Kaiserslautern / Waldmohr
CS-Schmal-Insolvenz: Noch dieses Jahr Entscheidung über Anklage
Vier Jahre nach der Pleite des Waldmohrer Möbelherstellers CS Schmal, die mehr als 400 Arbeitsplätze gekostet hat, nähern sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ihrem Ende. Udo Gehring, Leitender Oberstaatsanwalt bei der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern, sagte auf RHEINPFALZ-Anfrage, er gehe davon aus, dass noch in diesem Jahr die Entscheidung fällt, ob Anklage gegen den früheren CS-Schmal-Eigentümer Gramax Capital AG erhoben wird.
Die Staatsanwaltschaft geht vor allem der Frage nach, ob Gramax selbst die Zahlungsunfähigkeit 2017 ausgelöst hat, weil Gramax-Mitbesitzer und CS-Schmal-Geschäftsführer Achim Pfeffer einen Zwei-Millionen-Euro-Kredit von Schmal an die kurzfristig in München existierende Gramax Invest GmbH angewiesen habe.
Für diese Firma wurde kurz darauf ebenfalls Insolvenz beantragt. Gramax war erst im Sommer 2016 als Mehrheitseigentümer bei dem angeschlagenen Möbelhersteller eingestiegen.
Suche nach dem Geld
Wohin die zwei Millionen Euro aus Waldmohr geflossen sind, ist bis dato nicht bekannt. Es wird gemutmaßt, dass das Geld sofort weitergeleitet wurde zur Schweizer Muttergesellschaft. Der damalige Insolvenzverwalter Paul Wieschemann hatte die Staatsanwaltschaft auf diesen Vorgang aufmerksam gemacht – mit dem Hinweis, er sehe hier „Anzeichen für strafrechtliche Relevanz“.
Sollte sich dies bestätigen, könnte ein betrügerischer Bankrott herbeigeführt worden sein. Laut Gehring ist inzwischen ein Gutachten fertig, das den gesamten Vorgang untersucht und bewertet hat. Dieses Gutachten sei der Verteidigung zur Stellungnahme weitergeleitet worden. Zu welchem Schluss die Gutachter kommen, dazu machte Gehring keine Angaben.

