Kusel
Neues Pfälzer Wörterbuch: Grutze
So nannte man den Hals oder Kehlkopf „Grutz“. Auch ein Mensch von kleinem Wuchs wurde „grutzig“ genannt, und als „kleiner Grutze“ wurde ein Kind bezeichnet. Wer Brot oder Obst „grutzelte“, schnitt es in kleine Stücke, und ein „Grutzer“ war ein Stümper, der eine Scheide Brot nicht glatt abschneiden konnte, sondern sie „vergrutzte“.
Auch in der Landwirtschaft wurde das Wort gebraucht, wenn es zum Beispiel um das Zerkleinern von Obst oder Rüben ging. Um Beerenwein zu keltern, musste man die Birnen „grutzen“. Dafür verwendete man einen Holzrahmen mit parallelen Eisenstangen auf dem Boden. Durch die Zwischenräume liefen die unterschiedlich langen Zacken an einer Kurbel, die man drehte und dadurch die Birnen zerkleinerte.
Rüben waren ein wichtiges Futter für das Vieh, aber auch sie mussten zerkleinert werden, wofür es verschiedene Geräte gab. An die „Rummelgrutz“ bei seinen Großeltern kann sich der Verfasser noch gut erinnern. Die Rüben wurden mit den Schalen auf einem Band transportiert und dabei zusammengepresst. Ein großes, mit der Hand bewegtes Schwungrad diente als Antrieb und hackte am Ende mit zwei großen Messern Rüben und Blätter in Stücke.