Reipoltskirchen
Fünf Lotsen für die Alte-Welt-Initiative
Seit gut drei Jahren läuft die Alte-Welt-Initiative – eine in dieser Form einmalige Zusammenarbeit von vier Landkreisen und der Evangelischen Kirche. Die Alte Welt bezeichnet, grob umrissen, die Region zwischen Glan, Lauter und Alsenz und trägt ihren Namen wahrscheinlich deshalb, weil im 19. Jahrhundert entlang der Flussläufe Eisenbahnstrecken gebaut wurden, die Fortschritt verhießen, die Gebiete abseits dieser Strecken jedoch als rückständig angesehen wurden.
Also haben sich die vier Kreise, denen Teile der Alten Welt zugerechnet werden, plus die Evangelische Kirche zusammengeschlossen, um der Region ein neues Image und bessere Strukturen zu geben. Sie hat verschiedene Themen wie Tourismus oder Kultur für sich definiert und bei jeweils einer Kreisverwaltung zugeordnet.
Nach gutem Start gestoppt
Inzwischen existiert ein Leitbild für die Region, das unter anderem auf Breitbandausbau setzt und die Vorzüge des Lebens auf dem Land beschreibt. Die Kirche hat mehrere Stellen geschaffen, mit denen die Bürger – vor allem Jugendliche – in den Prozess eingebunden werden; auch wenn sie ein wenig Pech hatte und mit ihrer „Ideenschmiede“ in Reipoltskirchen voll in die Corona-Krise traf. Andere Projekte wie die Alte-Welt-Touren – im Oldtimer-Bus zu Sehenswürdigkeiten zwischen Meisenheim und Otterberg – hatte nach gutem Start dasselbe Schicksal getroffen.
Schon sehr früh hatte sich die Initiative an das Land und an den Bund gewandt, um hier Unterstützung für ihr Projekt zu erhalten; vor allem Mittel für Mitarbeiter, die sich nahezu ausschließlich um die Initiative kümmern. Nun scheint diese Bitte von Erfolg gekrönt. Zwar heißt es in der Stellenausschreibung einschränkend – vorbehaltlich der Bewilligung. Doch nach RHEINPFALZ-Informationen wird für Monatsende mit der Bewilligung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium gerechnet. Dessen Chefin, Julia Klöckner, stammt immerhin aus Bad Kreuznach, also aus einer der vier beteiligten Kreisstädte, und sollte das Thema Alte Welt gut kennen.
Vier plus Eins
Gesucht werden nun fünf Lotsen – je einer für jede Kreisverwaltung plus einer für den Landkreistag. Erstere sollen Gemeinden, Vereine und Bürger dabei unterstützen, bei guten Ideen für Projekte Fördermöglichkeiten aufzutun. Zudem sollen sie die Akteure in der Region miteinander vernetzen, auf dass sich gute, innovative Initiativen verbreiten.
Der Lotse beim Landkreistag hat die Aufgabe, zwischen Kommunen und Kreisen auf der einen und Land und Bund auf der anderen Seite zu verknüpfen. Er soll für den „Wissenstransfer an die Kreise und Kommunen“ verantwortlich sein und seinen Sitz in Mainz haben.
Drei Jahre Förderung
Die Ausschreibung ist gesammelt vom Landkreistag für alle Verbundpartner gestartet worden – auch mit dem Gedanken, dass sie sich bei der Personalsuche nicht Konkurrenz machen. Bewerbungsschluss ist der 2. August. Die Lotsen sollen spätestens am 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen und mindestens drei Jahre im Job bleiben. So lange läuft die erwartete 90-Prozent-Förderung.