitten in Rehweiler ist seit Jahren sanierungsbedürftig.

Sie gilt beim Landesbetrieb Mobilität als Sorgenkind, die Brücke über den Glan in Rehweiler. Sieben Jahre ist es her, dass Untersuchungen für eine Sanierung angestellt wurden. Passiert ist bislang nichts. Nun gibt es Hoffnung, dass die Planung endlich vorangetrieben werden kann.

Auf der Brücke „ist es einfach eng“, sagt Ortsbürgermeister Frank Scholz. Wenn sich zwei größere Fahrzeuge auf dem Bauwerk begegnen, hilft nur Rücksicht nehmen und zurücksetzen. Weiteres Problem: Auf der Brücke, deren Geländer seit Jahren mit Netzen zugehängt sind, gibt es keinen Fußweg, und für viele Kinder führe der Schulweg über die Brücke in der Glanstraße. „Da muss man nicht drumherum reden: Die Brücke in Rehweiler ist nicht für die heutigen Verkehrsverhältnisse ausgelegt“, sagt Richard Lutz, der Dienststellenleiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern.

Die Brücke sei ein Beispiel dafür, wie lange es dauern kann, bis eine Sanierung tatsächlich beginnt, betont der LBM-Chef etwas wehmütig. Grund: Es seien sehr viele Behörden und Organisationen mit einzubeziehen. „Das Bachbett und das Storchennest sind schützenswert. Dann kommen Denkmalpflege, die Wasserbehörde, die Ortsgemeinde und die Deutsche Bahn hinzu“, zählt Lutz auf. Allerdings ist der LBM unter Zeitdruck. Denn die Brücke ist auf einer internen Liste mit der Note 3,5 geführt, ist vom Zustand also ungenügend. Soll heißen: Die Brücke ist zwar nicht einsturzgefährdet, es besteht aber dringender Handlungsbedarf.

Bahn winkt ab

Sieben Jahre ist es her, da wurden erste Varianten untersucht. Die Idee sei ursprünglich gewesen, auf der Brücke „eine gezielt einspurige Verkehrsführung zu haben und einen Gehweg anzulegen. Zudem wollten wir den Verkehr über eine Signalanlage regeln, die mit den Signalen des Bahnübergangs gekoppelt sind“, schildert Lutz. Soll heißen: Bei einem einfahrenden Zug wären beide Ampeln auf Rot gesprungen, und kein Fahrzeug hätte auf die Brücke fahren dürfen. „Der oberste Sicherheitsexperte der Bahn hatte diesen Vorschlag mit Verweis auf einen möglichen Stromausfall abgelehnt“, so der LBM-Chef.

Folglich hieß es wieder zurück auf Anfang. Die Planer machten sich erneut ans Werk und suchten nach Lösungen, um den Charakter der alten Sandsteinbrücke zu bewahren und zugleich Autofahrern und Fußgängern gerecht zu werden. „Wir haben mehrere Varianten untersucht und wollen das jetzt mit allen Beteiligten auf den Punkt bringen“, sagt Lutz.

Separate Fußgängerbrücke

Die erste Variante sieht vor, die Brücke im Bestand zu sanieren. Die Pfeiler der Brücke sollen dann mit sogenannten Mikropfählen verstärkt werden, die wiederum eine Betonplatte tragen. „Wir haben das auf diese Weise in Adenbach gemacht“, sagt Lutz. Problem an dieser Variante: Die Betonplatte müsste neun bis zehn Meter breit sein, um darauf Platz für zwei Fahrspuren und einen Gehweg zu schaffen. „Dann würde man von dem schönen Sandsteingewölbe nicht mehr viel sehen, und bei Hochwasser könnte es zu Unterspülungen kommen“, ergänzt der LBM-Chef. Die Sanierung im Bestand dürfte somit vom Tisch sein.

Die Alternative sieht ebenfalls verstärkende Mikropfähle in den Pfeilern vor. Allerdings soll die darauf platzierte Betonplatte nur unwesentlich breiter sein als die jetzige Brücke. Um Platz für Fußgänger zu haben, soll zudem eine knapp 30 Meter lange Fußgängerbrücke errichtet werden. „Es gibt Überlegungen, diese Brücke auf der kleinen Landzunge zu gründen. Allerdings werden diesbezüglich noch Berechnungen wegen des möglichen Einflusses auf die Hochwassersituation gemacht“, schildert Lutz. Vor kurzem waren die LBM-Planer erneut vor Ort, um die Idee vorzustellen, wie Ortsbürgermeister Scholz berichtete. Die nächsten Gespräche soll es nach Ostern geben.

x