Kreis Kusel
Diese beiden Kirchen will die Pfarrei Hl. Remigius verkaufen
Der mögliche Verkauf der Gotteshäuser soll bei zwei Pfarrversammlungen erläutert werden. Bei den Gemeindeversammlungen, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, möchten Vertreter der Pfarrei über den geplanten Schritt informieren und Raum für mögliche Einwände und Wünsche geben, kündigt der Kuseler Pfarrer Nils Schubert an.
Die Versammlungen am 13. September in Steinbach und am 4. Oktober in Hüffler sollen ein Forum bieten, um Bedenken und Wünsche zu äußern, sagt er.
Immer weniger Kirchenbesucher
Die katholische Kirche befindet sich Schubert zufolge im Umbruch. Bundesweit gibt es immer weniger Katholiken – und damit auch weniger Kirchenbesucher. Zudem gebe es weniger Pfarrer. „Der Rückgang der Kirchenmitglieder führt unter anderem zu einer finanziellen Notlage in unserer Pfarrei, und der Rückgang der Hauptamtlichen führt dazu, dass kein flächendeckender Gottesdienst mehr angeboten werden kann“, bedauert der Theologe. Die Schlüsselzuweisungen des Bistums reichten für die rund 20 Gebäude der Pfarrei keinesfalls aus. Zudem seien die über die Kirchensteuer errechneten Zuweisungen im Vergleich zum vergangenen Jahr um zehn Prozent gesunken. Weitere Einschnitte seien daher bereits prognostiziert. Kosten zu reduzieren, das sei für die Pfarrei nur über den Gebäudebestand zu erreichen, ist der Pfarrer überzeugt.
Für Freitag, 13. September, 18 Uhr, lädt die Pfarrei in die Kirche nach Steinbach ein. „Bei der Versammlung wollen wir hören, ob es von Seiten der Kirchenmitglieder Argumente gibt, die die kirchlichen Gremien möglicherweise noch nicht berücksichtigt haben und die gegen einen Trennung sprechen könnten“, sagt Schubert.
Kirche gehörte einst zur Grube
Die St. Josephs Kirche in der Steinbacher Hohlstraße, eine Filialkirche von Glan-Münchweiler, hat eine spannende Geschichte: Wie in der Chronik der Ortsgemeinde zu lesen ist, kaufte die katholische Kultusgemeinde nach der Stilllegung der Grube Steinbach von der Firma Boehringer eine sogenannte Schlafhausbaracke. Diese wurde zur Notkirche umgebaut. Im Januar vor 100 Jahren wurde dort der erste Gottesdienst gefeiert. Allerdings gab es an dem Bau Probleme mit Nässe. Daher sollte ursprünglich eine neue Kirche aus Fertigteilen gebaut werden, doch wurde das Projekt nicht genehmigt. Die Folge war eine umfassende Renovierung des Kirchenbaus inklusive Trockenlegung. So wurde 1936 der Maschinenraum der Grube Steinbach von Architekt Wilhelm Schulte zu einem sakralen Raum umfunktioniert.
Etwas jünger ist die Kirche am südlichen Ortseingang von Hüffler. Sie wurde 1957 nach Plänen des bischöflichen Bauamts errichtet. Die Gemeindeversammlung in Hüffler findet drei Wochen später, am Freitag, 4. Oktober, 18 Uhr, in der katholischen Kirche statt. Beide Kirchen seien zuletzt nicht mehr genutzt worden, berichtet Schubert. Dies habe unter anderem mit dem Weggang von Pfarrer Roland Spiegel vor einem Jahr zu tun. Seither ist Schubert als alleiniger Pfarrer für 6300 Katholiken zuständig.
