Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Im Dienst der Demokratie sind einige im Landkreis Kusel gerade ganz schön oft im Einsatz

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Demokratie kann anstrengend sein. Besonders für die, die sich dafür engagieren – ob als Kandidaten, Wahlhelfer oder Berichterstatter. Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Als am Abend des 9. März feststand, dass CDU-Kandidat Johannes Huber im Herbst die Nachfolge von Landrat Otto Rubly antritt, der in den Ruhestand geht, dürften viele durchgeatmet haben. Allen voran für die zunächst fünf Bewerber war es eine besonders intensive Zeit – allerdings auch für ihre Unterstützer. Die sind mit den Kandidaten von Veranstaltung zu Veranstaltung gezogen, haben Plakate aufgehängt, Videos aufgenommen und bearbeitet sowie gemeinsame Haustürbesuche und Infostände vor Supermärkten gewuppt. Auch wenn nun schon ein paar Wochen ins Land gezogen sind: Hut ab vor dem Engagement! Dass die Kandidaten sich im Wahlkampf reinhängen und in dieser Zeit Einbußen im Privatleben auf sich nehmen, das lässt sich nachvollziehen – schließlich lockt ein prestigeträchtiges Amt mit erklecklichem Einkommen.

Ebenfalls im Dienst der Demokratie haben mehr als 1200 Männer und Frauen zwei Sonntage (mindestens halbtags) in den Wahllokalen verbracht, weil sie sich in den Dörfern und Städten des Landkreises als Wahlhelfer engagiert haben. In einer Zeit, in der sich viele eher ins Private zurückziehen und in ihrer Freizeit keine Lust auf Arbeit oder gar Verantwortung haben, ist das beachtlich. Man will nicht wissen, wie viele Mitbürger die Wahlleiter – in der Regel die Ortsbürgermeister – angeschrieben haben, bis die Teams für die Wahllokale komplett besetzt waren ...

Mit Wahlen verhält es sich wie mit der Herbstmesse

Für etliche Verwaltungsmitarbeiter, vor allem in den Verbandsgemeindeverwaltungen, bedeutet eine Wahl vor allem eins: Arbeit. Sie scheinen ihren Job gut gemacht zu haben, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen (und die gilt es noch zu überprüfen) sind kaum Beschwerden rund um die Bundestags- und Landratswahl laut geworden.

Doch warum wird das gerade jetzt Thema in der Zeitung? Immerhin liegt die Wahl im Februar doch gut eineinhalb Monate zurück und die im März nicht ganz einen Monat. Hat da jemand gepennt und diesen Text wochenlang liegen lassen? Mitnichten. Denn mit Wahlen verhält es sich ähnlich wie mit der Kuseler Herbstmesse: noh de Mess is vor de Mess – nach der Wahl ist vor der Wahl. So hat die Redaktion gerade in dieser Woche ihren „Fahrplan“ für die Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan ausgearbeitet. Dort wird am 25. Mai gewählt.

Weil’s so schön war: Noch eine Stichwahl

Das Bewerberfeld ist nach dem Rückzug von Uli Urschel (Grüne) leider etwas geschrumpft. Auch hier sei noch einmal erwähnt, dass es schlicht ein Unding ist, dass ein Kandidat einer demokratischen Partei im Vorfeld verbal so hart angegangen wird, dass er um sein Wohlergehen und das seiner Familie fürchten muss. Stand Freitagnachmittag stehen Ende Mai Michael Daniel (CDU), Christoph Schneider (parteiübergreifende Wählerinitiative powered by SPD) und Yvonne Draudt-Awe (Votum für den Kreis Kusel) zur Wahl. Kommenden Montag ist Bewerbungsschluss, und gegenüber der RHEINPFALZ haben AfD, Grüne und FWG es verneint, noch eigene Kandidaten aufstellen zu wollen.

In der Verbandsgemeinde in der Mitte des Landkreises werden wieder Männer und Frauen gebraucht, die mit den Kandidaten unterwegs sind und sie im Wahlkampf unterstützen. Immerhin bei angenehmeren Temperaturen als noch im Januar und Februar ... An einem Sonntag im Mai und vermutlich auch einem im Juni dürfen sich Wahlhelfer über weitere Einsätze freuen. Bei diesen drei Bewerbern ist es unwahrscheinlich, dass die Wahl im ersten Durchgang entschieden wird – also, dass ein Kandidat oder die Kandidatin auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen einheimsen kann.

Ist die Wahl erledigt, dürfte es das für dieses Jahr gewesen sein. Dann dürfen ein paar Monate lang (fast alle) durchatmen. Ehe Anfang 2026 der Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz und der Wahlkampf im Norden des Landkreises um das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an Fahrt aufnehmen. Denn nach der Wahl ist vor der Wahl.

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