Welchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Großprojekt startet: Was der Obst- und Gartenbauverein Welchweiler-Elzweiler plant

Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Welchweiler-Elzweiler, Kevin Forster, zeigt die künftige Schulungswiese.
Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Welchweiler-Elzweiler, Kevin Forster, zeigt die künftige Schulungswiese.

Der Obst- und Gartenbauverein Welchweiler-Elzweiler ist mehr als 70 Jahre alt – und keineswegs am Einschlafen. Der Vorstand ist jung und engagiert. Ein Großprojekt steht an.

Der Obst- und Gartenbauverein Welchweiler-Elzweiler will sein Wiesengelände, das direkt neben der Kreisstraße liegt, zu einem Schulungsgrundstück machen. Erste junge Obstgehölze sind bereits gepflanzt worden, berichtet Kevin Forster. Der Welchweilerer ist seit etwa einem Jahr der Mann an der Spitze des Vereins. Jung ist er, wie derzeit alle im Vorstand, engagiert und ideenreich, wenn es darum geht, die vielfältige Vereinsarbeit zu gestalten.

Nicht ohne Stolz berichtet er von der geplanten Anpflanzung verschiedener Beerensträucher, der Gestaltung einer Bienenwiese, dem Bau eines Insektenhotels, dem Setzen von Weinreben und noch vielem mehr. Vor allem für Kinder sei so ein Schulungsgrundstück eine gute Möglichkeit, einmal außerhalb des Unterrichts Natur zu erleben und etwas über sie zu lernen, meint Forster. Auch werde eine überdachte Grillecke mit Tischen und Bänken entstehen. So könne man Natur entdecken und auch darin verweilen. Der Genuss gehöre eben zum Leben, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Im Sommer soll das Großprojekt starten

Um Geld für das Projekt zu bekommen, bewarb sich der Verein bei der Aktion „SWR 4 vereint“. Als der Vereinsname im Radio erklang, musste innerhalb von vier Liedern angerufen und vom Projekt erzählt werden. So war man in der Verlosung. Die gewonnenen 1000 Euro würden natürlich nicht für alle Pläne reichen, rechnet Forster vor, aber das Geld erweitere die finanziellen Möglichkeiten.

Abgesehen von den bereits gepflanzten Obstbäumen werde nun im Sommer mit der Anlage begonnen. Fertig solle sie bereits im Herbst sein. Der Arbeitseifer und der Ehrgeiz aller Beteiligten seien groß, sagt Forster. Zur Belohnung für alle Ehrenamtlichen habe die Kreissparkasse Kusel spontan zugesagt, bei der Einweihung die Kosten für Essen und Trinken zu übernehmen, zusätzlich werde sie noch eine Spende von 100 Euro geben. „Deshalb tun wir’s nicht, aber es freut uns sehr und spornt uns an.“

Einziger fusionierter Verein im Dorf

Den Verein gibt es seit 1952. Momentan hat er 55 Mitglieder. Die Tendenz sei steigend, sagt er. Der Altersdurchschnitt liege so um die 50 Jahre. Ausnahmslos alle seien aktiv, kämen zu Arbeitseinsätzen und seien auch an dem aktuellen Großprojekt beteiligt. Bis 1985 gab es sowohl in Welchweiler wie auch im Nachbardorf Elzweiler je einen Obst- beziehungsweise Gartenbauverein. Schließlich wurde fusioniert und der Club mit beiden Ortsnamen weitergeführt. Das sei übrigens der einzige fusionierte Verein in den beiden Gemeinden. Alle anderen Vereine gebe es sozusagen doppelt, wie Forster schmunzelnd anmerkt.

Von Oster-Event bis Weinwanderung

Beim Obst- und Gartenbauverein Welchweiler-Elzweiler gibt es viele Aktionen, die nicht nur für Mitglieder gedacht sind. Da ist zum Beispiel das Sommerfest, das vom Verein ausgerichtet wird. Des Weiteren wird eine Weinwanderung organisiert, zu der mit einem angemieteten Reisebus einmal im Jahr in eine andere Region gefahren wird. „Das erweitert den Horizont, wir kommen mit vielen neuen Eindrücken und Ideen nach Hause“, stellt Forster fest. „Etwas französisch angehaucht“ sei das Fest mit Federweißer und Flammkuchen. Zusammen mit der Gemeinde wird im Winter der Weihnachtsmarkt ausgerichtet. Am Karfreitag ist immer ein gemeinsames Ostereiersuchen angesagt, zu dem besonders die Kinder immer gerne kämen.

Und in Sachen Obst- und Gartenbau? Einmal im Jahr wird mit gespendetem Obst gekeltert, außerdem wird gegen einen Obolus für die Vereinskasse aus angelieferten Früchten Saft gepresst. So wisse jeder, was er trinkt, betont Forster die Vorzüge des eigenen Safts. Er erzählt, dass das Angebot gern angenommen wird. Nach einer Pause soll es im nächsten Jahr wieder einen Rückschnittkurs für Obstbäume geben. Zu diesem Termin werden Fachleute engagiert, die den Kurs gestalten. Teilnehmen kann man gegen eine Gebühr. Auch kann man sein eigenes Grundstück mit vorhandenen Obstbäumen für den Lehrgang zur Verfügung stellen.

Die Serie

In der Serie „Vereinssache“ stellen wir eingetragene Vereine aller Art aus dem Landkreis Kusel vor: vom Sport- über Wander- und Förder- bis hin zum Freizeitverein. Wer vorgestellt werden möchte, kann sich per E-Mail bei der Redaktion melden unter redkus@rheinpfalz.de.

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