Rammelsbach / Ulmet
Kirchen-Verkäufe: Laufende Kosten nicht mehr zu decken
Nach Rammelsbach könnte Ulmet die zweite Kirche sein, die in der Kuseler katholischen Pfarrei Hl. Remigius zum Verkauf gestellt wird. Während das Gotteshaus in Rammelsbach zugunsten eines Senioren-Projektes veräußert werden soll, würden in Ulmet Kinder profitieren.
In der Kirche etwas außerhalb des Ortes finden nach Angaben von Pfarrer Nils Schubert seit 2019 keine regulären Gottesdienste mehr statt, „nur ab und an eine Taufe“. Vor der Corona-Krise habe dort einmal monatlich im Sommer ein Werktagsgottesdienst stattgefunden. „Aber der Zuspruch ist nicht groß, es kommen wenige Besucher“, berichtet der Pfarrer.
Gremien erlauben Verkauf
Die Gremien der Pfarrei St. Remigius hätten bereits ihre Zustimmung zum möglichen Verkauf signalisiert. Die Kirche würde möglicherweise als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum der Kommune erhalten bleiben. Er erinnert, dass es bereits seit einigen Jahren eine Kooperation zwischen der Kirchengemeinde und dem Ulmeter Heimatverein gibt.
Unterdessen gehen die Verhandlungen für den Verkauf der 1954 geweihten katholischen Kirche in Rammelsbach in die entscheidende Phase. Nach Auskunft des Pfarrers hat das Bistum in Speyer inzwischen grünes Licht zum Verkauf gegeben. Das Gebäude muss anschließend profaniert werden. Zu der Liegenschaft auf knapp 7000 Quadratmetern gehört auch ein Pfarrheim. Die Ortsgemeinde plant dort nach dem Vorbild von Konken und Pfeffelbach in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt altersgerechte Wohnungen.
Liegenschaften um 46 Prozent reduzieren
Die Trennung von Gebäuden geschieht laut Schubert aus der Not. Nach einer Vorgabe des Bistums sollen 46 Prozent der Liegenschaften reduziert werden. In der rund 6700 Mitglieder zählenden Pfarrei, die von Reichenbach-Steegen bis Hoof im Saarland reicht, seien die laufenden Kosten durch Schlüsselzuweisungen nicht mehr zu decken. „Wir müssen handeln“, macht Schubert vor dem Hintergrund der kirchlichen Finanzmisere deutlich.
