Ulmet / NIederalben / Rathsweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Konkurrenz um Kita-Neubau: Wo soll er hin?

Die Kita könnte bei der katholischen Kirche entstehen – und die gleich mitsamt Grundstück den Besitzer wechseln.
Die Kita könnte bei der katholischen Kirche entstehen – und die gleich mitsamt Grundstück den Besitzer wechseln.

Die kommunale Kita in Ulmet hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Das ist schon länger klar. Nun gibt es Überlegungen für einen Neubau, möglicherweise auf dem Gelände der katholischen Kirche. Doch das kommt nicht überall gut an. Auch Niederalben und Rathsweiler hätten die Kita gerne im Ort und bieten Grundstücke an.

Derzeit läuft die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau der Kita Ulmet. Die Ortsgemeinde meldete Interesse an dem Gelände der katholischen Kirche an. Das Areal unweit der jetzigen Kita sei „eine Option“, sagt Ortsbürgermeister Klaus Klinck. Wie der katholische Pfarrer Nils Schubert ergänzt, würde die Kommune dann wohl auch das Kirchengebäude übernehmen.

Die Kita in Ulmet besteht seit 1977. In den vergangenen Jahren sind nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung rund 60.000 Euro an Investitionen in die Einrichtung geflossen. Aktuell besuchen die Kita mit insgesamt 65 Plätzen 25 Kinder aus Ulmet, 17 aus Niederalben, elf aus Erdesbach und drei aus Rathsweiler. Klinck betont, Ulmet sei stark interessiert, die Kita im Ort zu behalten: „Wir sind die Gemeinde mit dem größten Kostenanteil und den meisten Kindern.“ Der Ortsbürgermeister möchte mögliche „Völkerwanderungen“ in Nachbardörfer verhindern. Den frei werdenden Bau könne die Grundschule nebenan später einmal mit nutzen, sagt Klinck.

Auch an Grundschule Handlungsbedarf

Bereits im August 2020 hatte sich bei einer Begehung zusammen mit der Fachberatung des Landesjugendamtes gezeigt, dass die Gesamtkapazität der Kita „damals schon stark ausgelastet war und in den kommenden Jahren nicht mit einem markanten Rückgang zu rechnen ist“, erläutert Büroleiter Uwe Stoll von der VG Kusel-Altenglan. Die Kita werde sich vielmehr auch langfristig an der Kapazitätsgrenze bewegen oder sogar darüber hinausgehen. Es bestehe Optimierungsbedarf beim Raumprogramm, auch fehlten Nebenräume, insbesondere ausreichend Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten. „Um die Kita zukunftsorientiert aufzustellen, müssten daher bauliche Veränderungen vorgenommen werden“, sagt der Büroleiter.

Vor diesem Hintergrund habe VG-Beigeordneter Roger Schmitt die Idee eines möglichen Kita-Neubaus in Spiel gebracht. Denn Veränderungen des Bestandsgebäudes oder Anbauten seien schwer umzusetzen und sehr teuer. Zudem sei das Gelände um die Kita nicht allzu groß und würde bei einer Erweiterung noch kleiner. Ein weiteres Argument für einen Neubau sei der Zustand der baulich verbundenen Grundschule. Dort bestehe ebenfalls Handlungsbedarf.

Rihlmann: Bau in Ulmet verhindern

Bereits im Mai vergangenen Jahres sei dies von den vier beteiligten Ortsbürgermeistern positiv aufgenommen worden, erläutert Büroleiter Stoll. Doch neben dem von Ulmet ins Spiel gebrachten Grundstück an der Kirche bietet auch Niederalben ein Areal für einen Neubau an. Nach Angaben von Ortsbürgermeister Michael Rihlmann handelt es sich um ein privates Weidegrundstück, etwa 6000 bis 6500 Quadratmeter groß.

Die Ortsgemeinde könne das voll erschlossene Grundstück in der Ortsmitte kaufen. „Bushaltestelle und Parkplätze sind direkt in der Nähe, außerdem ist das Areal eben“, beschreibt Rihlmann die Vorteile. „Wenn so viel Geld investiert wird, muss der Bau auch zukunftssicher sein.“ Dies sei in Niederalben gegeben. In Ulmet befinde sich das Gelände hingegen an einem „Rodelhang“. Rihlmann: „Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Kita in Ulmet gebaut wird.“

VG will Gutachten beauftragen

Ein Neubau in Niederalben würde den Ort zudem aufwerten. „Diesen Standortvorteil könnten wir gut gebrauchen.“ In einen Neubau könne auch ein Raum für die Bevölkerung integriert werden, denn ein Dorfgemeinschaftshaus gibt es in Niederalben bisher nicht.

Auch Rathsweiler hat ein Grundstück ins Spiel gebracht. Es liegt in der Nähe des Neubaugebietes, schildert Ortsbürgermeister Siegmund Steiner. Er sagt: „Das beste Grundstück soll den Zuschlag bekommen.“ Dem schließt sich auch Rihlmann an. Inzwischen hat die VG-Verwaltung Anfragen bei Ingenieurbüros wegen eines Gutachtens in die Wege geleitet.

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