Kreis Kusel
Glan-Münchweiler: Zukunft der Kita im Fokus des Gemeinderates
Die Zuhörer mussten sich allerdings eineinhalb Stunden gedulden, bis CDU-Fraktionssprecher Jochen Kratsch den Antrag vorstellte. Die Fraktion forderte, in Sachen Kindertagesstätte eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie zur Errichtung einer vierten Kindergartengruppe erstellen zu lassen.
Nach Aussage des CDU-Sprechers soll das Gutachten den Ausbau des aktuellen Betreuungsangebotes sowie als zweite Variante die Räumlichkeiten für eine Betreuung von Kindern unter zwei Jahren planerisch darstellen. Darüber hinaus machte er den Vorschlag, das Pirmasenser Büro PTI mit den Planungen zu beauftragen. Die Gemeindevertreter folgten geschlossen den Anträgen der CDU-Fraktion und bevollmächtigten Ortsbürgermeister Karl-Michael Grimm, im Einvernehmen mit Beigeordneten und Fraktionssprechern, das Büro bis zu einem Auftragswert von 10.000 Euro mit der Studie zu beauftragen.
Warum eine Machbarkeitsstudie?
Zum „warum“ fand Kratsch deutliche Worte: „Wir wollen uns an einer übergreifenden Lösung nicht beteiligen, sondern bevorzugen, unseren eigenen Kindergarten auszubauen.“ Wie Ortsbürgermeister Grimm ergänzte, stoße man in Glan-Münchweiler, ähnlich wie in Steinbach und Matzenbach, an die Grenzen der Kapazitäten. Insbesondere habe die Kita in Glan-Münchweiler derzeit keine Möglichkeit, Kinder unter zwei Jahren aufnehmen zu können. Grimm betonte, dass „sowohl Eltern als auch die Kindergartenleitung in hohem Maße“, eine Betreuung im örtlichen Kindergarten wollten.
Hintergrund ist der im August letzten Jahres ausgearbeitete Vorschlag, insbesondere von Jugendamt und Kreisverwaltung, in der Kita „Pfiffikus“ eine zentrale Krippe für Kinder unter zwei und bis zum dritten Lebensjahr einrichten zu wollen (wir berichteten). Analog soll der Regelkindergarten der Gemeinde, den auch Kinder aus Quirnbach besuchen, in der Glantal-Schule untergebracht werden.
Zweite Studie in Arbeit
Gleichwohl wollen Glan-Münchweilers Gemeindevertreter erst dann über ein Konzept entscheiden, wenn alle Fakten vorliegen. Soll heißen: Der Rat will auch das Ergebnis einer zweiten Machbarkeitsstudie in seine Entscheidungen einfließen lassen. Jene Studie wurde von der Verbandsgemeinde in Auftrag gegeben und befasst sich mit der Möglichkeit, in den leerstehenden Räumlichkeiten der Glantal-Schule einen zentralen Vorschulkindergarten dauerhaft zu etablieren. Eine solche Lösung bevorzugen Steinbach, Henschtal, Rehweiler und Matzenbach. Sollte Glan-Münchweiler tatsächlich sein Vorhaben umsetzen, müssten Steinbach und Matzenbach ihre Kita-Ausbaupläne, die momentan auf Eis liegen, weiter verfolgen. Steinbach müsste dann rund 500.000 Euro, Matzenbach fast oder gar etwas über 800.000 Euro in einen Anbau investieren.
Neues Fahrzeug muss her
Einfacher hingegen stellte sich der Sachverhalt beim kommunalen Fahrzeug dar: Das hatte in den letzten vier Jahren fast 50.000 Euro an Reparaturkosten verursacht. Nun stehe, laut Grimm, eine weitere Reparatur von etwas über 19.000 Euro an, sagt Grimme. Der Rat war sich einig, dass Fahrzeug nicht mehr instandzusetzen. Ein Expertenteam aus Gemeinderäten und dem Gemeindearbeiter soll nun nach einem Leih- beziehungsweise Ersatzfahrzeug suchen.
Weitere Themen
- Auf Glan-Münchweilers Straßen wird im allgemeinen nicht zu schnell gefahren: Das hat eine Auswertung von Geschwindigkeitsmessungen über mehrere Wochen und an mehreren Straßen ergeben. Dennoch sollen durch die Zunahme des Verkehrsaufkommens, nach der Bebauung von Goethestraße und der Straße „Im Roten Feld“, zwei sogenannte Schwellen in Nähe der Glantalschule angebracht werden, von der sich der Rat eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung verspricht. Grimm bezifferte die Kosten auf rund 1000 Euro. Weiter soll auf Empfehlung der Polizei die Kontrollanzeige im Bereich der Ortseinfahrt von Quirnbach kommend, aus der Kurve hin zum Ortsschild versetzt werden.
- Für das Baugebiet „In der Edersbach“ soll ein weiteres, faunistisches Gutachten erstellt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf zirka 12.300 Euro.
- In einer der kommenden Sitzungen soll ein Sachbearbeiter der Verwaltung über Vor- und Nachteile wiederkehrender Beiträge bei Straßenausbaumaßnehmen informieren.