Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel „Gesundheits- und Pflegeplattform“ soll für den Landkreis Kusel Orientierung bieten

Die Online-Übersicht aller Gesundheitsangebote im Landkreis Kusel soll an ein ähnliches Angebot im Kreis St. Wendel angelehnt se
Die Online-Übersicht aller Gesundheitsangebote im Landkreis Kusel soll an ein ähnliches Angebot im Kreis St. Wendel angelehnt sein.

Im Internet mit nur wenigen Klicks alle Ärzte im Landkreis Kusel finden? Oder die Pflegedienste in der Region? Eine Internetplattform soll’s bald möglich machen. Noch sind einige Fragen nicht abschließend geklärt.

Wie Kira Keßler, Chief Digital Officer bei Land L(i)eben, dem Kreisausschuss am Montag erzählte, sei die Idee für eine Online-Übersicht aller Gesundheitsangebote im Landkreis Kusel bereits 2022 entstanden. Die Internetseite soll Kurse, Veranstaltungen und Anbieter aus der Gesundheits- und Pflegebranche zusammenfassen, zudem in deutscher, englischer und arabischer Sprache verfügbar sein. Dazu angereichert mit Informationsseiten zu Themen wie Prävention oder Pflege. In der Anbietersuche sollen sich Unternehmen und Ärzte mit Kontaktdaten, Leistungsspektrum, Fotos und Videos vorstellen können.

Für die Umsetzung muss das Rad nicht neu erfunden werden: Im Landkreis St. Wendel gibt es bereits ein sehr ähnliches Angebot, und der Dienstleister, der die Seite für den saarländischen Nachbarkreis aufgebaut hat, soll auch die Kuseler Version übernehmen. Für Kusel soll die Pocket Rocket GmbH mit Sitz in St. Wendel die Internetseite um einen internen Bereich zum direkten Austausch der Gesundheitsakteure untereinander ergänzen, außerdem um ein Forum zum öffentlichen Austausch inklusive Chatbot sowie um einen Bereich mit Anleitungen und Checklisten rund ums Thema Gesundheit. Abgerundet werden soll die Kuseler Website mit einem Begriffslexikon, in dem medizinische Fachbegriffe verständlich erklärt werden.

Mehr zum Thema

Schon längst suchen Menschen, wenn sie einen Facharzt brauchen, weit außerhalb ihres Landkreises.
Kusel

RHEINPFALZ Plus Artikel
Gesundheitsplattform: 2027 wird’s nicht mehr weitergehen

Etwa 12.000 Euro im Jahr für Wartung und Support

Die „Gesundheits- und Pflegeplattform“ für den Landkreis Kusel wird fast 80.000 Euro kosten, inklusive Wartung, Übersetzungsservice und inhaltlichem Support bis Ende 2026. Für die Anbieter aus Medizin und Pflege werden die Einträge ins Portal kostenfrei sein, sagte Keßler. Was Wartung und Support ab 2027 kosten werden, sei noch offen. Für 2025 und 2026 fallen im Jahr rund 12.000 Euro an. Rubly: „Weil wir das zusammen mit dem Landkreis St. Wendel machen, rechnen wir mit weniger.“

Jürgen Neu (AfD) wies darauf hin, dass für den Kreis Kusel zwar zunächst kaum Kosten entstehen, da die Ausgaben für die Plattform von der Smart-City-Bundesförderung zu 90 Prozent getragen werden, „aber in den Folgejahren kommt da ja schon etwas auf uns zu“. Rubly konterte mit dem Hinweis auf den Servicegedanken für die Bürger: „2026 müsst ihr im Ausschuss dann entscheiden, wie es weitergeht. Ist es das dem Landkreis Kusel wert?“

Nur ein Unternehmen gibt ein Angebot ab

Weitere Fragen der Ausschussmitglieder blieben unbeantwortet, beispielsweise wer die Foren betreut und wie sichergestellt werden soll, dass die Plattform auf dem aktuellen Stand bleibt. Ob der Angebotspreis des Unternehmens nicht doch etwas zu hoch gegriffen sei, wollte Marco Schneider (SPD) wissen, denn schließlich gebe es die Plattform ja prinzipiell schon. Wie Keßler mitteilte, hatte nur das saarländische Unternehmen ein Angebot abgegeben. Letztlich stimmten – bei Enthaltung der AfD-Ausschussmitglieder – alle für die Auftragsvergabe.

x