Kusel
Ehemaliges Sportgelände Diedelkopf: Stadt wagt neuen Anlauf für Verbindungsweg
Bereits seit einigen Jahren gibt es in der Kuseler Stadtpolitik Überlegungen, einen Verbindungsweg zwischen dem Fritz-Wunderlich-Radweg und dem ehemaligen Sportgelände in Diedelkopf zu errichten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, könnte dann von der anderen Seite bequem über den Aalbach zum geplanten Campingplatz sowie zum Vitalbad gelangen und müsste nicht den Umweg entlang der Straße in Kauf nehmen. Bereits Ende 2023 hatte die Stadt einen Förderantrag an das Leader-Programm für ländliche Entwicklung eingereicht – allerdings ohne Erfolg.
Nun könnte das Projekt allerdings wieder Fahrt aufnehmen. Wie Stadtbürgermeister Martin Heß (CDU) in der vergangenen Stadtratssitzung erläuterte, gebe es mit „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“ ein neues Förderprogramm des Bundes, mit dem sich der Verbindungsweg zum Bahndamm realisieren lassen könnte. Gefördert werden nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr unter anderem „schnell umsetzbare Infrastrukturmaßnahmen bis Ende 2027“, die etwa die Beseitigung von Netzlücken zum Ziel haben.
Die Gesamtkosten für den Verbindungsweg belaufen sich laut Vivienne Matzenbacher, Klimaschutzmanagerin der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, schätzungsweise auf 420.000 Euro – basierend auf einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023 mit eingerechneten Preissteigerungen. Möglich sei eine Förderquote von 90 Prozent durch den Bund, sodass auf die Stadt voraussichtlich ein Eigenanteil von rund 42.000 Euro zukommt.
Meinungen im Stadtrat gehen auseinander
Viele Stadtratsmitglieder zeigten sich angetan von der Wiederaufnahme der Pläne. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Schmid sprach etwa von einem „Glücksfall“ durch die neue Förderkulisse, da das Projekt bereits seit gut zehn Jahren verfolgt werde. „Allein aus dem Grund der Verkehrssicherheit für Kinder sehe ich das als absolut sinnvoll an“, sagte sein Parteikollege Matthias Schäffler, der sich neben dem Stadtbürgermeister und Stefan Just (Grüne) auch für das Projekt aussprach.
Kritisch äußerte sich dagegen Michael Daniel (CDU), der anmerkte, dass es sich bei den Fördermitteln auch um Steuergeld handelt. „Wir reden von mehr als 400.000 Euro für ein Gelände, bei dem keiner weiß, was dort künftig entstehen soll“, sagte er mit Blick auf die bisher erfolglose Suche der Stadt nach einem Investor für den Campingplatz. In eine ähnliche Kerbe schlug Reinhard Reiser (CDU): Es brauche ein klares Konzept, ehe über dem Aalbach Brücken gebaut werden. Beide stimmten am Ende als einzige Ratsmitglieder dafür, den Antrag nicht zu stellen.
Heß meinte wiederum, der Lückenschluss sei unabhängig von der späteren Nutzung des Geländes eine sinnvolle Aufwertung der städtischen Infrastruktur. Zudem warnte er davor, die Chance auf die hohe Förderung verstreichen zu lassen: In zwei oder drei Jahren könnten die Baukosten um 20 bis 25 Prozent höher liegen – bei ungewisser Förderkulisse. „Sollte uns das Projekt nächstes Jahr nicht so passen, zwingt uns keiner, es umzusetzen“, ergänzte Peter Schmid. Es gebe nach wie vor potenzielle Campingplatz-Betreiber, die auf der Suche nach verfügbaren Flächen seien, sowie Ideen für eine alternative Nutzung.