Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Ein modernes Psalmen-Pop-Oratorium

Komponiert gern: Harad Frego
Komponiert gern: Harad Frego

Die Proben für das neue Gospel-Pop-Oratorium von Harald Frego laufen. Unter dem Titel „Psalmen – die Seele singt“ kommt es am 4. Dezember in die Fritz-Wunderlich-Halle.

Die vergangenen Monate hat Harald Frego noch mehr Zeit als sonst in seinem Musikstudio verbracht. Die Komposition des Oratoriums – nach „Immanuel“ das zweite Oratorium aus seiner Feder seit 2004 – habe ihn gefordert, erzählt der Chorleiter aus Schönenberg-Kübelberg.

„Ich habe schon länger ein neues Projekt für den Gospelchor Spirit’n Voices gesucht“, erzählt Frego. Durch Corona habe der Chor aus Hütschenhausen keine Einnahmen erzielen können. „Kein Kartenverkauf bei Konzerten, kein Verkauf von CDs“, illustriert er die schwierige Lage. Daher habe er sich mit dem Oratoriumsprojekt beim Förderprogramm „Impuls“ von Neustart Kultur der Bundesregierung beworben und den Zuschlag erhalten.

Solist: Johannes Falk

Dank der finanziellen Unterstützung konnten auch Coaches engagiert werden, freut sich Frego, der sehnlichst auf mehr Normalität im Kulturbetrieb hofft. So sei der in der christlichen Szene populäre Sänger Johannes Falk gewonnen worden. Die im Kreis Kusel bekannten Darsteller Manuel und Kathrin Lothschütz sowie Vokaltrainerin Sabrina Roth aus Enkenbach-Alsenborn seien ebenfalls mit von der Partie. „Wir erhalten gute Impulse von außen“, freut sich der Kirchenmusiker.

Das Oratorium für Chor und Band umfasst zwölf Lieder nach Psalmen aus dem 6. bis 2. Jahrhundert vor Christus. „Ich kann gut Musik“, sagt Frego augenzwinkernd, „aber die Lyrics überlasse ich besser anderen“. Ein Team mit Claudia Schramm, Lisa Hollinger, Birgit Geimer, Astrid Sorg, Andrea Frego und Oliver Kühn sei für die Texte in deutsch und englisch verantwortlich.

Aktueller Bezug

„Menschen haben schon immer versucht, mit Gott in Liedern in Kontakt zu treten“, sagt Frego, der mit dem Oratorium auch eine Botschaft senden möchte. Er sieht zudem einen aktuellen Bezug zu den Psalm-Texten. Da gehe es nicht nur um Lob und Klage, es sei auch viel Emotionales dabei, betont er.

Auf der Bühne stehen die 25 bis 30 Mitglieder des Gospelchors sowie weitere Sänger aus der Christusgemeinde Schönenberg, wo Frego als Kantor engagiert ist. Insgesamt geht er von bis zu 35 Sängern aus. Hinzu kommt eine Band, mit dem Bassisten Rolf-Dieter Schnapka und Laura Rodionow am Klavier. Frego spielt Synthesizer.

Pop, Soul, Gospel, Rock

Beim Besuch der RHEINPFALZ gibt es ein paar musikalische Kostproben. An klassische Kirchenmusik erinnert Fregos Komposition kaum, vielmehr ist es Pop mit viel Groove und Rhythmus. Die Lieder wechseln von unplugged über Balladen bis zu modernem Soul, Gospel und Rock. Seine Akkordstrukturen sind jazzig und anspruchsvoll zu singen.

Er habe schon immer komponiert und arrangiert, berichtet Frego. Dann verrät der 61-Jährige, dass er in der Kompositionstechnik ein Autodidakt sei. „Von Hand schreibe ich nichts mehr“, berichtet der technikaffine Kirchenmusiker, der Spirit’n Voices 1997 als Chorleiter übernahm.

Am liebsten eine Tournee

Beim Komponieren ist sein elektronisches Klavier mit einem Computer verbunden, dessen Programm die Melodie erkennt und direkt als Partitur umsetzen kann. „Das braucht Zeit und Know-how“, klärt Frego über seine technisch recht umfangreiche Ausstattung auf.

Nach der Premiere im Advent in Kusel soll das Oratorium noch an anderen Orten aufgeführt werden. „Wir würden gerne eine kleine Tournee in Deutschland starten“, sagt Frego. Dazu seien Sponsoren willkommen.

Info

  • Das Oratorium „Psalmen – die Seele singt“ wird am Sonntag, 4. Dezember, 17 Uhr, in der Fritz-Wunderlich-Halle in Kusel aufgeführt.
  • Karten gibt es bei Ticket regional, der Kreis- und Stadtbücherei Kusel, Fritz-Wunderlich-Straße 47, Telefon 06381 925816 und der Buchhandlung Wolf in Kusel, Marktstraße 13, Telefon 06381 2207 für 18 Euro, ermäßigt 13 Euro, an der Abendkasse werden zwei Euro mehr verlangt. Kinder bis zehn Jahre haben freien Eintritt.
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